Dem entschlossenen Blick der Islamisten hat die deutsche Gesellschaft nicht mehr viel entgegenzusetzen
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Hunderte Islamisten marschieren siegesgewiss durch Hamburg, skandieren lautstarke Parolen und sehnen sich das Kalifat herbei. Auf den Straßen einer europäischen Metropole wird das bedrohliche Schreckensszenario der Zukunft Deutschlands real. Die Antworten aus der Politik versinnbildlichen eine ermattete Gesellschaft, die der Islamisierung kraftlos gegenübersteht: „Wem ein Kalifat lieber sein sollte als der Staat des Grundgesetzes, dem steht es frei auszuwandern“, kommentiert FDP-Justizminister Marco Buschmann.
Die Rufe Buschmanns verhallen im Nichts, denn warum sollten die jungen Männer, die auf den Straßen Hamburgs mit breiter Brust den öffentlichen Raum besetzen, und sich auf den Sozialstaat als Pull-Faktor für ihr Rekrutierungspotenzial verlassen können, einfach verschwinden? Zumal viele der Anwesenden, wie etwa die Führungsfigur Raheem B., in Deutschland geboren und aufgewachsen sind.
Das Entscheidende dabei ist jedoch: Sie sind längst in einem anderen Deutschland aufgewachsen, in einem Deutschland, in der die demografischen Verhältnisse längst gekippt sind. In zahlreichen Großstädten sind junge Deutsche bereits seit Jahren in der Minderheit. Diese Entwicklung breitet sich nun auf Kleinstädte aus. Mit der Zunahme muslimischer Bevölkerungsschichten nimmt auch die Ablehnung westlicher Freiheitsideale ab – das lässt sich kaum mehr leugnen.
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„Ideen sind verbotssicher“
Doch was hat die hiesige Gesellschaft der Entwicklung noch entgegenzusetzen? Tatsächlich personifizieren und erleben die Anhänger von „Muslim Interaktiv“ eine vitale Glaubensgemeinschaft, die man als europäischer Abendländer ablehnen muss, deren mythische und in die Zukunft reichende Gestaltungskraft einen jedoch umso mehr erschüttern sollte. Das Versprechen der Aufstiegsgesellschaft in Deutschland ist längst aufgekündigt, dementsprechend brüchig auch der Wunsch unter jungen Menschen jeglicher Herkunft sich in hiesige Traditionen einzugliedern.
Ein junger Islamist hielt auf der Demonstration mit entschlossenem Blick ein Schild hoch, der den Willen der Anwesenden und die gleichzeitige Machtlosigkeit der deutschen Politik zusammenführte: „Ideen sind verbotssicher“, war dort zu lesen. Es ist eben gerade die Idee des Kalifats und der Wunsch nach etwas Verbindlichem, das „Muslim Interaktiv“ und seine Anhänger mobilisiert, kein Gründungspapier oder ähnliches.
Gleichzeitig führen die Deutschen nach jedem erschütternden Ereignis dieselben vorhersehbaren Debatten, ohne dass die Gefahr hinter der „Idee“ islamistischer Glaubensfanatiker verschwindet. Nach den Ereignissen der Silvesternächte 2015/16 in Köln und 2022/23 in Berlin überboten sich die Hardliner und forderten Konsequenzen. Die antisemitischen Demonstrationen nach dem 7. Oktober sorgten ebenfalls für Empörung bis hin zu Ausbürgerungsfantasien. Wie immer bleibt es bei Ankündigungen.

Der Blick ernst – das Ziel klar: Islam-Influencer Raheem B. hielt große Reden auf der Islamisten-Demo in Hamburg.
Rückkehr zu einem zivilisatorischem Grundkonsens
Auf der politischen Rechten rückt in den Debatten vor allem die Symptombekämpfung in den Mittelpunkt. Ein Demo-Verbot ändert jedoch nichts an den demografischen Verhältnissen. Ähnliches zeigt sich auch bei Kriminalitätsdebatten, wenn Polizeigewerkschafter mehr Beamte, Waffenverbotszonen oder den Einsatz von Tasern einfordern. Die meisten Deutschen wollen jedoch keinen ausufernden Polizeiapparat, sondern die Rückkehr zu einem zivilisatorischem Grundkonsens.
Auf der Linken sucht man indes nach rituellem Brauch Zuflucht in der tröstenden Entschuldigung der gescheiterten Integration. Mehr Sozialarbeiter, mehr Integrationskurse und mehr Geld für die bunte „Zivilgesellschaft“ könnten die Situation noch retten, so die scheue Hoffnung. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft gilt in dieser Erzählung als der ewige Schuldige, der eben noch mehr tun müsse, um die Migranten willkommen zu heißen. Denn schließlich dürfe es keine simplen, populistischen Antworten auf komplexe Zusammenhänge geben, heißt es dann.
Die simpelste Erkenntnis jedoch, die einem jeden Menschen in Deutschland zugemutet werden muss, lautet: Die demografischen Verhältnisse bestimmen die Zukunft des Landes. Eine geburtenschwache deutsche Gesellschaft, die ethnisch-kulturelle Denkkategorien längst hinter sich zu wissen glaubt und sich angetrieben durch ihre politisch-mediale Elite auf den Weg in die „selbstbestimmte“ Regenbogenutopie begeben hat, trifft auf geburtenstarke Einwanderergruppen, die an identitätsstiftenden Bindungen festhalten. In den sogenannten Werte-Westen, der mantraartig beschworen wird, will sich kaum jemand von ihnen integrieren.
Was zum eigentlichen Problem führt: Ohne die fehlgeleitete Migrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte hätten wir diese Probleme nicht in diesem Land. Insofern ist es zwingend notwendig, eben jene Migration in Teilen wieder rückabzuwickeln. Allein: Dafür fehlt der politische Wille. Lächerliche 13.512 Personen wurden im vergangenen Jahr abgeschoben, während rund 460.000 Personen über das Asylsystem oder den Familiennachzug neu ins Land kamen. Das Personen- und Rekrutierungspotential für radikale Gruppen des Islams sinkt nicht, es steigt.
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