Die Realität hat Thilo Sarrazin bestätigt: Das Abendland kapituliert vor dem Islam
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Kein Buch von Thilo Sarrazin wurde so verrissen wie „Feindliche Übernahme“. Schon der Titel des Bestsellers von 2018 galt als Sakrileg. Sarrazin wollte darlegen, „wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“. Das war kräftig formuliert.

Autor Thilo Sarrazin
Kann man einer Weltreligion insgesamt vorwerfen, den Fortschritt zu behindern und die Gesellschaft zu bedrohen? Da habe ich Zweifel. Im entscheidenden Punkt aber hat die Realität Sarrazin bestätigt: Der Islam begünstigt die Herausbildung geschlossener Milieus. Und eine Gesellschaft, die ihre Wurzeln gekappt hat, lässt diese islamischen Milieus wachsen und gedeihen. Sie ergibt sich.
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Fastenbrechen im Rathaus
Vor sieben Jahren war das muslimische Fastenbrechen noch kein regulärer Bestandteil im kommunalen Kalender. Heute gibt es viele Rathäuser, die zu diesem religiösen Brauch einladen. Es ist nicht bekannt, dass in denselben Rathäusern auch das jüdische Laubhüttenfest oder das christliche Pfingsten begangen würden.
Doch eine Religion mit einer wachsenden Zahl an Gläubigen ist eben auch eine Gemeinschaft mit wachsendem Einfluss. Insofern betreiben die Parteien und Stadtväter Wählerbindung, wenn sie zum Iftar einladen. Zugleich unterlaufen sie die weltanschauliche Neutralität des Staates. Der Staat darf keine Religion diskriminieren – er darf aber auch keine Religion bevorzugen.

Happy Ramadan in Frankfurt
Sarrazin schrieb vom Import jenes Teils der islamischen Kultur, der „dem Abendland feindlich und geschlossen gegenübersteht“. Wer wollte bestreiten, dass es diesen Teil gibt? Wenn vor Kirchen und auf Marktplätzen der Ruf des Muezzins erschallt, hat das Abendland Pause, nicht nur akustisch. Verantwortlich dafür ist freilich ein Abendland, das sich aufgegeben hat. Ein Kontinent ohne geistige Wurzeln hinterlässt ein normatives Vakuum. Der Islam weiß es zu nutzen, nicht nur am Ramadan.
Immer wieder bringt Sarrazin den Begriff des Abendlands ins Spiel. In der Tat: Europa ist mehr als die Summe aus Euro, Europäischer Union und Nato-Mitgliedschaft. Gerade heute sehen wir: Wer nicht weiß, wer er ist, weiß auch nicht, warum er sich verteidigen soll. Niemand greift zur Waffe, damit Zahlungsströme weiter fließen oder die Sonne über dem Feminismus nicht untergeht.
Zugewanderter Antisemitismus
Auch in einem weiteren Punkt gibt die Wirklichkeit des Jahres 2025 einem Buch des Jahres 2018 recht: Muslimische Zuwanderung ist ein Spezialfall der Migration. Sarrazin schreibt: „Das wachsende muslimische Gewicht in der Demografie verändert die Verteilung von Einstellungen und Werten in den europäischen Gesellschaften.“
Konkret wird heute der zugewanderte Antisemitismus längst nicht mit derselben Schärfe verurteilt wie der einheimische. Verschleierte kleine Mädchen werden hingegen ebenso toleriert wie vollverschleierte Frauen – und oft von derselben Toleranzschickeria, die sich im Kampf für Emanzipation wähnt und gegen das Patriarchat.
Die Jugendkultur wandelt sich, wenn zwischen den Geschlechtern eine Hierarchie herrscht. Der öffentliche Raum wandelt sich, wenn Konflikte öffentlich ausgetragen werden, nicht immer gewaltfrei. Der Rechtsstaat wandelt sich, wenn eine Paralleljustiz entsteht. Der sogenannte Friedensrichter ist nicht auf Nordrhein-Westfalen oder Berlin beschränkt.
Wer sich nicht integrieren will, lässt sich nicht integrieren. Das ist die eine Seite. Genauso wahr aber ist: Wer Integration nicht einfordert und keine Gemeinschaft anbietet, in die es sich zu integrieren lohnt, wird Entzweiung ernten und Unfrieden. Und am Ende eben doch eine „feindliche Übernahme“.
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Alexander Kissler
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