Der Tatort soll „demokratiestiftend“ sein? Nein – er ist eine linke Klischeefabrik
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Der „Tatort“ diene der Demokratie. Ja, der Krimi am Sonntagabend sei „demokratiestiftend“. So behauptet es der Vorsitzende der ARD, Herr Florian Hager. Die Aussage ist kaum zu glauben.
Wer nämlich den Ermittlern in Stuttgart, Wien, Frankfurt, Hannover und anderswo folgt, der bekommt ein stabiles Feindbild geliefert. Die Bösen, das sind die Unternehmer, die Biodeutschen, die Rechten – nicht die Linken, nicht die Migranten, nicht die Bürgergeld-Bezieher. Mit Demokratie hat das nichts zu tun.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Der „Tatort“ ist eine Anleitung zum Unmündigsein. Drehbücher aus der Klischeefabrik machen den Krimi zur Staatsbürgerkunde für anspruchslose Untertanen.
Staatsfromme Gesinnungstreue
Die Aussage des Herrn Hager ist bemerkenswert. Gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit sagte Hager: „Die Lindenstraße oder der Tatort mit ihren riesigen Reichweiten haben vielleicht mehr in der Gesellschaft bewegen können, etwa für die Integration, als manche Doku-Reihe. In meinen Augen ist das demokratiestiftend.“ Behauptet Florian Hager, der zugleich der Intendant des Hessischen Rundfunks ist.
Die Dauerserie „Die Lindenstraße“ war der Versuch, aus kleinen Konflikten in der Multikulti- und Chai-Latte-Welt ein Loblied auf ebendieses Milieu zu komponieren.
Der „Tatort“ steht der „Lindenstraße“ an staatsfrommer Gesinnungstreue in nichts nach. Die immer gleichen Schurken treffen auf die immer gleichen Helden. Jeder „Tatort“ entlockt Luisa Neubauer, Heidi Reichinnek und Bärbel Bas ein wohliges Einverstandensein.
Überall Rechtsextreme
Nehmen wir die Stuttgarter Folge vom Januar. Sie hieß „Verblendung“ – und verblendet war natürlich das in den „Tatort“-Drehbuch-Fabriken notorisch verhasste Figurenpersonal. Rechte und Rechtsextreme also, was im „Tatort“ keinen Unterschied macht, Systemkritiker, Demokratieskeptiker.
Einer rechtsextremen Verschwörerin wird das Friedrich-Merz-Zitat von den „kleinen Paschas“ in den Mund gelegt. Der Kampf gegen Rechts ist im „Tatort“ auch ein Kampf gegen die CDU.
Die ARD schob einen Erklärfilm nach, damit niemandem die Botschaft entgehe.
Die Gefährlichkeit der Gruppe um Prinz Reuss ist nicht erwiesen. Es gab bisher rund 80 Verhandlungstage, das Ende ist offen. Für den „Tatort“ spielt das keine Rolle – man will ja warnen vor den Rechten und vor denen, die man für Rechte hält. Sozialkundelehrer, Antifa-Aktivisten und Grüne Jugend freut das.
Die Lehre der Stuttgarter „Verblendung“ geht über den Kampf gegen Rechts hinaus. Extremismus, erfahren wir, beginnt, wenn Demokratie lächerlich gemacht wird.
Wie bitte, Herr ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam? Demokratie sollte stark genug sein, um es zu ertragen, wenn manchmal über sie gelacht wird. Außerdem ist ein beliebter Trick: Kritik am Staat wird zur Kritik an der Demokratie erklärt und damit ins Vorfeld der Verfassungsfeindlichkeit geschoben.
Womit wir beim „Tatort“ aus Österreich vom Juni wären. Die Folge hieß „Wir sind nicht zu fassen“. Ihr Thema: Querdenker bedrohen die Demokratie – und Querdenker ist, wer aufmuckt. Querdenker war, wer sich die staatlichen Corona-Maßnahmen nicht gefallen ließ. Eine solche Moral hätte absolutistische Herrscher des 19. Jahrhunderts ganz ungemein erfreut.
Die woke Drehbuch-Fabrik
Oder nehmen wir den „Tatort“ des Hessischen Rundfunks von Oktober 2024: „Murot und das tausendjährige Reich.“ Der Film hielt, was der Titel versprach. Die FAZ bilanzierte: Regisseur und Autor „nehmen sich rechte Indoktrination und ihre Auswirkung auf Kinder und junge Erwachsene vor“.
Schon Anfang 2017 urteilte die Süddeutsche Zeitung nach einem „Tatort“ aus Frankfurt am Main: „Der Mörder ist immer der Rechtsextreme“. Weiter hieß es zum Inhalt: „Kommissar Brix kommt an seine Grenzen, als die transsexuelle Untermieterin Fanny die ganze Wohnung mit Flüchtlingen belegt.“ Schon damals lief die woke Drehbuch-Fabrik auf Voll-Last.
Der Mörder ist der Unternehmer
Sollte doch einmal ein Migrant verdächtigt werden, ist er garantiert am Ende unschuldig. So im Hannoveraner „Tatort“ namens „Im Wahn“ vom April dieses Jahres. Wirklich finster sind hingegen die Umtriebe in der hippen KI-Branche.
Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft kam schon 2024 zum Ergebnis: In den zurückliegenden sechs Jahren waren am häufigsten Unternehmer, Manager und Selbständige die Mörder.
Die Demokratie, die der „Tatort“ angeblich stiftet, ist eine trübselige Angelegenheit: eine Volksherrschaft ohne Volk, aber mit jeder Menge Volksfeinde. Der „Tatort“ verteufelt die Marktwirtschaft, fremdelt mit der Freiheit, glorifiziert Migranten und verwirft ein selbstbewusstes Bürgertum. So ist er selbst, was er seinen Tätern vorwirft: demokratieskeptisch.
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Alexander Kissler
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