200.000 Einbürgerungen: Der deutsche Pass verkommt zur Ramschware
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Über 200.000 Personen erhielten im vergangenen Jahr einen deutschen Pass – Tendenz steigend. Deutschland will zum ersten Vorposten des Weltstaates werden. Wer es nach Deutschland schafft, wird in wenigen Jahren auch die Staatsbürgerschaft erlangen können.
Die Zahl der Einbürgerungen steigt seit 2020 rasant. Wurden vor vier Jahren noch 109.900 deutsche Pässe ausgestellt, waren es ein Jahr später bereits 131.600. 2022 kam es zu 168.500 Einbürgerungen. Im vergangenen Jahr stellten die Behörden 200.100 Einwanderern den deutschen Pass aus, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bekanntgab. Ein Großteil der Personen stammt aus Syrien, der Männeranteil überwiegt.

Über 200.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr eingebürgert.
Ein Ende dieses steilen Aufschwungs ist aus mehreren Gründen nicht abzusehen: Zum einen erlangen viele Migranten, die seit 2015 über das Asylsystem oder den Familiennachzug ins Land kamen, erst jetzt die Berechtigung, den deutschen Pass zu beantragen. Gleichzeitig weichte die Ampel-Regierung die Anforderungen für eine solche Einbürgerung zuletzt massiv auf.
Unaufhörlich hatten die Migrationswütigen in Politik, Medien und „Zivilgesellschaft“ für Erleichterungen beim Erwerb des deutschen Passes getrommelt. Mit Erfolg: Im Juni tritt das neue Staatsbürgerschaftsrecht in Kraft. Dann kann die Staatsbürgerschaft unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach drei Jahren erlangt werden. Der deutsche Pass verkommt endgültig zur Ramschware.
Passend dazu wirbt das Auswärtige Amt bereits fleißig auf Arabisch für die Vorteile des neuen Staatsbürgerschaftsrechts, obwohl die Bundesregierung bestreitet, die „Pull-Faktoren“ für die Migration anzuheizen.
Viele Deutsche ziehen weg
Betrachtet man einen größeren Zeitraum und zieht noch andere Parameter hinzu, sind die Zahlen noch gravierender: Seit 2003 wurden fast 3,5 Millionen Menschen eingebürgert. Doch während immer mehr Ausländer über das Asylsystem oder den Familiennachzug ins Land drängen, ziehen Einheimische vermehrt weg: Seit 2005 wandern Jahr für Jahr mehr deutsche Staatsangehörige ins Ausland, als wieder zurückkommen. Allein von 2003 bis 2022 gab es eine Nettoabwanderung von über einer Million Deutschen, die meisten von ihnen gut ausgebildet und im besten Alter für den ohnehin strapazierten Arbeitsmarkt.
Die demografische Bombe in Deutschland tickt. Das spüren auch immer mehr Menschen, ohne dass ihr Empfinden im politischen Raum auf Resonanz trifft: Laut einer INSA-Umfrage fürchtet eine absolute Mehrheit der Bevölkerung, eines Tages zur Minderheit im eigenen Land zu werden.

Wer solche Gedanken hegt, wird schnell des Rechtsextremismus verdächtigt. Doch wie sich die ethnische Zusammensetzung des Landes bereits verändert hat, wird mit einem Blick in eine beliebige Innenstadt in Deutschland schnell erkennbar. Durch das praktische Verschenken des deutschen Passes wandelt sich nun zwangsläufig auch der Demos, das Staatsvolk – was dramatische Folgen für die Gesellschaft und die hiesigen Wahlen nach sich ziehen wird.
Linksparteien wollen neue Wähler, der Arbeiter ist es nicht mehr
Da der deutsche Arbeiter den ehemals klassischen Arbeiterparteien in den vergangenen Jahren den Rücken kehrte – mit ihm übrigens auch viele Einwanderer, die vor der Merkelschen Grenzöffnung ins Land kamen – bleiben den Grünen, der Linkspartei oder der SPD aus soziologischer Sicht nur noch zwei größere Bevölkerungsschichten: Das Bio-Bürgertum, meist in akademischen Berufen zu Hause und im Staatsdienst beheimatet, sowie die Einwanderer, die über das Asylsystem ins Land strömen und aufgrund ihrer wachsenden Zahl selbstbewusst Machtansprüche stellen können. Im Zuge dieser Notwendigkeiten wird die politische Linke den Migranten weitere Zugeständnisse machen müssen, um eine relevante politische Kraft zu bleiben. Und trotzdem bemerken viele ideologisch verblendete Weltverbesserer die Skurrilität des Zweckbündnisses nicht.
Zahlreiche Einwanderergruppen sind familiär konservativ geprägt, wählen jedoch linke Parteien, da diese die eigenen, das heißt Gruppeninteressen vertreten. Der Wunsch nach noch mehr Einwanderung hält die Allianz zusammen. Die einen wollen den Traum der bunten Regenbogengesellschaft verwirklichen, die anderen die Macht und Stärke der eigenen Bevölkerungsgruppe vergrößern.
Da der ethnische Gedanke der deutschen Linken (und sogar Teilen des politischen Milieus rechts der Mitte) jedoch völlig fremd geworden ist, kann man die Parteien beliebig vor sich hertreiben. In Filderstadt kandidierten jüngst drei Personen aus dem Umfeld eines Vereins der türkischen „Grauen Wölfe“ für die SPD bei den Gemeinderats- und Kreistagswahlen. Verlassen die linken Parteien jedoch den Kurs der offenen Grenzen, werden sie untergehen.
Dann zerbricht das Zweckbündnis, mitunter könnten die Einwanderermilieus mit eigenen Kandidaten und Parteien kandidieren, wie es etwa die jüngsten Kommunalwahlen in Großbritannien demonstrierten. Dort schmierte die Labour-Partei, die ehemals stolze Arbeiterpartei, aufgrund eines nicht bedingungslos geführten Wahlkampfes für Gaza und gegen Israel ab, während unabhängige muslimische Kandidaten, die sich klar für die palästinensische Sache aussprachen, Sitze gewannen.
Im Januar 2024 gründete sich in Deutschland die türkisch-islamistische „Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch“, kurz DAVA. Ein Vorbote des Kommenden?

In der britischen Stadt Sheffield, im Vorort Darnall, hatte sich im Mai der Kandidat Qais Al-Ahdal durchgesetzt. („Eine Stimme für Qais ist eine Stimme für Palästina!“)
Konservative gaben ihre Positionen auf
Wie immer stand am Anfang einer solchen Entwicklung auch ein Kampf um die Begriffe, verbunden mit der Aufgabe von konservativen Standpunkten. „Die Bundesrepublik ist kein Einwanderungsland“, hieß es 1982 im Koalitionsvertrag von Union und FDP. „Wir waren nie ein Einwanderungsland und wir sind es bis heute nicht“, bekräftigte Wolfgang Schäuble (CDU) 2006 auf einem Integrationskongress. „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“, resümmierte selbst Angela Merkel 2010 auf dem Deutschlandtag der Jungen Union. Dann folgte 2015, Emotionalität („Refugees welcome“) obsiegte über Rationalität und die möglichen Folgen für die Gesellschaft wurden ausgeblendet.
„Deutschland ist ein Einwanderungsland“, zementiert die Bundesregierung mittlerweile in zahlreichen Publikationen das herrschende Narrativ. Wer anders denkt, wird ausgegrenzt, gilt als rückständig oder muss eben noch lernen, mit der harten Realität der bunten und vielfältigen Einwanderungsgesellschaft umzugehen. Einen Weg zurück wird es nicht mehr geben.
Das heißt: offene Grenzen für immer und nach Möglichkeit sogar weitere Erleichterungen bei der Einbürgerung, damit möglichst schnell viele Einwanderer vom zusehends implodierenden Sozialstaat profitieren können, den der geschröpfte Steuerzahler derzeit noch künstlich beatmet.
Abschiebungen gibt es kaum noch
Wer es einmal nach Deutschland geschafft hat, der hat den Gutschein auf einen deutschen Pass praktisch in der Tasche. Dass der Begriff des Flüchtlings auch eine mögliche Rückkehr in die Heimat beeinhaltet, glaubt heute niemand mehr. Das „Chancen-Aufenthaltsrecht“ garantiert selbst abgelehnten Asylbewerbern einen dauerhaften Aufenthalt. Wartet man dann ein paar Jahre, steht der Einbürgerung kaum noch etwas im Wege. Schließlich kann das mit der neuen Turbo-Einbürgerung bereits nach drei Jahren gelingen.
Deutschland sieht sich als erster Vorposten des Weltstaates. Man glaubt arabische und afrikanische Zuwanderer, die zwar ihre Heimat, aber häufig nicht den kulturellen Horizont ihrer Gesellschaften verlassen haben, allein unter dem Dach der Staatsbürgerschaft versammeln zu können – als leere Individuuen, die sie natürlich nicht sind.
In diesem Melting Pot soll der neue Typus Mensch entstehen, der keine Grenzen mehr kennt, keine Unterschiede, und in der Massendemokratie zum vereinzelten Konsumenten verkommt. „Jeder will das Gleiche, jeder ist gleich: wer anders fühlt, der geht freiwillig ins Irrenhaus“, prophezeite Friedrich Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“.
Berlin weist den Weg in die Zukunft
Die Hauptstadt der Bundesrepublik ist auch beim Verteilen des deutschen Passes Vorreiter und zeigt auf, in welche Richtung sich das Land entwickelt: Schon unter einem rot-rot-grünen Senat wurde 2020 in Berlin die „Ausländerbehörde“ in „Landesamt für Einwanderung“ umbenannt. Die CDU-Regierung unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner setzt den Weg der Vorgängerregierung nicht nur fort, sondern will ihn noch übertrumpfen. Kurzerhand wurden die Ausgaben der Behörde von 47,8 Millionen Euro (2022) auf 76,3 Millionen (2024) bzw. 78,5 Millionen Euro (2025) hochgeschraubt.

In Berlin soll mehr eingebürgert werden, fordert der Senat.
Das erklärte Ziel des Senats ist es, „die Einbürgerungszahlen zu steigern und die Antragsrückstände von mehreren Jahren abzubauen, so dass es gut integrierten Eingewanderten erleichtert wird, Deutsche zu werden.“ Denn die Migrationszahlen würden „im Hinblick auf die mit der Einführung der Chancen-Aufenthaltserlaubnis für Menschen mit einer Duldung sowie der zu erwartenden Einreisen in Folge des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes“ ohnehin immer weiter steigen.
Mit ihrer Einwanderung bringen Migranten auch ihre gesellschaftlichen Auffassungen mit, die dieses Land kulturell für immer verändern werden. Verschenkt der Staat weiterhin den deutschen Pass an jede Person, die es nach Deutschland schafft, ändert sich die politische Landschaft dramatisch. Das Zeitfenster, in dem diese Entwicklungen rückgängig gemacht werden könnten, beginnt sich zu schließen.
Quo vadis?
Die Hoffnung lautet: Das Bewusstsein für die Probleme ist da. Laut der oben angesprochenen Insa-Umfrage für NIUS spricht sich eine absolute Mehrheit dafür aus, keine Flüchtlinge aus muslimischen Ländern mehr aufzunehmen. Eine absolute Mehrheit hat zudem das Gefühl, in bestimmten Gegenden das Gefühl, nicht mehr in Deutschland zu sein.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist eindeutig.
Auch die Jugend wacht auf: 46 Prozent der 16- bis 26-jährigen halten Migration und Asyl für das drängendste Problem unserer Zeit, heißt es in einer Umfrage von YouGov. Das Thema liegt damit mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1. Die Frage nun lautet: Wie lässt sich dieser Wille politisch umsetzen, wenn alle Parteien in Bund und Ländern, die Regierungsverantwortung haben, – ob Grüne, SPD, FDP oder die Union – keine Anstalten machen, am derzeitigen Status Quo etwas zu ändern?
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