Warum viele Menschen nachts wach werden: Angst vor der Wolfsstunde
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Nachts zwischen drei und vier Uhr beginnt, was Wissenschaftler die „Wolfsstunde“ nennen: Millionen Menschen schrecken in dieser Zeit aus dem Schlaf hoch, wälzen sich unruhig hin und her, können nicht wieder einschlafen. Neueste Forschungen haben herausgefunden, woran das liegt.
Ohne ersichtlichen Grund wacht man nachts manchmal auf. Der Versuch, schnell wieder einzuschlafen, scheitert oft kläglich. Viele wälzen sich unruhig im Bett, schauen auf die Uhr und siehe da: Es ist die Wolfsstunde. Woher das etwas unheimlich klingende Wort „Wolfsstunde“ kommt, ist nicht genau belegt. Vermutlich stammt der Begriff aus der nordischen und germanischen Mythologie und beschreibt die Zeit, als Menschen in der Dunkelheit besonders verletzlich waren und Wölfe für sie eine Gefahr bedeuteten.
Zwischen drei und vier Uhr morgens spielen die Hormone verrückt
Dabei handelt es sich um ein medizinisches Phänomen, über das der Focus berichtet: Zwischen drei und vier Uhr morgens ist der Melatoninspiegel sehr hoch, während die Cortisol- und Serotoninspiegel niedrig sind. Dadurch kommt es zu einem hormonellen Ungleichgewicht, was die Schlafqualität stört - und zum Aufwachen führt. So entstehen Schlafstörungen, die Millionen Menschen schon erlebt haben.
Serotonin ist als das Glückshormon bekannt. Es verbessert die Stimmung und beruhigt. Sonnenlicht kurbelt die Serotoninproduktion an, bei Dunkelheit wird das Hormon in Melatonin umgewandelt – vorausgesetzt, es ist genug Serotonin vorhanden. Melatonin wiederum ist das Schlafhormon. Wenn es abends ausgeschüttet wird, sinken die Körpertemperatur, der Blutdruck und der Energieverbrauch – und die Müdigkeit setzt ein. Nachts zwischen zwei und vier Uhr ist die Melatonin-Produktion am höchsten, danach nimmt sie langsam wieder ab.
Der Gegenspieler von Melatonin ist Cortisol, das Stress- oder Wachmacherhormon. Es nimmt zu, wenn der Melatoninspiegel absinkt, und sorgt dafür, dass wir wach werden und uns fit fühlen – indem sich unter anderem die Atemfrequenz beschleunigt und den Blutdruck erhöht.
Und das alles geschieht zur Wolfstunde
Was Mediziner jetzt wissen: Zur Wolfsstunde ist unser Gehirn weniger durchblutet. Das fördert negative Gefühle.
Wer mitten in der Nacht aufwacht, blickt zuerst auf die Uhr. „Menschen denken sofort darüber nach, wie lange sie noch schlafen können, bevor sie aufstehen müssen“, sagt US-Schlafexpertin Jennifer L. Martin von der Universität in Kalifornien. Betroffene versetzen sich damit aber in eine Stresssituation. Und wer gestresst ist, kann nicht schlafen.
Zwei Tipps von Schlaf-Experten: Wenn Sie auf die Toilette müssen, schalten Sie nicht das Zimmerlicht an. Durch helle Lichtstrahlen wird die Ausschüttung von Melatonin gebremst. Und: Wer nicht wieder einschlafen kann, sollte sich im Bett nicht unnötig drehen und wenden. Lieber das Gehirn auf andere Gedanken bringen, zum Beispiel in einer Zeitschrift blättern.
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