Universitäten kämpfen mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ gegen die AfD: Das ist eine Grenzüberschreitung
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Unis machen mobil – gegen die AfD. An Deutschlands Hochschulen will man weitere Wahlsiege der aktuell stärksten Partei verhindern. Vor allem soll es keinen AfD-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt geben. Vereint gegen Ulrich Siegmund: Auch zu diesem Zweck wurde die Aktion „Wissenschaft gegen Faschismus“ ins Leben gerufen.
„Kissler Kompakt“ vom 9. Juni sehen Sie hier:
Eine AfD-Alleinregierung in Magdeburg würde den, wie es heißt, „faschistischen Umbau unserer Gesellschaft“ einläuten. Das sind große, das sind zu große Worte. Mit „Wissenschaft gegen Faschismus“ blasen die Universitäten in die Paniktrompete. Mit solchen Aktionen gibt die Wissenschaft ihre Wissenschaftlichkeit preis.
Die AfD als gemeinsamer Gegner
In Sachsen-Anhalt hoffen derzeit über 40 Prozent der Wahlberechtigten auf eine AfD-Regierung. Könnte die AfD die absolute Mehrheit der Sitze erreichen, hätte sie ein breites demokratisches Mandat. Das mehrheitlich linke Universitätspersonal fürchtet um die Finanzierung seiner Stellen und Lehrstühle. Für Gender Studies und postkoloniale Studien könnte es in der Tat eng werden. Droht aber der Einstieg in den Faschismus?
Ja, sagen etwa die Freie Universität Berlin, die Kunsthochschule Weißensee und die Kunsthochschule für Medien Köln. Sie beteiligen sich an „Wissenschaft gegen Faschismus“. Die genannten Institutionen werden damit, was sie nicht sein dürften: Aktivisten im politischen Meinungskampf – mit einer konkreten Partei als dem gemeinsamen Gegner, der AfD.
Eine andere Welt durch „Studis gegen Rechts“
Die zentrale Veranstaltung der Aktionswoche „Wissenschaft gegen Faschismus“ fand an der Berliner Humboldt-Universität statt. Ein Hörsaal durfte für die Anti-AfD-Diskussion unter dem Titel „Verantwortung in Zeiten faschistischer Gefahr“ herhalten. Kaja vertrat „Studis gegen Rechts“. Auch bei „Fridays for Future“ war Kaja aktiv. Kaja sagt, sie wolle eine andere Welt aufbauen. Zuvor aber will Kaja Höcke verhindern.
Björn Höcke soll sich also selbst in der Kontinuität des Nationalsozialismus verstehen. Für eine solch starke Behauptung scheint mir die Herleitung eines Spruches von dessen Gebrauch auf einem „SA-Dolch“ etwas dünn.
Generell definieren die universitären Antifaschisten Faschismus sehr freihändig. Das Augenmerk gilt der Frage: Warum wählen so viele Menschen die AfD? Das sei doch ein Rätsel. Kein Rätsel ist hingegen laut der linken Migrationsforscherin Naika Foroutan, wer die AfD wähle: Es handele sich um Rassisten.
Frau Foroutan bezeichnet sich im Laufe der Diskussion als Iranerin. Für die Iranerin Foroutan ist offenbar Deutschland von knapp 30 Prozent Rassisten durchsetzt. Foroutan freut sich, dass ein Gegenmittel bereitsteht: linke Aktivisten, die früher „Fridays for Future“ betrieben und nun „Wissenschaft gegen Faschismus“ oder auch Israel-Kritik.
Wir befinden uns an der Humboldt-Universität, an der es antisemitische Vorfälle gab. Frau Foroutan aber lobt sogenannte „palästina-solidarische Proteste“. Und sie teilt wie alle aktivistischen Hochschullehrer die Hoffnung des Juristen Maximilian Steinbeis. Er betreibt den „Verfassungsblog“. Steinbeis will die AfD nicht regieren lassen.
Entscheidet sich im linken Lehrkörper, wen die Bürger wählen? „Wissenschaft gegen Faschismus“ könnte der AfD sogar nutzen, weil es die Vorbehalte der AfD gegen eine aktivistische Wissenschaft bestätigt.
Den AfD-Parteitag blockieren
Der Studentin Kaja bleibt letztlich der Straßenkampf. Sie ruft dazu auf, den kommenden AfD-Bundesparteitag in Erfurt mit Blockaden zu verhindern, und nennt es „den politischen Preis maximal in die Höhe treiben“.
In Sachsen-Anhalt könnte also der „faschistische Umbau unserer Gesellschaft“ beginnen. Sagt Kaja.
Helmut Schmidt sagte einmal, wer Visionen habe, der solle zum Arzt gehen. Wer überall den Faschismus sieht, sollte ebenfalls auf Helmut Schmidt hören.
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Alexander Kissler
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