Baerbocks Kerosin-Katastrophe – ein moralisches Desaster
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Doppelt hält besser. Auch bei der Moral. Wäre Annalena Baerbock (Grüne) eine „ganz normale“ Außenministerin, die versucht, ihren Job ordentlich zu machen, würde vermutlich kein Mensch über das Flug-Desaster von Abu Dhabi ein Wort verlieren. Für die Technik-Nation Deutschland peinlich, aber kann passieren.
Nun ist Annalena Baerbock aber keine „ganz normale“ Außenministerin, sondern hat ihr Amt gleich zu Beginn mit hohen Erwartungen an den Klimaschutz aufgeladen, für den ihre Staatsministerin und Ex-Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan eigens eingebürgert und eingestellt wurde. Baerbock selbst erklärte kurz nach Amtsantritt, auf Dienstreisen mehr Bahn fahren und ggf. Linienflüge benutzen zu wollen.
Man musste keine investigative Spürnase sein, um schon damals diese Sprüche entweder nicht ernst zu nehmen oder für einigermaßen weltfremd zu halten. Ausgerechnet ein per Job-Beschreibung Vielflieger-Außenminister mit dicht getakteten Terminen in verschiedenen Ländern will Vorbild für Klimaschutz sein? Das konnte nur schief gehen. Und es ging schief.

Vielfliegerin Baerbock
Von den rund einhundert Strecken, die Baerbock im vergangenen Jahr zurückgelegt hat, flog sie laut einer internen Aufstellung des Auswärtigen Amtes ganze viermal Linie, berichtet t-online. Zum Antrittsbesuch in Spanien und zur UN-Generalversammlung in New York (beide Male Hin und zurück). Mit der Bahn ist Baerbock nur zweimal von Paris nach Brüssel gefahren. Hinzu kommen zwei Besuche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die aus Sicherheitsgründen ausschließlich mit dem Zug absolviert werden.
Die anfängliche Flugscham ist bei Baerbock schnell verflogen.
Niemand verargt der deutschen Außenministerin professionelles und effizientes Arbeiten. Nur sollte man sich dann halt hehre Klimasprüche sparen – und vielleicht einen ganz kleinen Augenblick darüber nachdenken, dass es bei vielen „ganz normalen“ Leuten genauso wenig böser Wille ist, wenn sie ihren Job machen, Material transportieren oder Kinder abholen und bringen müssen. Mehr Realität wagen.
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