Deutschland sollte von Trump lernen – und ihn nicht verteufeln
Ein Beitrag von
Eine halbe Stunde dauerte die erste Rede des neuen amerikanischen Präsidenten. Donald Trump sieht die Vereinigten Staaten in einem schlechten Zustand. Er, Trump, werde das ändern. Das „goldene Zeitalter Amerikas“ beginne jetzt.

Donald Trump hielt eine kraftvolle Rede bei seiner Amtseinführung.
Für Deutschland sind zwei Gedanken besonders wichtig. Es ist höchste Zeit, dass die deutsche Politik von Trump lernt und begreift: Ein Land, das blühen will, braucht einen gesunden Patriotismus. Ein Land, das blühen will, braucht einen gesunden Ehrgeiz. An beidem mangelt es in Deutschland. Darum blüht hier so wenig.
Die aktuelle Folge von „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Man könnte es für die normalste Sache der Welt halten, wenn ein amerikanischer Präsident nach seiner Vereidigung erklärt, er wolle „Amerika ganz einfach an die erste Stelle setzen“. Er ist ja der amerikanische Präsident. Das amerikanische Volk hat ihn gewählt, nicht das brasilianische oder das österreichische.
Doch solche Normalitäten fristen in Deutschland ein Nischendasein. Auch Olaf Scholz hielt am Beginn seiner Amtszeit eine Inaugurationsrede, seine erste Regierungserklärung. Damals, Mitte Dezember 2021, redete der Kanzler dreimal so lang wie Trump. Fast anderthalb Stunden stand Scholz am Rednerpult des Bundestags. Von nationalen Interessen war auch da die Rede. Was aber versteht Scholz darunter? Wo liegt der Unterschied zu Trump? Hören wir hin:
Das ist eine sehr klare Aussage. Olaf Scholz wählt den Superlativ, um keinen Zweifel zu lassen. Das „wichtigste nationale Anliegen“ Deutschlands sei die europäische Einigung – und das meint die immer engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union. Deutschland, heißt das, soll gemeinsam mit den Interessen anderer Länder seine eigenen Interessen verfolgen.
Patriotismus ohne Nationalismus
Ich finde das ähnlich widersprüchlich wie ein Pferd, das mit den Vögeln fliegen will, weil beide ja Strecken zurücklegen. Oder wie ein Hochseeschiff, das zum Meeresgrund tauchen will, weil sich beide ja im Wasser bewegen. In Deutschland, meine ich, sollten deutsche Politiker Deutschland „ganz einfach an die erste Stelle setzen“ – kühl, selbstbewusst, ohne nationalistisches Getöse.
Doch das reicht nicht. Hinzukommen muss ein Zweites. Ebenso wichtig wie die richtige Prioritätensetzung ist der Geist, in dem die Dinge angepackt werden. Donald Trump hat diesen Spirit für sein Land so formuliert:
Das ist sehr amerikanisch gedacht. Diesen Geist der Pionierzeit gab es in Deutschland nicht. Aber es gab die Gründerzeit, als das Kaiserreich boomte. Es gab und gibt Erfindungsreichtum und jede Menge Neugier. Was es aber nicht mehr flächendeckend gibt, ist der Ehrgeiz, dieses „Lebenselixier einer großen Nation“ (Trump), – und das Bekenntnis zum Ehrgeiz.
Wer Großes leisten will, muss es zunächst einmal wollen. Große Ideen gedeihen nur in einem Umfeld, in dem das Wagnis geschätzt, das Scheitern toleriert und Leistung gewürdigt wird. Der deutsche Nachholbedarf ist da gigantisch.
Im Bremserhäuschen
Amerika mag aus Erbauern, Erfindern und Unternehmern bestehen – Deutschland wird regiert von Verwaltungsfachleuten, Bedenkenträgern und Freiheitsfeinden. Liebe Bundesrepublik: So wird das nichts. So bleibt dir nur der Platz im Bremserhäuschen der Weltgeschichte.
Der Antritt von Donald Trump kann eine gewaltige Chance sein. Deutschland hat die Wahl: Panisch im Abseits zu verharren und sich mit schlotternden Knien den anderen europäischen Staaten zuzuwenden. Oder aber Deutschland lässt sich von Trump inspirieren und findet eine eigene, eine deutsche Antwort, eigene Interessen auszuformulieren.
Ohne gesunden Patriotismus und ohne den gesunden Ehrgeiz einer Nation triumphieren nur die Kleingeister und herrscht nur das Mittelmaß. Deutschland sollte von Trump lernen, statt ihn zu verteufeln.
Lesen Sie auch:
Trump entlarvt Deutschland als Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten
Mehr NIUS:
Universitäten kämpfen mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ gegen die AfD: Das ist eine Grenzüberschreitung
Die evangelische Kirche macht sich mit „Reli fürs Klima“ lächerlich: Rette sich, wer kann!
Berlin verslumt immer mehr – und die Politik organisiert die Verwahrlosung
Für das ZDF ist innere Sicherheit ein gefühltes Problem: Im „Morgenmagazin“ herrscht die rosarote Brille
Die Wirtschaftsnation liegt auf der Intensivstation – und damit ganz Deutschland
Die AfD will die CDU zerstören? Das machen die Christdemokraten gerade selbst
So entsteht ein neues Staatsvolk: Die rekordhohen Einbürgerungen sind kein Grund zur Freude
Deutschland verdummt, auch wegen der Migration: Die Bildungsnation wurde zum Land der Bildungsverlierer
Mehr NIUS:
Für das ZDF ist innere Sicherheit ein gefühltes Problem: Im „Morgenmagazin“ herrscht die rosarote Brille
Die Wirtschaftsnation liegt auf der Intensivstation – und damit ganz Deutschland
Die AfD will die CDU zerstören? Das machen die Christdemokraten gerade selbst
So entsteht ein neues Staatsvolk: Die rekordhohen Einbürgerungen sind kein Grund zur Freude
Deutschland verdummt, auch wegen der Migration: Die Bildungsnation wurde zum Land der Bildungsverlierer
Ich schäme mich für unseren Kanzler – aus diesen fünf Gründen
Die CDU unterwirft sich: in Baden-Württemberg den Grünen, in Rheinland-Pfalz der SPD
Der Staat als Fetisch: Bärbel Bas schadet Deutschland
Alexander Kissler
Artikel teilen
Kommentare