Trauerwache für Gewaltopfer seit 2015: „Es geht ja nicht immer um die armen, armen Täter“
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In Berlin feiert am Samstagabend die „Trauerwache Deutschland“ ihre Premiere. Bei der öffentlichen Veranstaltung versammeln sich Angehörige, um gemeinsam den Menschen zu gedenken, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind – insbesondere durch Attentate, Anschläge oder extreme Gewalthandlungen.
NIUS-Reporter Eric Steinberg war vor Ort und sprach mit dem Vater von der in Brokstedt getöteten Ann-Marie (†17), Michael Kyrath:
Kyrath freut sich, dass viele Angehörige gekommen sind, etwa sind aus Magdeburg Menschen angereist, die um den 9-jährigen André trauern. Er starb vor circa einem Jahr bei dem Attentat auf den dortigen Weihnachtsmarkt. „Es geht nicht immer um die armen, armen Täter, sondern es sind die Opfer, die eigentlich eine Rolle spielen sollten. Und es sind ja nicht nur die Opfer selber, sondern auch wir als Eltern, die Omas, Opas, andere Hinterbliebene, Lehrer, Mitschüler und Sonstige. Die werden völlig vergessen“, sagt Kyrath.

Dutzende Plakate mit den Namen der Opfer waren unweit der Brandenburger Tors angeschlagen
„Aufgeben ist keine Option“, lautet der Slogan der Veranstaltung. Vor Ort war die Stimmung andächtig, ohne große Lautstärke. Es ging nicht um Krawall, sondern um eine taktvolle Art und Weise, den Opfern von Gewalt Aufmerksamkeit zu verschaffen. Trauernde zündeten Kerzen an. Ganz ohne ein Wort die Täter.
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