Auswanderer Diego Faßnacht: Warum ich Deutschland den Rücken gekehrt habe
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Vor knapp anderthalb Jahren bin ich nach Panama ausgewandert, und ich könnte glücklicher nicht sein über diese Entscheidung.
Ich war zuvor in Deutschland recht aktiv im beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Leben involviert, so dass dieser Schritt nicht einfach gewesen ist.
Beruflich habe ich für die weltweit größte Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet und war Mitglied verschiedener Aufsichtsräte. Gesellschaftlich bin ich in meiner Heimat zweimal direkt von den Wählern in den Kreistag gewählt worden. Seit meinem 14. Lebensjahr war ich politisch aktiv. Daneben war ich noch Mitglied meines örtlichen Kirchenvorstandes.

Auswanderer Diego Faßnacht
Es war also nicht so, dass ich in der Heimat nichts zu verlieren hatte. Dieser Schritt ging natürlich mit einem gewissen Risiko einher.
Heute bin ich 32 Jahre alt und berichte gerne über meine Entscheidung.
Warum bin ich also gegangen?
Schon seit vielen Jahren verfolge ich die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland sehr kritisch. Ich blicke auf die Entwicklungen als Volkswirt und Christ.
Ab dem Jahre 2020 wurde mir klar, dass der Drops in Deutschland in vielerlei Hinsicht gelutscht ist und die weitere Entwicklung vorgezeichnet ist.
Bis zu diesem Jahr habe ich mich intensiv politisch engagiert – irrational intensiv. Immer angetrieben von dem Wunsch, etwas für mein Land zu tun, um diesem zu dienen und es vor Schaden zu bewahren. Dabei habe ich auch persönliche Nachteile in Kauf genommen.
An meine persönliche Grenze bin ich dann im Februar 2020 gestoßen, als mir auf recht eindrucksvolle Art und Weise klar gemacht wurde, dass es in Deutschland nicht mehr möglich ist, viele Dinge auf demokratischem Wege zu ändern. Ich erkannte, dass dem verschiedene Maßnahmen wie Stigmatisierung, Diffamierung und Isolierung entgegen stehen. In diesem Moment habe ich die bewusste, rationale Entscheidung getroffen, nicht mehr gegen diese Entwicklungen anzukämpfen, sondern sie als Realität anzuerkennen. Und meine persönlichen Konsequenzen daraus zu ziehen. Im Februar 2020 habe ich zum ersten Mal ernsthaft über das Thema Auswandern nachgedacht.
Nun, was sind diese Entwicklungen, die ich in Deutschland sehe, die aus meiner Sicht gar nicht mehr veränderbar sind?
Ich möchte dies einmal in die Bereiche Wirtschaft, Gesellschaft und Politik unterteilen:
Wirtschaft
Thema Nummer eins für die künftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ist der demographische Wandel. Weder die Politik, noch die Gesellschaft und die Wirtschaft, haben ansatzweise verstanden, was dieser für Deutschland bedeutet.
Deutschland ist bereits heute – mit Blick auf das Durchschnittsalter der Bevölkerung – das zweitälteste Land der Welt, gleich nach Japan.
In den kommenden Jahrzehnten wird sich die Anzahl der Erwerbstätigen von 42 Millionen auf unter 28 Millionen Menschen reduzieren – ohne Netto-Zuwanderung oder -Abwanderung. Parallel steigt die Anzahl der nicht mehr erwerbstätigen Menschen im Land.
Dies hat die bekannten Folgen auf das Rentensystem. Die Deutsche Bundesbank geht davon aus, dass die Rentenbeiträge der Angestellten auf 29% steigen müssen, um die künftigen Rentner zu finanzieren.
Genauso betroffen ist allerdings auch die Deutsche Krankenversicherung. Es ist einfach so, dass vor allem ältere Menschen teure Krankheiten haben.
Höhere Arbeitskosten reduzieren den Anreiz, in Deutschland zu investieren. Für Erwerbstätige reduzieren sie den Anreiz, in Deutschland zu arbeiten.
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Ich halte diese Kosten aber noch nicht mal für die dramatischste Folge des demographischen Wandels – noch viel krasser ist die ausbleibende Innovation von jüngeren Menschen. Der durchschnittliche Wähler zur Bundestagswahl ist bereits jetzt über 55 Jahre alt. Das erklärt beispielsweise, warum die Digitalisierung nicht wirklich für wichtig gehalten wird in Deutschland.
Für eine Gesellschaft mit einem Durchschnittsalter von 27 spielt die Digitalisierung naturgemäß eine größere Rolle als für eine Gesellschaft – wie die deutsche – mit einem Durchschnittsalter von 47. In jener sind dann eher Themen der Verlangsamung statt der Beschleunigung angesagt. Dies kann man in Deutschland beispielsweise gut an den Debatten um Tempo 30 in Städten oder Fluglärm erkennen. Eine Wirtschaft ohne Innovation und mit weniger Erwerbspersonen wird schrumpfen.
Nun könnte man sagen, das Problem könnte man durch die Einwanderung lösen. Doch in Deutschland ist es eher der Fall, dass derjenige, der Geld oder eine gute Ausbildung besitzt – also finanzielles Kapital oder Humankapital – eher daran denkt, Deutschland zu verlassen als einzuwandern. Diejenigen, die nach Deutschland kommen, sind größtenteils weder mit großem Finanzkapital noch mit Humankapital ausgestattet.
Es müssten also dringend Anreize geschaffen werden, damit erstgenannte nach Deutschland kommen. Das Problem dabei ist nur folgendes: Menschen wandern gewöhnlich in Länder ein, die ihnen – wenn nicht vorwiegend, so doch zumindest auch – ein finanziell besseres Leben ermöglichen. Mit nur einem Blick auf die Steuer- und Abgabelast in Deutschland stellt man aber rasch fest, dass man unter diesem Gesichtspunkt einen großen Bogen um Deutschland machen sollte.
Wenn man jetzt noch die höchsten Energiepreise der Welt dazu nimmt, verdüstert sich das Bild weiter.
Und in der Zukunft drohen eher höhere Steuern und Sozialabgaben, da sie eben noch weniger Schultern zu tragen haben.
Aber nicht nur aufgrund des demographischen Wandels drohen neue Steuern, sondern auch deshalb, weil Deutschland in der Europäischen Union der Umverteilungs-Union – zu Lasten Deutschlands – zugestimmt hat.
Bereits 2020 hat die Bundesregierung der gemeinsamen EU-Verschuldung, die Deutschland netto mehr als 80 Milliarden Euro gekostet hat, zugestimmt. Der damalige Finanzminister und heutige Bundeskanzler Olaf Scholz betrachtete diese gemeinsame Verschuldung als einen Einstieg in eine zukünftige Finanzierung der EU. Es drohen also noch weitere Maßnahmen wie diese.

Diego Faßnacht lebt jetzt glücklich in Panama
Schon seit vielen Jahren erfolgt eine implizite Umverteilung innerhalb der Euro-Staaten über die Europäische Zentralbank (EZB). Staatsanleihen von überschuldeten Euro-Staaten werden gekauft, damit der Markt nicht den Risikoaufschlag – der marktgerecht wäre – realisiert und damit die Staatsfinanzierung in diesen Ländern teurer macht. Das ist Umverteilung pur.
Ein drittes Thema hat wirtschaftlich massive Auswirkungen: die sogenannte „Klimaschutzpolitik“.
Die Verteuerung der Nutzung von Energie durch Reduzierung von günstiger Energieerzeugung hemmt natürlich auch wirtschaftliches Wachstum. Vor allem im Wettbewerb mit anderen Teilen der Welt droht der Abstieg, oder vollzieht sich bereits. Energieintensive Produktion verschwindet schon länger aus Deutschland, und das wird es wohl auch zukünftig.
Das ist vor allem ein Problem für die vielen seit 2014 illegal nach Deutschland gekommenen Menschen – oftmals Geringqualifizierte. Hat die deutsche Automobilindustrie diesen Menschen in der Vergangenheit oftmals gute Jobs ermöglicht, wird dies in Zukunft nicht mehr der Fall sein.
Um ein Elektroauto zu bauen, werden andere Menschen mit anderen Qualifikationen benötigt als zum Bau eines Verbrennerautos. Im Endeffekt werden diese Menschen auf absehbare Zeit – aufgrund ihrer geringen Qualifikation – noch zusätzlich von den wenigen Erwerbstätigen zu finanzieren sein.
Aus meiner Sicht ist schon ein einziges der genannten Themen – sei es der demographische Wandel, die EU-Umverteilung oder die Folgen der Klimawandel-Politik – eine massive Belastung. Alle zusammen sind mehr als zu viele.
Hinzu kommt, dass derjenige, der in Deutschland gern selbst Vermögen aufbauen will, die denkbar schlechtesten Voraussetzungen vorfindet – aufgrund des Steuer- und Abgabensystems.
Ich betrachte die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die nächsten Jahre – und ja, auch für die nächsten Jahrzehnte – sehr negativ.
Gesellschaftlich
Die oben genannten Themen haben natürlich auch massive gesellschaftliche Implikationen.
Der demographische Wandel ist ein großes Thema. Dazu kommen die Folgen der illegalen Massenmigration seit 2014. Es sind nicht nur Millionen größtenteils geringqualifizierte Menschen nach Deutschland eingewandert, sondern vor allem junge Männer mit einer ganz anderen Gesellschaftsvorstellung.
Diese werden über kurz oder lang über den Familiennachzug und Fortpflanzung die Bevölkerungszusammensetzung Deutschlands massiv ändern. Insbesondere deshalb weil sie weitestgehend einer Alterskohorte entspringen.
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Der demographische Wandel hat bereits in den letzten 15 Jahren den gesellschaftlichen Druck auf die Frauen erhöht, ihre Erwerbsbeteiligung zu erhöhen.
Eine Kombination aus Wirtschaftslobbyisten (die Arbeitskräfte benötigen) und immer radikaleren Feministen, hat es geschafft, gesellschaftlich zu verankern, dass eine vorrangige Sorge der Frau um Kinder und Familie negativ zu bewerten sei. Jeder, der dieses Lebensmodell dennoch für sich und seine Familie vorsieht, muss kritische Bewertungen befürchten.
In der Folge dessen werden die Frauen in Deutschland immer älter, bevor sie das erste Kind bekommen. Liegt das Durchschnittsalter für das erste Kind einer Frau in Deutschland jetzt bei 30,5 Jahren, liegt es in vielen anderen Ländern der Welt deutlich niedriger (USA: 26; viele Länder Südamerikas: 20). Kinder werden damit in der Gesellschaft zur Ausnahme.
Die gesamte woke Propaganda, inklusive Gender-Ideologie und Radikal-Feminismus, spaltet und zerstört die Gesellschaft. Sie raubt der Gesellschaft sogar ihre Grundlage.
Falls Gott mir in der Zukunft Kinder schenkt, dann möchte ich diese nicht diesem Wahnsinn aussetzen.
Politisch
In den letzten Jahren hat sich zunehmend der Eindruck bei mir verfestigt, dass das System in Deutschland von einer regelbasierten Vorgehensweise zu einer immer willkürlicheren übergeht.
Ich bin gerne bereit zu akzeptieren, dass andere Menschen andere Meinungen haben.

Diego Faßnacht und seine Verlobte
Aber ich zahle nicht auch noch für die Propaganda gegen meine eigenen Überzeugungen. Sei es durch die Zwangsabgabe zum Meinungsfunk oder die von staatlicher Seite mittlerweile betriebene Propaganda. Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Als ich ausgewandert bin, war ich der Überzeugung, dass in den nächsten Jahren kaum Besserung zu erwarten sei. Leider fühle ich mich heute darin bestätigt. Die Probleme haben sich jeweils noch erweitert beziehungsweise verfestigt.
Befreiung
Keiner ist verpflichtet in Deutschland zu bleiben und dieses Schicksal zu erleiden.
Als mir klar wurde, dass ich persönlich nichts an dieser Situation ändern kann, wurde mir klar, dass ich auch keine moralische Verpflichtung habe, diese Entwicklungen erstens finanziell zu unterstützen und zweitens persönlich zu erleiden.
Außerhalb von West-Europa und den Küsten der USA (zufälligerweise die Orte, die sich demographisch im weltweiten Vergleich im Niedergang befinden) gibt es genügend Orte, wo die Welt noch normal ist.
Insbesondere wenn man nicht links, Christ und persönlich wirtschaftlich rational ist, bieten sich viele bessere Möglichkeiten als in Deutschland zu leben.
Die Covid-Pandemie hat den Menschen darüber hinaus gezeigt, dass sie ihre Arbeit von nahezu jedem Ort ausüben können.
Jedem steht es frei, sich das Leben auszusuchen, das man für sich persönlich für am besten hält. Diesen Weg bin ich bereits gegangen und kann ihn nur jedem empfehlen. Ich persönlich habe mich für Panama entschieden. Ein Land, dessen Entwicklung und Grundeinstellungen besser zu den meinigen passt, als das heutige Deutschland.
Ich weiß, dass ich in meinen Entscheidungen enorm konsequent bin und genau das vielen Menschen schwer fällt. Wichtig ist immer eine rationale Analyse der eigenen persönlichen Situation.
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