Das Freibad meiner Kindheit gibt es nicht mehr
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Der Tag hatte keinen Anfang und kein Ende. Die Erinnerungen an einen Freibadsommer meiner Kindheit verschmelzen zu ungezählten sorgenfreien Stunden, die erst endeten, wenn aus dem Lautsprecher eine Stimme das Lachen und Juchzen der Besucher übertönte: „Das Bad schließt in 30 Minuten.“
Die Stimme kam vom Bademeister, der einzigen Autorität, die von uns allen akzeptiert wurde. Wenn der Mann mit der verspiegelten Sonnenbrille einen Jungen andonnerte, „weg mit den Pommes vom Beckenrand“, dann waren sie weg – die Pommes und der Junge.
Die Jungs trauten sich nicht zu den Mädchen
Das Freibad meiner Kindheit war auch ein großes Schaulaufen. Die Jungs tobten am Ein-Meter-Brett, weil dahinter die Mädchen aus unserer Schule lagen. Aus ihrer Ecke kamen ein ununterbrochenes Kichern und Gackern. Sie guckten nicht hoch zu uns, aber sie registrierten alles, was wir veranstalteten, um auf uns aufmerksam zu machen. Das war nicht viel, keiner traute sich rüber. Eine Mischung aus Schüchternheit und Respekt hielt die Jungen von den Mädchen fern.

„Weg mit den Pommes vom Beckenrand!“ – Heute haben Bademeister andere Sorgen.
Das Freibad meiner Kindheit war ein Ort der Unschuld. Man kicherte und quatschte miteinander. Man spritzte Wasser ins Gesicht der anderen, und wenn man einander berührte, war es kurz und eher zufällig. Mehr hätte man sich nicht getraut.
Doch leider – wie furchtbar haben sich die Zeiten geändert. Man kann es nicht anders sagen. Nehmen wir zum Beispiel Hessen. Nach mehreren sexuellen Übergriffen auf Mädchen zieht das Landeskriminalamt (LKA) in Hessen eine schockierende Bilanz. Allein in Hessens Schwimmbädern wurden im Jahr 2024 insgesamt 74 Fälle sexueller Gewalt registriert. Im Jahr zuvor waren es sogar 78. In 60 Prozent der Fälle waren die Tatverdächtige Nicht-Deutsche. 55 der 57 von der Polizei ermittelten Personen waren Männer.
Kinder sind verängstigt
Der aktuelle Fall von Gelnhausen wirft ein grelles und bedrohliches Schlaglicht auf alle Freibäder in Deutschland. Im Freibad dort wurden mindestens acht Mädchen zwischen 11 bis 16 Jahren sexuell belästigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier syrische Männer im Alter von 18 bis 28 Jahren. Die Besucher sind geschockt, Eltern verunsichert, Kinder verängstigt.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) fordert: „Die Vorfälle im Schwimmbad von Gelnhausen müssen zügig und umfassend aufgeklärt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Schwimmbäder Orte für sexuelle Übergriffe sind.“ Und: „Ich bin der Meinung, dass wir eine Trendwende in der Migrationspolitik brauchen.“

Ein Bild aus einer anderen Welt: Freibad in Dortmund in den 80er-Jahren
Wenn ich an das Freibad meiner Kindheit denke, kommt kein Wohlgefühl auf, leider. Erwachsene Männer, die sich an Kindern vergreifen unter aller Augen – dass sowas einmal möglich sein würde, hätte keiner damals gedacht. Und dass solche Verbrechen nicht mal die Ausnahme sind – unvorstellbar.
Früher gaben Eltern ihre Kinder im Freibad ab, weil sie wussten, dass sie dort sicher sind. Heute kann man keiner Mutter verübeln, wenn sie zu ihrer Tochter sagt: „Geh bloß nicht ins Freibad!“ Traurig.
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