Deutschland-Tempo: Warum wird diese Brücke erst in 18 Jahren fertig?
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Die Köhlbrandbrücke in Hamburg kommt – das hat der Senat der Hansestadt heute entschieden. Das weltweit bekannte Wahrzeichen Hamburgs wird neu gebaut: schneller, höher, stärker, eine gute Nachricht. Die schlechte: Viele ältere Hamburger werden das nicht mehr erleben. Die neue Köhlbrandbrücke soll 2042 fertiggestellt werden – also in 18 Jahren. Warum dauert das eigentlich so lange?
Der ganz normale Bauwahnsinn in Deutschland. Bevor etwas neu entsteht, müssen Vorschriften beachtet werden wie wohl in keinem anderen Land der Welt.
Das Lieblingswort unserer Bürokraten: Planungsverfahren. Was sich unter diesem Wortungetüm verbirgt, hat der Bau der Tesla Gigafactory in Grünheide gezeigt. Zahllose Widerspruchsmöglichkeiten von Naturschützern, Regulierungen und Bürgerbeteiligungsverfahren ohne Ende. Obwohl Tesla politisch gut vernetzt ist und den Bau auf eigenes Risiko mit vorläufigen Genehmigungen begonnen hatte, rollten die ersten Autos in Grünheide nach zwei Jahren Bauzeit vom Fließband – für deutsche Verhältnisse eine kurze Zeit. In der neuen Tesla-Zentrale in Texas waren die ersten Autos hingegen schon nach einem Jahr fertig.

Die neue Köhlbrandbrücke soll 2042 fertiggestellt werden.
Das Deutschland-Tempo: kein Einzelfall
Wie kompliziert sind in Deutschland große Infrastrukturvorhaben! Beispiel: der Berliner Flughafen BER. Dort dauerte es ganze 14 Jahre, bis er endlich fertig war. Die Kosten explodierten von geplanter 1 Milliarde Mark auf 7,3 Milliarden Euro. Was für eine Irrsinns-Steigerung!
Zweites Beispiel: Stuttgart 21. Spatenstich im Jahr 2010 – und gebaut wird immer noch. Ursprünglich waren 2,5 Milliarden Euro veranschlagt, inzwischen gilt eine finanzielle Prognose von 11,5 Milliarden Euro als wahrscheinlich – unbegreiflich. Einer der Gründe für die explodierenden Kosten: Salamander auf dem Baugebiet. Sie mussten umgesiedelt werden, das hatten Tierschützer durchgesetzt. Die Folge: Das Projekt wurde um anderthalb Jahre zurückgeworfen. Jedes Tier kostete den Steuerzahler bis zu 4000 Euro. Wie viele Salamander gefangen und umgesiedelt wurden, ist nicht bekannt.

Im Herzen Hamburgs: Die Köhlbrandbrücke ist ein Wahrzeichen der Stadt.
Jetzt also die Köhlbrandbrücke. Ursprüngliche Kosten: 5,3 Milliarden Euro. Bevor überhaupt angefangen werden kann, nennt ein aktueller interner Prüfbericht ganz andere Zahlen – bis zu 7 Milliarden Euro. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland ungewiss.
Ein Blick nach China: In nur dreieinhalb Jahren wurde dort die Donghai Daqiao Brücke in Shanghai gebaut. Sie ist zehnmal länger und doppelt so breit wie die Hamburger Köhlbrandbrücke.
Warum können deutsche Ingenieure nicht das, was ägyptische Baumeister vor rund 4500 Jahren schon konnten? Die Cheops-Pyramide zum Beispiel, die größte Pyramide der Welt, wurde in 20 Jahren erbaut. Es gab keine Maschinen, keine modernen Werkzeuge, keine Kräne. Und doch wurde ein Bauwerk erschaffen, das in seiner Schönheit und Präzision seinesgleichen sucht – bis heute: Es ist 146 Meter hoch und hat eine Grundfläche von fast siebeneinhalb Fußballfeldern. Die Steinreihen wurden so exakt behauen, dass zwischen ihnen nicht mehr als ein Stück Papyrus passte. Die rechten Winkel waren so akkurat, wie wir sie heute nur mit Lasertechnik erreichen können.
Was die vor 4500 Jahren konnten, sollten wir doch auch können – oder nicht?
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