Gemüse, Obst, Schokolade – schon wieder alles teurer: Wer soll das denn noch bezahlen?
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Wahlen finden nicht alle vier Jahre statt. Gewählt wird in Deutschland jeden Tag. Und es ist zurzeit eine deprimierende Wahl: Was kann ich im Supermarkt noch kaufen, was kann ich mir noch leisten?
Die Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes für Lebensmittel ermittelte erschreckende Zahlen: In nur einem Monat (von Dezember 2023 bis Januar 2024) haben sich zahlreiche Lebensmittel drastisch verteuert, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Gemüse stieg um 4,2 Prozent, Butter um 5,1 Prozent, normales Speiseöl um 13,3 Prozent. Olivenöl stieg innerhalb eines Jahres um 46 Prozent. Weitere Beispiele: Tomaten haben sich in einem Monat um 13,6 Prozent verteuert, Kürbisse, Auberginen, Mais sogar um 19 Prozent. Besonders verbraucherunfreundlich sind die Preise für Schokolade gestiegen: 4,1 Prozent in einem Monat, 11,4 Prozent über das ganze Jahr gerechnet.

Tomaten sind innerhalb eines Monats um 13,6 Prozent teurer geworden.
Das neue Phänomen des Preisgaffers
Es sind diese Preise, über die Verbraucher jeden Tag reden, weil sie sich jeden Tag darüber ärgern. Was heißt ärgern? Wer mit wachen Augen durch einen Supermarkt geht, erlebt ein neues Phänomen: die Preisgaffer. Das sind die vielen Frauen und Männer, die sich zu Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen, Toilettenartikeln herunterbeugen, um die genauen Preise studieren zu können. Die gucken ganz genau, wo es etwas billiger gibt. Viele gehen direkt zu den Ständen mit den Angeboten und bleiben dort, bis sie alles studiert haben, im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie müssen es. Weil das Normale für die Normalen inzwischen oft zu teuer ist.

Für viele Bürger ist der Gang zur Kasse auch ein Moment der Angst ...
Armes Deutschland?
Eine neue Armut schleicht durch Deutschland. Die Bundes-Verbraucherzentrale geht davon aus, dass aller Wahrscheinlichkeit die Lebensmittelpreise „nur gering zurückgehen“. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen daher damit rechnen, zukünftig einen höheren Anteil ihres zur Verfügung stehenden Einkommens für Lebensmittel auszugeben. Am Schluss dieser Einschätzung folgen Sätze, die man langsam lesen sollte, weil sie wie Hammerschläge wirken, finde ich, mit meinem gesunden Menschenverstand.
Die Sätze der Verbraucherzentrale lauten:
„Die Teuerung bei Lebensmitteln summieren sich zu denen in anderen Lebensbereichen. Durch die hohe Inflationsrate und weiter steigende Preise drohen Ernährungsarmut und generell Armut in immer größeren Teilen der Bevölkerung bis hinein in die Mittelschicht. Die Politik muss sich dieses Problems annehmen und mit wirksamen Maßnahmen gegensteuern.“
Und genau an dieser Stelle, liebe Leserinnen und Leser, beginnen meine Zweifel. Die Politik hat es bisher nicht geschafft, wirksame Maßnahmen gegen die hohen Preise zu entwickeln. Warum sollte das in Zukunft klappen? Armes Deutschland.
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