Die grüne Kanzlerin: Selbst als Rentnerin will Merkel ihren Erzfeind Merz zerstören
Ein Beitrag von
Nach Trennungen ist es immer schwierig, den Moment zu finden, sich mit einem neuen Partner in der Öffentlichkeit zu zeigen. Angela Merkel ist da nicht so. Die Altkanzlerin flirtet ungeniert in der Öffentlichkeit mit den Grünen und zeigt der CDU nur noch die kalte Schulter.
Als Außenstehender muss man sich fragen: War das wirklich Liebe zwischen Merkel und der CDU? Oder hat Merkel die Partei nur für ihren Aufstieg benutzt? Und warum hat die CDU das so lange mitgemacht? 1990 ist die promovierte Physikerin aus Ost-Berlin in die CDU eingetreten, wurde Umweltministerin unter Helmut Kohl, Generalsekretärin, Parteichefin, schließlich Kanzlerin und in 16 Jahren Amtszeit zur mächtigsten Frau der Welt.
Am 22. Juli 2021, also auf ihren letzten Metern im Amt, wurde sie auf einer Pressekonferenz gefragt, wo sie am Wahlabend um 18.00 Uhr sein werde. Wie sie den Moment verbringen wird, in dem klar ist, wer ihr Nachfolger als Kanzler wird. Das wisse sie noch nicht, so die Regierungschefin. „Aber ich werde schon Verbindung zu der Partei haben, die mir … ehm … nahe steht … deren Mitglied ich bin … sie steht mir nahe und ich bin ihr Mitglied.“ Die drei Buchstaben CDU kamen ihr nicht über die Lippen. Entfremdeter hat noch kein Mensch über seine Heimat gesprochen.

Die „Merkel-CDU“ steht für grüne Politik im christ-demokratischen Gewand.
Merkel umarmt die Grünen
Heute wissen wir, warum. Am Montagabend war Merkel umjubelter Star-Gast bei der Grünen-Fraktion im Bundestag – Ex-Kommunist und Grünen-Vordenker Jürgen Trittin wurde bei einer Feierstunde verabschiedet. Merkel war seine Vorgängerin im Amt als Umweltministerin und hielt eine Festrede auf den Mann, der den Deutschen den Dosenpfand schenkte. Mit Blick auf die Ergebnisse der Wahl 2013 meinte die Kanzlerin wehmütig, dieser Moment sei für Schwarz-Grün „die historische Gelegenheit gewesen, gemeinsam als Zweierkoalition eine Regierung zu bilden“. Merkel holte mit 41,5 Prozent ihr stärkstes Ergebnis überhaupt, regierte aber mit der SPD und eben nicht mit den Grünen. „Ich habe das damals bedauert und tue es manchmal auch heute noch.“
Merkel umarmt die Grünen, die lassen sich natürlich gerne umarmen. Es ist einer dieser seltenen Wohlfühltermine, die die Kanzlerin nach dem Ausscheiden aus dem Amt für sich beansprucht. Wo sie spricht und wo nicht, ist wohl gewählt. Beim CDU-Parteitag beispielsweise war sie nicht vor Ort. Oder bei der Trauerfeier für CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble in dessen Heimat in Baden-Württemberg. Die Partei, die ihr nahe steht – das ist ganz offensichtlich nicht mehr die CDU. Das sind die Grünen.

Friedrich Merz soll die CDU von ihrem linken Kurs abbringen.
Mit Konservatismus konnte sie nie etwas anfangen
Warum macht sie das? Warum in dieser Offensichtlichkeit? Mein Kollege Ralf Schuler hat Merkel jahrelang als Kanzler-Reporter begleitet. Er sagt: „Trittin hat Merkel als Machtpolitiker imponiert, der den grünen Haufen bis heute mit seinen Wortmeldungen vor sich hertreibt. Er ist ein eigener Kopf, ein Linker, und das steht Merkel im Grunde viel näher als ihre Partei. Mit Konservatismus konnte sie nie etwas anfangen. Mit dem neuen Grundsatzprogramm der CDU auch nicht.“
Im April 2000 wurde Merkel zur Chefin der damaligen Oppositionspartei CDU gewählt, sie eroberte das Kanzleramt zurück und formte eine neue Partei, die Merkel-CDU. Inhaltlich entkernt, in alle Richtungen offen, ohne konservativen Kompass. Ein reiner Machtapparat ohne Seele.
Merkels Nach-Nach-Nachfolger Friedrich Merz (ja, dazwischen waren noch Kramp-Karrenbauer und Laschet!) und sein Generalsekretär Carsten Linnemann haben einen langen, schmerzhaften Prozess gestartet, dieser CDU wieder ein konservatives Profil zu geben, das sich von ALLEN im Bundestag vertretenen Parteien abgrenzt. Das mit Grundsätzlichkeit, nicht durch Beliebigkeit punkten will. Die Merkel-CDU war in alle Richtungen offen und hat vertreten, was gerade zum Regieren gebraucht wurde. Dieses System ist implodiert, hat Schnittmengen nach links ermöglicht, wo eigentlich nie welche waren und die AfD so stark gemacht, wie sie heute ist.
Wenn Merkel sich nicht auf dem CDU-Parteitag blicken lässt, auf dem das neue Grundsatzprogramm verabschiedet wird, aber wenige Tage später von den Grünen im Bundestag hofieren lässt, ist das auch eine Attacke auf Friedrich Merz: Er sieht die Grünen als „Hauptgegner“, sein General Linnemann gab vor dem Parteitag zu Protokoll: „Mit denen geht es nicht.“
Mit denen geht es nicht. Das würde die Rentnerin Merkel wahrscheinlich eher über die CDU sagen, die sich jetzt neu formiert. Sie hätte gerne mit den Grünen regiert. Und bereut öffentlich, dass es nicht geklappt hat. Wie sehr kann man die Partei, die einem eine unfassbare Welt-Karriere ermöglicht hat, eigentlich verachten? Selbst als Rentnerin will Merkel ihren Erzfeind Merz zerstören …
Mehr NIUS:
Die Badewanne stirbt aus, dabei brauchen wir sie dringender denn je
Der Staat will nicht, dass Sie diese Werbung sehen!
Merz in Mecklenburg-Vorpommern: Der Beifall war enden wollend
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Mehr NIUS:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Frei ist nur das Ich!
Warum Julia Klöckner die schickste Frau im Bundestag ist
Merz sagt, in 30 Jahren wird alles besser – ich freu mich schon drauf
Willi Haentjes
Artikel teilen
Kommentare