„Crackhöhle“, „Gülle-NIUS“, „Krawallplattform“: Darum werden so viele Linke nervös, wenn es um NIUS geht
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„Krawallplattform“, „Gülle“, „Crackhöhle“ oder auch „Dreckschleuder für anti-rot-grüne Ressentiments“: Immer, wenn es um NIUS geht, scheint im Kopf vieler Linker eine Sicherung zu fliegen, die wüste Beleidigungen und totalitäre Fantasien eigentlich zurückhalten soll. Ein Blick auf die Angriffe des medialen Establishments beweist, dass sie nicht auf Argumente setzen, sondern auf die immer gleichen Reflexe aus Häme und Abwertung.
„NIUS ist für Journalismus das, was Carazza für die Kulinarik ist. Jeder weiß, dass nur Müll drin ist“, kommentierte TV-Moderator Micky Beisenherz am Wochenende auf X die Verbotsgelüste von Daniel Günther.
Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident hatte NIUS am vergangenen Montag in der Sendung von Markus Lanz als „Feinde der Demokratie“ bezeichnet, deren Inhalte „faktenfrei“ seien. Als Lanz ihn fragte, ob man „notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten“ müsse, entgegnete Günther: „Ja. Darüber reden wir.“
Beisenherz geht zwar nicht so weit, dass er den Bifi-Snack Carazza gleich verbieten will, aber es gebe auch Leute, „die Fanta für Saft halten. Und so sehen die auch aus.“ Übersetzt: NIUS ist minderwertiger Journalismus, wer ihn konsumiert, sieht dementsprechend aus.

Der X-Beitrag von Beisenherz samt Kulinarik-Vergleich
Eine Herabsetzung, mit der sich Beisenherz bestens auskennen sollte. Denn: Wer andere als Fast-Food-Journalismus brandmarken möchte, sollte vielleicht erst einmal die eigene Rolle im Fast-Food-Fernsehen hinterfragen. Der Moderator verdient sein Geld nämlich seit Jahren als Witzeschreiber des Dschungelcamps. Eben die Sendung, die ihren Gästen in den vergangenen Jahren unter anderem „Schwanzbier“ aus püriertem Krokodilpenis oder Schweine-Anus vorsetzte. Dagegen ist Carazza in jedem Fall ein Sterne-Gericht.
In seinem Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ legte Beisenherz trotzdem noch einmal nach. Es sei „nun wirklich nicht an der Politik, zu regulieren, welche missliebigen Medien wie zu berichten haben“. Am Ende sollten die Leute aber „grundsätzlich Bescheid wissen, mit wem sie es zu tun haben“. Dabei bezeichnete er NIUS erneut als „Müll“.
Aber von Dschungel und Filterkaffee zurück zu X: Nachdem Beisenherz im Kommentarbereich nämlich von NIUS-Kolumnist Benedikt Brechtken darauf hingewiesen wurde, dass er zur inhaltlichen Auseinandersetzung doch auch einfach mal im NIUS-Live-Studio vorbeischauen könne, antwortete er nur: „Ich kann mir auch eine Sandale hinten reinschieben. Da kriege ich noch mehr Input als in Eurer Crackhöhle.“

Auf das Angebot zur inhaltlichen Auseinandersetzung hat Beisenherz nur Plumpheit parat.
Im argumentfreien, linken Empörungskosmos entsteht damit dasselbe Ergebnis wie nach einer verpatzten Dschungelprüfung. Nicht selten heißt es dann nämlich: Außer Spesen nichts gewesen.
Wie auch bei Beisenherz, der zusätzlich den Kölner Treff im WDR moderiert, kommen die Entgleisungen nicht selten aus dem öffentlich-rechtlichen Umfeld. Am Wochenende war es Andreas Kynast, Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio, der seine Tipphände mal wieder nicht bei sich lassen konnte. Auf X kommentierte er einen Beitrag von NIUS-Redakteur Jan Karon und schrieb: „Ein Nius-‚Reporter‘.“ Ein plumper Bloßstellungsversuch des ZDF-Mitarbeiters, der mit den Anführungszeichen vor dem Wort Reporter versuchte, die Arbeit Karons als unseriös zu diskreditieren. „Anders als Sie bin ich Reporter und kein Richter“, erklärte Kynast selbstgefällig.

Kynast informierte auf X über seine vergangenen Regierungsreisen.
Auf den ersten Blick passt das, unterwegs ist er tatsächlich viel. 2021 präsentierte er auf X stolz seine Teilnahmen an Regierungsreisen: „Donnerstag: Baerbock nach Paris, Brüssel, Warschau. Freitag: Scholz nach Paris. Sa/So: Baerbock nach Liverpool.“ Und auch heute noch ist Kynast Vielflieger. Das Problem dabei sind allerdings auch nicht seine Flugkilometer, sondern das Verständnis des eigenen Status: Der Stolz darüber, Lars Klingbeils Schweißausbrüche im Flieger aus nächster Nähe betrachten zu dürfen, mischt sich bei Kynast mit der klassischen ÖRR-Arroganz vergangener Gatekeeper-Zeiten. Es geht darum, bestimmte Begriffe, etwa aus dem Journalismus, zu kontrollieren. Wer ein Reporter ist, entscheidet dann nicht mehr das Publikum, sondern diejenigen, die in der Teeküche des Hauptstadtstudios zusammenkommen.
Karon ließ den Angriff bei X jedenfalls nicht auf sich sitzen und schrieb: „Sie sind eben kein Reporter, sondern covern Gipfel und erklären die Politik im Sinne von Regierungsnarrativen. Das ist in Ordnung, aber bitte maßen Sie sich nicht an, meinen Beruf in Anführungszeichen zu setzen.“
Weitere Beispiele von Medien und linken Meinungsmachern, öffentlich-rechtlich oder nicht, die NIUS in der Vergangenheit attackierten, gibt es zuhauf. Jan Böhmermann und die Gewerkschaft Ver.di sprachen von „rechter Hetze“, Übermedien konstatierte: „Nius produziert nicht Journalismus, sondern Wut – ohne Rücksicht auf Verluste.“ Die taz nimmt sogar die Gäste in Hass-Verantwortung: „Wer mit ‚Nius‘ redet, legitimiert Hetzkampagnen.“

Was wäre Jan Böhmermann bloß ohne seine „Berichterstattung“ zu NIUS?
Gilt das in umgekehrter Weise auch für die taz selbst? Oder anders gefragt: Was haben die linken Medien- und Meinungsmacher gegen NIUS, dass sie immer gleich so angefasst sind?
Abseits der vielfach thematisierten moralischen Überlegenheit sind die Gründe für die linke Beschäftigungstherapie vielfältig – und haben nicht immer etwas mit Abneigung zu tun.
Von den Angriffen profitieren beide Seiten
So hält NIUS etwa längst totgeglaubte Karrieren am Laufen. CDU-Mann Ruprecht Polenz etwa konnte sich bereits vor Jahren nicht in seiner nur siebenmonatigen Zeit als Generalsekretär der Bundestagsfraktion durchsetzen, haut bei X aber regelmäßig auf die Pauke. Neben seinen Unions-erodierenden X-Beiträgen arbeitet er sich immer wieder an NIUS ab, gab auch zur Günther-Debatte seinen obligatorischen Senf hinzu: „Wenn ich von ‚Gülle-Nius‘ spreche, will ich das Spielzeug des Multimillionärs Frank Gotthardt nicht verbieten, sondern ich charakterisiere es.“
Fielen solche „Charakterisierungen“ in Zukunft weg, hätte der 79-jährige Dauerposter Polenz wohl keine Beschäftigung mehr – und auch der Applaus vom jungen, linken Publikum fiele weg. Ob Polenz das in seinem Alter noch verkraften würde? Der eigene Gratismut fühlt sich am Ende des Tages eben doch besser an als die Bedeutungslosigkeit.
Hinzu kommt: Der Gratismut ist nicht selten reichweitenstark. Wer auf links-grünen Social-Media-Portalen wie Bluesky ansonsten um jede Aufmerksamkeit kämpfen muss, fühlt sich mit einem krachenden X-Post eher in seiner eigenen Weltsicht bestätigt. Empörungsexperten wird ein neues Hobby geboten, an dem sie sich abarbeiten können – und das Nius selbst noch mehr Reichweite verschafft. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Wäre ohne die Anfeindungen wohl hobbylos: CDU-Mann Ruprecht Polenz.
NIUS ist wie die Flippers
Außerdem: Für viele scheint NIUS so etwas wie ein Guilty Pleasure, also ein heimliches Vergnügen, geworden zu sein. Während nach außen hin die Empörung regiert, bleibt dennoch innerlich ein enormes Interesse an den Inhalten. Alle hassen es, niemand konsumiert es? Naja, auch wenn es offiziell niemals jemand gehört hat, verkauften die Flippers 40 Millionen Tonträger. Auch wenn bei NIUS schärfer geschossen wird als unter der roten Sonne von Barbados, gibt die Kritik am Ende beiden recht – ob nun von anderen Genrefans oder der politischen Gegenseite. Alles, was verboten, verpönt oder ausgegrenzt ist, wird allein dadurch nur noch interessanter. Nur die Kritik der Linken nicht.
Ob aus Arroganz, Unwissenheit, Boshaftigkeit oder totalitären Gelüsten: Diejenigen, die NIUS angreifen, genießen für einen kurzen Moment die warme Selbstbestätigung ihrer Timeline. Sobald die Aufregung verblasst, bleiben aber oft keine Argumente, sondern nur reine Empörung. Die „Dreckschleuder für rot-grüne Ressentiments“, um es im Sprachduktus der Linken zu halten.
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