Warngau-Bürger sauer wegen 500 neuer Flüchtlinge: „Hier entsteht ein Dorf im Dorf“
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In der 3.000-Seelen Gemeinde Warngau im idyllischen Oberbayern ist eine Großunterkunft für mehr als 500 Asylsuchende geplant. Neben dem Wertstoffhof auf dem Vivo-Gelände im Gewerbegebiet Birkerfeld sollen 4 Containerwürfel mit einem Versorgungsbereich entstehen.
Die Asylunterkunft soll Abhilfe für die belegten Turnhallen in den benachbarten Urlaubsorten Schliersee und Tegernsee schaffen. Die Belegung der Turnhallen mit Migranten war als Notlösung für den Übergang gedacht, daher sollen diese zeitnah wieder geräumt werden.
Viele Warngauer Bürger befürchten nun eine Überlastung für die kleine Gemeinde. NIUS war vor Ort in Warngau und hat mit den Anwohnern gesprochen:
„Wir fühlen uns übergangen“
Viele Gewerbetreibende und Bürger haben durch Hörensagen oder über Umwege von den Plänen der Gemeinde erfahren. Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert und wünschen sich mehr Transparenz und Mitsprache.
Bei einer Bürgerversammlung am 5. Februar in Warngau, bei der rund 800 Bürger den Dialog mit den Verantwortlichen suchten, brodelt die Stimmung. Die Geschäftsleute aus dem Gewerbegebiet Birkerfeld haben Bedenken bezüglich Sachbeschädigung und Vandalismus. Einige Bürger äußern Sorgen hinsichtlich der Sicherheit für Frauen und Kinder, die von den Verantwortlichen zurückgewiesen werden. Zu Unrecht? Tatsächlich sind die Sexualdelikte im Kontext von Zuwanderung um 57 Prozent von 93 auf 146 Fälle für diese Region gestiegen. (Quelle: Sicherheitsbericht PP Oberbayern Süd 2022).

Sicherheitsbericht PP Oberbayern Süd 2022
Zahlreiche Zweifel und Sorgen konnten seitens der Verantwortlichen und des Landrats Olaf von Löwis nicht ausgeräumt werden. Viele Fragen bleiben offen, zum Unmut der Bürger.
Infrastruktur nicht ausreichend
Klaus Thurnhuber, der Bürgermeister von Warngau, befürchtet eine Überbelastung für Bildungseinrichtungen, Kinderbetreuung und Verwaltung. Auch sei die Mobilität für die Bewohner der Großeinrichtung nicht gewährleistet, da lediglich ein Hoki-Bus (ähnlich Sammeltaxis für den ländlichen Raum) für mehr als 500 Bewohner der Unterkunft zur Verfügung steht.

Knapp 3 Kilometer weiter steht ein weiteres Containerdorf im südlichen Holzkirchen.
Kommunen am Limit
Die Gemeinden müssen alle paar Wochen Migranten von den Ankerzentren auf ihre Landkreise verteilen. Aufgrund der anhaltenden Wohnungsnot sind keine passenden Unterkünfte mehr für die Asylbewerber verfügbar. Jetzt sollen die Containerdörfer Abhilfe für das akute Platzproblem schaffen. Weniger als 3 Kilometer weiter vom Vivo-Gelände entsteht ein weiteres Container-Dorf im südlichen Holzkirchen für mehr als 200 Personen. Die NIUS-Anfrage hinsichtlich Kapazitäten und spezifischer Zahlen für Warngau wurde von der zuständigen Gemeinde Miesbach nicht beantwortet.
Die Anwohner und Gewerbetreibenden aus Warngau wissen nicht, wie es weitergeht. Sie hoffen, dass der Bau der Container auf dem Vivo-Gelände doch noch abgewendet werden kann. Von den Behörden fühlen sie sich nicht gehört und im Stich gelassen.
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