Der Name Deutsche Post verschwindet – hier ein Dankeschön
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Es ist wohlfeil, über die Post zu schimpfen. Ja, sie ist immer langsamer geworden. Und auch unzuverlässiger. Und wenn man irgendetwas am Postschalter will, steht man meist Schlange. Bei mir in Berlin-Zehlendorf manchmal bis auf die Straße. Und ja – die Post ist aus der Zeit gefallen.
Die meisten Briefe heißen heute Mail oder WhatsApp. Das konnte man 1874 bei der Gründung des Allgemeinen Postvereins allerdings noch nicht wissen.
Die Deutsche Post stellt sich neu auf, sagen die Manager
Was? Heute ist die Deutsche Post eine Post der Manager. Und das klingt dann so: In der Hauptversammlung haben die Aktionäre dem Vorschlag des Vorstands nahezu einstimmig zugestimmt. Die Deutsche Post stellt sich neu auf und verabschiedet sich von ihrem traditionsreichen Namen. Künftig tritt der Konzern einheitlich als DHL auf. Die Abkürzung steht für die Logistik-Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn (die 1-Million-Euro-Frage bei Günther Jauch könnte nicht schwerer sein). „Die Entscheidung“, so die Unternehmensmeldung, „spiegelt die internationale Ausrichtung wider.“ Das inländische Brief- und Paketgeschäft wird „organisatorisch ausgegliedert“.

Eine Arbeitstasche eines Paketzustellers.
Die Deutsche Post entstand aus der Bundespost und wurde in den 1990er-Jahren privatisiert. Mit der Übernahme von DHL im Jahr 2002 begann die internationale Expansion. Heute beschäftigt der Konzern rund 534.000 Mitarbeiter, davon rund ein Drittel in Deutschland.
Keiner fliegt mehr in einer Ju, wenn es die Boeing 747 gibt
Ich glaube, es hat keinen Sinn, Dingen nachzutrauern, die ihre Zeit hatten. Den guten und den schlechten. Wer will noch mit der Junkers 52 fliegen, der alten Tante Ju, wenn es eine Boeing 747 gibt? Ja, die Post kam einst mit der gleichnamigen Kutsche („Hoch auf dem gelben Wagen“). Heute werden die Briefe meist per E-Bike zugestellt, heißt es in einer Post-Werbebroschüre.
Nun: Das ist falsch. Die E-Bikes bringen gar nichts. Die Postboten, die diese Fahrrad-Ungetüme über Stadt und Land steuern, stellen die Briefe zu. Oder schleppen bis zu 20 Kilogramm schwere Pakete viele Treppen hoch. Die Deutsche Post beschäftigt mehr als 80.000 Zusteller, wie die Postboten seit Längerem heißen. Sie bedienen 54.000 Zustellbezirke in Deutschland, die pro Tag rund 71 Millionen Briefe in 43 Millionen deutsche Haushalte verteilen.

Ein Briefzusteller befüllt Briefkästen in Berlin.
Es ist an der Zeit, diesen Männern und Frauen Dank zu sagen. Mag es klischeehaft klingen – sie fahren bei Wind und Wetter raus, um ihre Pflicht zu erfüllen. Wenn man diese Menschen bei ihrem Job beobachtet, kann man nur dankbar sein.
Mag die Post bald DHL heißen – die Menschen, die dort arbeiten, arbeiten für uns. Danke schön.
Weiterschauen auf Youtube: Wenn der Postmann gar nicht mehr klingelt. Die tägliche Briefzustellung wird es bald nicht mehr geben.
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