Ulrike Guérot über aktuelle Streiks: „Wer Bahn fährt, ist genervt“
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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat wieder einmal zum 35-stündigen Streik aufgerufen. Viele Fern- und Regionalzüge stehen am Donnerstag und Freitag still. Grund für den Streik ist der Streit zwischen Gewerkschaft und der Bahn. Die GDL fordert zum Beispiel eine 35-Stunden-Woche und 420 Euro mehr Lohn im Monat.
Die Streiks strapazieren das ohnehin angeknackste Verhältnis vieler Pendler und Reisenden zur Bahn. Denn im Vergleich zu unseren Nachbarländern kommt sie hier selten zur angekündigten Zeit. „Wir sind das einzige Land in Europa“, in dem die Züge derart unpünktlich sind, sagt Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, die selbst viel zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien reist. „Das ist für uns eigentlich nur beschämend“, so Guérot im Nachrichten-Talk „Stimmt!“.

Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot bei „Stimmt!“
Vorstände haben die Bahn „kaputt gewirtschaftet“
Doch statt sich nun auf die Lokführer zu fixieren und sich über ihre Streiks zu ärgern, wünscht sich Guérot einen Meta-Blick auf die Situation. Nicht das Personal sei verantwortlich für den desaströsen Zustand der Bahn, sondern die Vorstände, die seit Mehdorn das gesamte Netz „kaputt gewirtschaftet“ hätten.
„Wer Bahn fährt, ist genervt“, so Guérot. Das gelte aber auch für die eigenen Mitarbeiter, die nur noch „Bestandssicherung“ betrieben. „Wenn wir in Europa klimaneutral sein wollen, müssen wir dieses Schienennetz bauen“. Die Bahn müsse besser ausgestattet, die Vergütungsregelung gekappt und das Personalproblem gelöst werden. „In der Schweiz ist das Schienennetz immer noch nicht privatisiert und es funktioniert. Warum können wir darüber nicht nachdenken?“, fragt Guérot im NIUS-Talk.
Der Streik sei nur der Stachel im Fleisch einer über 15 Jahre nicht funktionierenden Bahnpolitik, ist die Politikwissenschaftlerin überzeugt.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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