Die neue Bücher-Inquisition: Lasst uns doch lesen, was wir wollen!
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Das Bücher-Verbot kommt manchmal auf leisen Sohlen. Wer in Deutschland gerne konservative Bücher liest, hat vor allem in Großstädten seine Schwierigkeiten.
NIUS-Autor Björn Harms zum Beispiel mit seinem Bestseller „Der NGO-Komplex“ ist in woken Buchhandlungen migrantischer Bezirke wie Berlin-Kreuzberg nicht in den Regalen zu finden. „Solche Bücher führen wir nicht“, sagt die Oberbuchhändlerin. „Solche Bücher“ – das sind die nicht-linken, nicht-woken, aber sehr erfolgreichen Bücher namhafter Autoren konservativer Provenienz. Und genau diesen soll es jetzt an den Kragen gehen, wenn man es zurückhaltend formuliert.
Konservative Bücher werden isoliert
Die Bibliothek des Konservatismus, eine von staatlichen Förderern unabhängige Büchersammlung im Berliner Stadtteil Charlottenburg, soll ab kommendem Jahr aus dem Bibliotheksverbund der norddeutschen Bundesländer ausgeschlossen werden. Was klingt wie ein bürokratischer Routinevorgang, wird für die Bibliothek ernste Folgen haben, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Damit ist ihr Bestand, der mittlerweile 35.000 Bücher umfasst, von der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend abgeschnitten. Die katalogisierten Werke konservativer Vordenker und Theoretiker sind für Interessierte kaum noch auffindbar. Sie werden aus dem Gedächtnis des staatlichen Bibliotheksverbunds gelöscht.

Die Bibliothek des Konservatismus wird aus dem Gedächtnis des staatlichen Bibliotheksverbunds gelöscht.
Wer sie ausleihen möchte, muss zielgerichtet danach suchen. Dafür muss er überhaupt wissen, dass es sie gibt. Das dürften die wenigsten tun. Die Bibliothek des Konservatismus steht also im toten Winkel. Die Vermutung liegt nahe, dass es dafür politische Beweggründe gibt, schreibt die NZZ. Jahrelang lief die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Bibliotheksverbund der norddeutschen Bundesländer reibungslos. Doch dann kündigte die neu ernannte Verbunddirektorin der konservativen Bibliothek die Mitgliedschaft – nur wenige Monate nach ihrem Amtsantritt. Auch ein sofortiger Einspruch änderte daran nichts.
„Bücher als rechtsextreme Kaderschmiede“
Zuvor hatten zwei Berliner Politiker der Grünen den Umstand skandalisiert, dass die Bibliothek Teil eines ähnlichen staatlichen Verbundes in der deutschen Hauptstadt ist. Der Abgeordnete Ario Mirzaie bezeichnete sie als „rechtsextreme Kaderschmiede mit akademischem Anstrich“. Er fand es erschreckend, dass Studenten bei einer Suche auf ihren Bestand gelenkt werden. So würden „rassistische, antifeministische und nationalistische Positionen normalisiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich“ gemacht.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Welch ein Unsinn! Sind Bücher für mündige Bürger gefährlich? Wo soll das noch hinführen? Vor allem: Lasst uns doch lesen, was wir wollen!
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