WDR-Debatte: Für was es wirklich Warn-Hinweise bräuchte
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Der WDR warnt vor Otto-Filmen, vor Harald-Schmidt-Witzen und den „Geschichten vom kleinen Muck“ – alles diskriminierend, nicht mehr zeitgemäß, einen schützenden Warn-Hinweis für die offenbar nicht zur Kontextualisierung fähigen Zuschauer. Mehr noch: Der öffentlich-rechtliche Sender unterstellt den genannten Künstlern und Figuren gar eine „diskriminierende Haltung“.
Doch wie wäre es, wenn die öffentlich-rechtlichen Medien ihrem Informationsauftrag nachkämen und wirkliche, relevante Warnhinweise absenden würden? Eine (unvollständige) Auswahl:
▶︎ Zum Beispiel, dass unser Rentensystem dem Tode geweiht ist. Im Wahlkampf hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) versprochen, das Rentenniveau konstant zu halten und weder die Beiträge bald zu erhöhen, noch das Renteneintrittsalter von 67 Jahren zu erhöhen. Wer das mit Blick auf den demografischen Wandel glaubt, wird aber seelig.
Schon heute schießt der Bund knapp 109 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkasse – das ist beinahe ein Viertel des gesamten Bundeshaushaltes. Und jedes Jahr werden es mehr. In den 60er Jahren zahlten rechneirsch sechs Erwerbstätige für einen Rentner, heute sind es 21, in den 30er Jahren werden es noch 15 sein. Wo ist also der Warnhinweis, sich dringend mit privater Altersvorsorge zu beschäftigen?

Die Rente ist für junge Menschen alles andere als sicher.
▶︎ Passend dazu: Work-Life-Balance, 4-Tage-Woche, Sabbatical und YOLO („You only live once“) klingen zwar allesamt nice und entspannt, haben gerade bei jungen Menschen mit mittelmäßigen Einkommen (aber gratis Fritz-Kola im Kühlschrank) vor allem eines zur Folge: Altersarmut (vgl. Rente).
▶︎ Apropos gratis Fritz-Kola: Es gibt wenig Dinge auf der Welt, die gefährlicher sind als Übergewicht. Daran wird auch der Bodypositivity-Trend nichts ändern. Es ist hochgradig gesund, mit sich selbst und seinem Körper im reinen zu sein und sich nicht von exagenen Schönheitsidealen allzusehr beeinflussen zu lassen. Ungesünder ist aber starkes Übergewicht: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetis, Gicht, Gelenkschmerzen und besonders schwere Verläufe bei Corona sind da nur ein paar Risikofaktoren. Bei allem Verständnis für Selbstliebe sind gesunde Ernährung, Bewegung und Sport den einen oder anderen Hinweis wert.
▶︎ Und wo wir gerade bei Gesundheit sind: Angst macht krank. Die deutsche Debatte und Berichterstattung rund um den Klimawandel ist von nichts als schrecklichen Prognosen, Worst-Case-Szenarien und Endzeit-Stimmung geprägt. Kein Wunder also, dass sich wohlbehütet aufgewachsene Kinder auf die Straße kleben, weil sie Angst haben, ihre Großmutter könnte nach einem Sturz auf den heißen Asphalt fest-grillen (kein Scherz, das hat Letzte-Generation-Gesicht Carla Hinrichs gesagt) oder Milliarden (!) Menschen müssten wegen der Hitze ihr Zuhause verlassen. Beides ist selbstredend Unsinn. Ein Warnhinweis könnte das aber verdeutlichen.
▶︎ Die Antwort auf Identitätskrisen in der Pubertät oder jungem Alter lautet nicht immer „Trans“, im Gegenteil: nur sehr selten. Der Wechsel des Geschlechts wird aber medial zur absoluten Normalität erklärt. Dass dabei schwerste Operationen notwendig werden, dass gesunde Organe entfernt und durch gefühllose Attrappen ersetzt werden, dass solche Menschen nie mehr Kinder bekommen und keinen Orgasmus erleben werden, ist mir noch nie in Form eines Warn-Hinweises begenet. Auch nicht, welche Folgen es für die Entwicklung eines jungen Menschen hat, die Pubertät mit starken Medikamenten aufzuhalten. Junge Menschen auf der Identitätssuche brauchen Unterstützung und Akzeptanz aus Familie, Freundeskreis und möglicherweise auch von Psychologen – keine einfache Antwort, die da Geschlechterwechsel heißt.
Welche gesellschaftlichen Entwicklungen, Phänomene oder Zukunftserwartungen bräuchten in Ihren Augen auch einen Warn-Hinweis? Schreiben Sie mir Ihren Vorschlag an [email protected].
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