Ein Nachruf auf Made in Germany
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Manchmal braucht es nur einen Namen, um eine ganze Geschichte zu erzählen. So ein Name ist Miele, der berühmte deutsche Küchengerätehersteller. Dieses Unternehmen steht für alles, was deutsche Wertarbeit ausmacht: Zuverlässigkeit, technische Innovation, Qualität über den Tag, die Woche, über Monate, Jahre hinaus. Als einziges Unternehmen der Branche testet Miele seine Geräte auf bis zu 20 Jahre Lebensdauer.
Die Bauteile einer Miele-Maschine stammen ausschließlich von deutschen Lieferanten. Auch die Produktion findet nur in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) statt. In Deutschland arbeiten 10888 Menschen für Miele. Jetzt, zum 125. Jahr des Bestehens, streicht Miele 700 Stellen in Deutschland und verlagert Teile seiner Produktion nach Polen. Konzernchef Markus Miele sagt dazu in der ZEIT: „Nicht einmal die Finanzkrise von 2008/2009 hat sich bei uns so bemerkbar gemacht. Von den verkauften Stückzahlen her haben wir im vergangenen Jahr das gesamte Wachstum von mehr als fünf Jahren verloren.“
Miele – dieser Weltmarke steht für viele andere Namen „Made in Germany“. 16 Prozent der Unternehmen des industriellen Mittelstandes in Deutschland sind dabei, Arbeitsplätze und Teile ihrer Produktion ins Ausland zu verlagern. Weitere 30 Prozent tragen sich mit konkreten Abwanderungsgedanken, wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ermittelte. Dazu gehören vor allem Unternehmen aus dem Maschinenbau, chemische Industrie, Baugewerbe, Papier- und Holzverarbeitungsindustrie, Elektroindustrie.

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Das schleichende Ende von „Made in Germany“ – ein Nachruf auf stolze deutsche Unternehmen:
- Porsche will seine geplante Gigafactory von Cellforce wohl doch nicht in Deutschland bauen, stattdessen in Nordamerika, berichtet die FAZ.
- VW hat angekündigt, den Verbrenner-Golf nicht mehr in Wolfsburg, sondern in Polen zu bauen.
- Mercedes errichtet eine Fabrik für E-Transporter, ebenfalls in Polen, in der Stadt Jawor.
- Familienunternehmen Kärcher schließt sein Werk bei Pforzheim und verlagert eine Produktionsstätte ins Ausland.
- BMW baut sein Werk in Spartanburg (US-Staat Carolina) aus.
- Audi will sein erstes US-Werk errichten.
Laut BDI-Präsident Siegfried Russwurm sei die „Geduld vieler deutscher Unternehmer am Ende“: zu viel Bürokratie, zu teure Energie, zu wenige Fachkräfte. Peter Adrian, Präsident des der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK): „Es ist höchste Zeit, jetzt eine Wende in unserer Wirtschaftspolitik einzuleiten.“ CDU-Politiker Tilman Kuban: „Deutschland wird zur Titanic. Ein leistungsstarker Dampfer, den die miserable Ampel-Crew von einem Eisberg zum nächsten steuert.“ Es brauche eine verlässliche, durchdachte Energiepolitik“, statt immer mehr Bürgergeld und „Vier-Tage-Woche-Mentalität“.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Unser gutes „Made in Germany“ ist in die Jahre gekommen. Die ganze Welt hat uns einst beneidet um diese Qualitätsmarke. Was muss noch passieren, damit unsere Politik endlich aufwacht und verhindert, dass große deutsche Unternehmen Lebewohl sagen?
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