Dschungelstart mit Läster-Micky und Lügen-Gil
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Heute Abend startet auf RTL die 19. Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Bei sengender Hitze – in Australien ist es aktuell knapp 40 Grad heiß – kämpfen 12 Kandidatinnen und Kandidaten um die Dschungelkrone und damit um 100 000 Euro.
Mit dabei in diesem Jahr: Simone Ballack (Unternehmerin und Ex-Frau von Fußballer Michael Ballack), Mirja du Mont (Schauspielerin und Ex-Frau von Schauspieler Sky du Mont), dazu Reality-Halbwelt-Größen wie etwa Hubert Fella oder Samira Yavuz.
Gil Ofarim sorgt im Vorfeld für Ärger
Ein Teilnehmer ist schon jetzt heftig umstritten: Musiker Gil Ofarim, der 2021 mit der sogenannten „Davidstern-Affäre“ für einen Skandal sorgte. Ofarim hatte den Mitarbeiter eines Leipziger Hotels des Antisemitismus beschuldigt. Vor dem Landgericht Leipzig räumte der Star später ein, den Vorfall erfunden zu haben, und entschuldigte sich. Im November 2023 wurde das Verfahren gegen Ofarim eingestellt.
Ein gefallener Star? Das verspricht Kontroverse und Quote. Für seine 100.000 Instagram-Follower postete Ofarim vor seiner Abreise ein Schwarz-Weiß-Foto in Feinripp-Unterhemd und mit Lederjacke. Der Text darunter: „…uuuuuund los … sitze am flughafen und versuche seit 20 min. diesen post zu schreiben … die aufregung steigt und es fällt mir gar nicht so leicht ich freue mich auf die kommenden wochen … seid gut zueinander.“

Die Reaktionen: viel Beifall, aber auch Kritik: „Mit dem Mist, den du gebaut hast, hast du einer Person nachhaltig großen und schwer zu reparierenden Schaden zugefügt. Ich finde nicht, dass das Netz so schnell vergessen sollte. Ich bin für eine zweite Chance, aber das ist definitiv zu früh.“
Eine andere Userin schreibt: „Ich hoffe, die schmeißen dich gleich bei der ersten Abstimmung raus. Jemand wie Du hatt es gar nicht verdient, soviel Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit zu bekommen.“
Moderiert wird die Show wieder von Sonja Zietlow und Jan Köppen. Es werden drei Wochen voller Ekel-Prüfungen, Streit und Geständnisse am Lagerfeuer. In diesem Jahr soll es sogar zwei Camps geben: das normale und eines namens „Snake Rock“, also Schlangenfelsen. Apropos Schlangen: Berühmt ist die Sendung auch für ihre bissigen Moderationen, geschrieben von Jens Oliver Haas, dem Mann von Sonja Zietlow, und Micky Beisenherz.
Micky Beisenherz giftet gegen NIUS
Letzterer gibt sich in seinem Podcast „Apokalypse & Filterkaffee“ oder als Host beim „Kölner Treff“ im WDR gern als mediale Moralinstanz, hat aber offenbar wenig Probleme mit grenzsadistischen Moderationstexten. Die Bescheidenheit scheint der vielbeschäftigte 48-Jährige zudem abzulegen, wenn es um Konsum geht: Vor wenigen Tagen postet Beisenherz auf Instagram, offenbar aus der First Class eines Langstreckenflugzeugs, wie er aus einem Champagnerglas trinkt. Die Team-Residenz für die nächsten Wochen in Australien: ein Fünf-Sterne-Hotel am Strand.
Dabei hatte der Autor schon im Vorfeld in den Angriffsmodus geschaltet, indem er heftig gegen NIUS austeilte, es gar als „Boxbude“, „Crackhöhle“ und „Wutbürger-Puppenkiste“ bezeichnete, Chefredakteur Julian Reichelt zudem als „jämmerliche Gestalt“. Im Podcast „Friendly Fire“ mit Oliver Polak war der verbale Scharfschütze kaum zu bremsen und bemerkenswert bemüht, die eigene, gut bezahlte Tätigkeit zu rechtfertigen. Er befasse sich nur einmal im Jahr mit Trash-TV.

Moderator Micky Beisenherz in der WDR-Talksendung 'Kölner Treff'
Offenbar bleibt ihm dann noch genügend Zeit, um sich mit anderen Medien zu beschäftigen. Die Beisenherz-Formel bleibt scheinbar immer gleich, wenn sich auch in den letzten Jahren ein an Jan Böhmermann erinnernder, bitterer Unterton eingeschlichen hat: draufdreschen, Wortwitz bauen, fertig. Der Einladung in die NIUS-Live-Sendung ist Beisenherz bislang noch nicht nachgekommen.
Aus der Ferne ätzt es sich anscheinend besser:
„Ich habe eine wirkliche, aufrichtige Abscheu gegen Julian Reichelt, gegen NIUS und alles, was damit zusammenhängt. Und, wenn sie dich einladen und sagen, ja dann komm doch mal zu uns in die Sendung, live, dann können wir debattieren. Das ist natürlich ’ne Debattenattrappe. Die sind natürlich null daran interessiert an echtem Austausch, da geht’s nur um Krawall.“
Immerhin geht Beisenherz auch mit sich selbst ins Gericht:
„Aber was natürlich auch wahr ist, wenn ich denen öffentlich ans Bein pisse, dann ist das in erster Linie nur der Selbstdarstellung wegen, weil’s mir einfach Spaß macht. Das ist also eher mit ’ner Doppelbizeps-Pose und Selbstdarstellung zu vergleichen als mit ’nem ernsthaften journalistischen Anspruch. Das muss man so selbstkritisch natürlich auch sagen. Denn, na klar, sendest du da in erster Linie an die eigene Bubble: Guck mal, wie lustig ich bin, und das hat natürlich mit Journalismus in dem Sinne auch nichts zu tun. So ehrlich muss man dann schon sein.“
Und Beisenherz, der immer öfter klingt wie Fernseh-Lästermaul Désirée Nick in einem Reality-Format, scheint die Verbalkeilerei immerhin sportlich zu sehen:
„Und das macht ja alles auch Spaß, und ich find’ das alles auch gar nicht schlimm, wenn du dich da von solchen Leuten da ansaugen lassen musst. Das nehm’ ich ja wirklich sportlich. Da denk’ ich auch, ja gut, jetzt teilste aus, dann musste dir auch mal paar fangen, das ist ja in Ordnung.“
Heute Abend kann sich TV-Deutschland einmal mehr davon überzeugen, wie gut Beisenherz austeilen kann. Beim Einstecken ist noch Luft nach oben. „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ läuft ab heute um 20:15 Uhr auf RTL.
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