Von Frau zu Mann und zurück: „Habe diese OP sofort bereut!“
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Die sozialen Netzwerke sind voll von Geschichten glücklicher Geschlechts-Umwandlungen, sogenannter Transitionen, voll von Bildern, die vernarbte Oberkörper nach Brust-Amputationen zeigen, als wäre es das Normalste der Welt. Von Frauen, die Testosteron nehmen, tiefe Stimmen und Bart bekommen. Von Männern, die sich Frauenkleider anziehen und sich Brüste transplantieren lassen.
Eine der bekanntesten deutschen Transpersonen auf Social Media ist Gialu. Er glorifiziert Brust-Amputationen – in der Trans-Community auch verharmlosend „Top surgery“ genannt.
Brust-Amputation: „Man denkt, das ist eine Art Wunderheilung“
Auch Sabeth Blank wurde beeinflusst von diesen Bildern. Schon immer fühlte sie sich unwohl in ihrem Mädchen-Körper, zu wenig weiblich, gleichzeitig von Männern übersexualisiert. Sie merkt früh, dass sie Frauen mag und bekommt die Idee, vielleicht im „falschen Körper“ zu stecken, eigentlich ein Mann zu sein. In Berlin lernt sie die Trans-Community kennen. Viele berichten dort geradezu überschwänglich von Geschlechts-Operationen. „Einem geht es psychologisch nicht gut und man denkt, das ist eine Art Wunderheilung“, erzählt Blank im Nachrichten-Talk „Stimmt!“.
Also geht auch Blank den Weg und lässt sich 2016 die Brüste abnehmen. Auf eigene Kosten. 5000 Euro zahlt sie bei einem Hamburger Arzt. Eine psychologische Beratung durchläuft sie vorher nicht. Viele Therapeuten wollten mit dem Thema nichts zu tun haben, so Blank. Sie würden sich nicht auskennen. „Dann landet man bei denen, die einen komplett durchwinken“.
Doch der erhoffte Effekt nach der Masektomie tritt nicht ein. Blank hat starke Schmerzen. „Ich habe es sofort bereut“, erzählt sie im Stimmt-Talk. Heute weiß sie: „Ich hatte auf jeden Fall ein psychisches Leid, aber Körperteile dafür abzuschneiden, bringt gar nichts“. Ein Jahr später setzt Blank auch das Testosteron ab und beginnt die Detransition, wird also wieder zur Frau. Sie versteht, dass Frauen auch Frauen sein dürfen, wenn sie keine langen Haare und kurze Kleider tragen.
Selbstbestimmungsgesetz birgt Gefahren
Das neue Selbstbestimmungsgesetz sieht Blank kritisch. Es könne leicht ausgenutzt werden. Zum Beispiel von Eltern, die lieber einen Sohn statt einer Tochter hätten oder umgekehrt. Denn auch diese können den Eintrag zur Geschlechtsänderung einreichen, im Namen ihres Kindes. Zum vorher geltenden Transsexuellen-Gesetz sei es eine Verschlechterung. „Vorher wurden zwei psychologische Gutachten gefordert. Das war noch eine gewisse Hürde“.
Was Sabeth Blank den Kindern und Jugendlichen rät, die mit ihrem Geschlecht hadern? „Weniger Social Media!“. Aber auch die Eltern sollten sich der Sache annehmen und zum Beispiel Hobbys der Kinder fördern, damit diese ihre Bildung nicht nur aus dem Internet bezögen.
Die ganze Folge „Stimmt!“ gibt es hier:
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