Die AfD ist auf dem Sprung zur Volkspartei
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Die AfD wird für immer mehr Menschen zur wählbaren Alternative: So lautet der demoskopische Befund im Spätsommer des Jahres 2025. Längst steht über den Wasserstandsmeldungen der Meinungsforscher nicht mehr die Zeile: „Schock-Umfrage“. Ein Schock, der so regelmäßig kommt wie das Sechsuhrläuten in Bayern, ist kein Schock, sondern eine Zeitansage.
Die AfD behauptet sich, die AfD legt zu. Das empört die einen und erfreut die anderen. Jenseits aber von Ablehnung oder Zustimmung gilt: Die AfD schickt sich an, Deutschlands letzte Volkspartei zu werden.
Die aktuelle Folge „Kissler Kompakt“ sehen Sie hier:
Was tut sich in Sachsen-Anhalt?
Eine Volkspartei muss über zwei Eigenschaften verfügen: Sie muss das Volk verstehen und sie muss in ihm breit verankert sein. An letzterem hapert es bei der AfD, weshalb sie noch keine gesamtdeutsche Volkspartei ist. Sie ist in fast allen Landesparlamenten und auf kommunaler Ebene vertreten, stellt aber nur sehr wenige Bürgermeister oder Landräte, von Ministerpräsidenten ganz zu schweigen. Die vereinigte Parteien-Abwehr funktioniert.
Womöglich ändert sich das im kommenden Jahr. Die AfD könnte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit der Sitze erringen. Dann müsste ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Eine aktuelle Umfrage taxiert die AfD dort bei 39 Prozent, dem höchsten je gemessenen Wert.
Das größte Pfund der AfD
Der Status als Opposition verzögert den Aufstieg zur Volkspartei, nutzt der AfD aber bundespolitisch. Die Ausgrenzung durch die anderen Parteien ist ihr größtes Pfund. Je länger die AfD am Rand stehen muss, desto mehr profitiert sie vom Gebolze auf dem Feld. Sie darf ja nicht mitspielen. Keinen größeren Gefallen könnten ihr die politischen Mitbewerber tun. Fast niemand glaubt den Akteuren, was sie zur Ablenkung vom eigenen Versagen behaupten: dass alles besser sei als eine Machtbeteiligung der AfD.
Die Zustände in Deutschland schreien an vielen Stellen zum Himmel – in der Wirtschaft, der inneren Sicherheit, der Asyl- und Migrationspolitik. Die etablierten Kräfte stolpern von einer Niederlage zur nächsten. Der FC Deutschland ist in den Abstiegskampf verwickelt.
Wer sich in einer solchen Situation gegen frische Kräfte sperrt, der will nicht gewinnen; der will nur auf dem Spielfeld bleiben. Diesen Eindruck vermitteln CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne. Sie verkennen: Die AfD kann sich als Daueropposition zugutehalten, für den allgemeinen Niedergang nicht verantwortlich zu sein. Sie darf ja nicht mitentscheiden. Alle anderen Parteien haben ihre Aktien an der deutschen Malaise.
Ein AfD-Potential von 34 Prozent
Darum haben die konzertierten Abwehrmaßnahmen von Politik, Medien, Justiz und Geheimdienst keinen Effekt auf das Wahlverhalten. Es ist einer wachsenden Minderheit schlicht egal, welche Texte dieser oder jener Verfassungsschutz produziert. Es spielt für eine wachsende Minderheit keine Rolle, ob Politiker alarmiert oder Journalisten panisch sind. Selbst die Verwerfungen innerhalb der AfD, etwa in Nordrhein-Westfalen oder Bayern, schrecken nicht ab.
Gerade hat die AfD laut Insa ein rekordhohes Wählerpotential von 34 Prozent erreicht. Bei Forsa rangiert die AfD in der Sonntagsfrage zum vierten Mal in Folge vor der Union: mit 26 zu 25 Prozent. Seit der Bundestagswahl haben sich demnach knapp zwei Millionen Menschen von CDU/CSU abgewandt – und sich gut zweieinhalb Millionen Menschen der AfD neu zugewandt. Auch diese Tendenz spricht für den Weg hin zur Volkspartei.
Programmatische Lücken bei CDU und SPD
Union und SPD wollen die programmatischen Lücken, die sie lassen, nicht schließen. Die CDU ist als Regierungspartei nur ein Schatten jener migrationspolitischen Law-and-Order-Partei, als die sie im Wahlkampf auftrat. Und die SPD ist keine Arbeiter- und Angestelltenpartei mehr, sondern eher eine Interessenvertretung der Sozialhilfeempfänger und Zugewanderten.
Nach Schwimmbädern, Marktplätzen und Bahnhöfen droht die Eisdiele zum Tatort enthemmter Migrantengewalt zu werden. Die etablierten Kräfte wollen ihrer Verantwortung nicht ins Auge sehen. Sie kämpfen leidenschaftlicher gegen „Hass und Hetze“ als gegen Mord und Totschlag im öffentlichen Raum. Sie beschimpfen die Kritiker der Zustände, ohne die Zustände wirklich ändern zu wollen.
Solange diese Entwicklung anhält, setzt sich der Aufstieg der AfD zur Volkspartei fort.
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Alexander Kissler
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