Berlin-Irrsinn: Cooling Point für 45.000 Euro, aber kein Personal im Stellwerk
Ein Beitrag von
Der größte Satz über Berlin, der je formuliert wurde, stammt vom legendären Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter. Er lautet: „Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt.“ Es war ein Hilferuf, damit Berlin nicht vergessen werden würde. Heute kann man diesen Satz eigentlich jede Woche rufen – weil man über diese Stadt aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Nehmen wir mal dieses Wochenende.
In Prenzlauer Berg setzte Berlin „ein sichtbares Zeichen“. Diesmal nicht gegen „Hass und Hetze“, sondern gegen die „Sommerhitze“ (wohl eine Umschreibung für „Klimawandel“). Im Mauerpark wurde Berlins erster sogenannter „Cooling Point“ errichtet. Die 25 Quadratmeter große Wohlfühlzone hat ein Dach aus Holzlamellen, Sitzbänke und ein Trinkwasserbrunnen. Dazu hitzetolerante Pflanzen und ein Trinkwasser-Brunnen.

Anlässlich der Eröffnung des ersten Berliner Cooling Points im Mauerpark wurden Gießkannen auf den Sitzflächen der Anlage platziert.
Modular, mobil und nachhaltig – was denn sonst?
Das Pilotprojekt ist Teil des Bundesprogramms „Urban Heat Labs“ zur Hitzevorsorge in Städten und wurde vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), dem Bezirk Pankow und dem landeseigenen Parkbetreiber Grün Berlin entwickelt. Kosten: 45.000 Euro. „Wir wollten etwas schaffen, dass sich gut ins Stadtbild einfügt – mit natürlichen Materialien, modular, mobil und nachhaltig“, sagte Daniel Sagebiel vom Lageso zur BZ. „Gerade im versiegelten Eingangsbereich des Mauerparks gebe es eine enorme Hitzeentwicklung. Darum haben wir uns für diesen Standort entschieden.“
Ein paar Holzbänke und ein paar Pflanzen für 45.000 Euro – das Ganze muss von Ordnungskräften, Parkläufern und einem „Awareness-Team“ kontrolliert und gepflegt werden. „Berlin ist arm, aber sexy“, hatte einst Berlins Regierender Klaus Wowereit gesagt. Mein gesunder Menschenverstand fragt sich: Was ist an ein paar Holzbänken für 45.000 Euro sexy, Herr Regierender Bürgermeister Kai Wegner?
Die Holzbänke standen gerade, da meldete die deutsche Hauptstadt: „Kurzfristiger Personalausfall im Stellwerk Schöneweide.“ Was so harmlos klingt, hat die ganze Stadt am ganzen Wochenende beeinträchtigt. Auf den Linien S45, S46, S47, S8, S85 und S9 wurde ein Notverkehr eingerichtet: Pendelzüge, Ersatzbusse, 20-Minutentakt. Warum das Stellwerk nicht besetzt werden konnte, wollt die Bahn nicht sagen. Motto: „Det jeht Sie gar nüscht an!“
Mein Fazit: Man kann sich auf Berlin immer verlassen, wenn es um das Außergewöhnliche geht. Manchmal ist das Außergewöhnliche leider außergewöhnlich dämlich.
Mehr NIUS: Ringen für den Klimaschutz mit deutschem Steuergeld: 500.000 Euro an Wrestling NGO in Gambia
Mehr NIUS:
Die Badewanne stirbt aus, dabei brauchen wir sie dringender denn je
Der Staat will nicht, dass Sie diese Werbung sehen!
Merz in Mecklenburg-Vorpommern: Der Beifall war enden wollend
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Mehr NIUS:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Frei ist nur das Ich!
Warum Julia Klöckner die schickste Frau im Bundestag ist
Merz sagt, in 30 Jahren wird alles besser – ich freu mich schon drauf
Louis Hagen
Artikel teilen
Kommentare