Würde eher rechts wählen: Holocaust-Überlebender und Nazi-Jäger Klarsfeld kritisiert die französische Linke
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Der in Frankreich als Nazi-Jäger bekannte Jurist Serge Klarsfeld hat mit Äußerungen bezüglich seiner Wahlentscheidung für Schlagzeilen gesorgt. Die Jüdische Allgemeine, die als Erstes über sein Interview mit dem Fernsehsender LCI berichtete, titelt: „Nazi-Jäger und Schoa-Überlebender Serge Klarsfeld: In Stichwahlen würde ich Le Pen wählen“.
Der Nazi-Jäger sagte im Interview, dass er in einer Stichwahl zwischen der linken Partei „La France insoumise“ und dem rechten Gegenspieler „Rassemblement National“ (RN) für letztere stimmen würde. „Rassemblement National“, bekannt für die Kandidatin Marine Le Pen, sei mittlerweile eine pro-jüdische Partei. RN unterstütze die Juden und setze sich für den Staat Israel ein. Für die linke Partei findet der Nazi-Jäger keine guten Worte. „Dezidiert antijüdisch“ sei „La France insoumise“. Bei der anstehenden Wahl wird Klarsfeld dennoch für eine Partei der Mitte stimmen.
Der Franzose Serge Klarsfeld und seine deutsche Frau Beate wurden als „Nazi-Jäger“ bekannt, weil sie versteckte NS-Verbrecher aufspürten. In den 1970er Jahren entdeckten sie den berüchtigten Gestapo-Chef Klaus Barbie, der sich in Bolivien versteckt hielt und wegen seiner Grausamkeit den Spitznamen „Schlächter von Lyon“ trug.

„La France insoumise“-Ikone Jean Luc Melenchon (Mitte) steht für eine anti-israelische Position – oft wird er als Antisemit gehandelt.
Antisemitismus von Links
Oftmals wird das Problem des Judenhasses als ein dominant rechtes dargestellt, zum Beispiel, indem die öffentlich-rechtlichen Sender rechte Symbolbilder als Optik für ihre Berichterstattung von gestiegenen antisemitischen Fallzahlen nutzen. Linke NGOs gehen sogar so weit, die jüdische Parole „Nie wieder“ im Kampf gegen Rechts einzusetzen, oftmals Seite an Seite mit Antisemiten.
Die Diskrepanz zwischen der öffentlichen Meinung und der jüdischen Realität beim Thema Antisemitismus wird besonders deutlich in einem Diagramm der Le Parisien. Französische Juden zeigen hier ganz genau auf, dass die größte Gefahr für sie aus der islamistischen und linken Ecke kommt.

Quelle: Le Parisien
Während 33 Prozent der Franzosen den Ursprung des Judenhasses im Rechtsextremismus vermuten, stimmen dieser Hypothese lediglich 10 Prozent der französischen Juden zu. Diese sehen den Ursprung eher im Israelhass (73 Prozent), Islamismus (56 Prozent) und dem Linksextremismus (42 Prozent). Letzterer erlebte seit 2022 eine Steigerung von 100 Prozent.
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