Heidi Klum trifft auf Donald Trump: Langsam trauen sich die Stars, Flagge zu zeigen
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Sie kam in rotem Kleid und war bester Laune – während er in gewohnt lässiger Manier einen Pressepulk um sich scharte, der ihn fotografierte und ihm jede Aufmerksamkeit gab. Im Vorfeld der Auslosung der Gruppen für die Fifa-Fußball-WM ging es genau um zwei Personen: Heidi Klum und Donald Trump. Und dies ist kein Zufall.
Wenn Supermodels aus dem Fashionzirkus herauswachsen, können sie a) abtauchen, b) ein Kinderbuch schreiben oder c) ins Dschungelcamp.
Oder aber sie treten mit Donald Trump auf – so wie Heidi Klum. Die ist nach 20 Staffeln Germany’s Next Topmodel und mehreren US-Shows dick im Geschäft, hat knapp 13 Millionen Follower und stellt die Weichen für die Karrieren ihrer Kinder Henry und Leni. Und: Sie steigt jetzt in die Riege der Promis auf, die mit den Mächtigsten der Welt kuscheln.
Erst am Mittwoch zeigte Ex-Supermodel Claudia Schiffer beim Staatsbankett von König Charles auf Schloss Windsor, wie es eine Liga weiter oben zugeht: Claudia heißt dank ihres Filmproduzenten-Gatten mittlerweile Lady Vaughn, dinierte neben dem britischen Premier Keir Starmer und nur zwei Plätze vom König entfernt.
Politisch hat sich Heidi Klum meist bedeckt gehalten. Bis jetzt: Heute um 18 Uhr unserer Zeit wird die 52-Jährige in Washington D.C. die Auslosung für die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA moderieren. Es geht um die Gruppenphase, die am 11. Juni 2026 startet.
Vor wenigen Stunden postet Heidi Klum auf Instagram ein Foto mit dem umstrittenen FIFA-Boss Gianni Infantino. Beide strahlen seriös gekleidet in die Kamera. Die Kommentarfunktion unter dem Foto: deaktiviert.

Viele ihrer Kollegen hätten abgesagt
Aber es kommt noch dicker: Heidi wird in Washington zusammen mit US-Präsident Donald Trump auftreten, der Co-Gastgeber der WM ist. Das ist in diesen Zeiten ein Statement. Viele ihrer Kollegen hätten abgesagt – aus Angst um ihren Ruf. Am Beispiel von Schauspielerin Sydney Sweeney sieht man schließlich, was passiert, wenn sich ein Star als Trump-Sympathisant outet: Die vermeintlich „Guten“ sind entsetzt, Werbeverträge wackeln, Follower fliehen.
Heidi zieht durch. Immerhin kennen sie und Donald Trump sich seit mehr als zwei Jahrzehnten – kleine Sticheleien inklusive. In einem Interview mit der New York Times sagte er 2015:
„Heidi Klum: Leider ist sie jetzt keine 10/10 mehr.“
Daraufhin postete die vierfache Mutter ein Video mit einem T-Shirt, auf dem die 10 prangt. Ein Mann mit Donald-Trump-Maske schleicht sich heran und reißt den Zettel ab. Darunter: 9,99. #HeidiTrumpsTrump, also Heidi übertrumpft Trump.
Heidi weiß: Humor schlägt Hass. Immer.
Die Stars kommen aus der Deckung
Wenn die Model-Macherin heute Abend also ein Trump-Event moderiert, ist das für ihre Kritiker vielleicht MAGA-GAGA, für alle anderen aber ein klares Zeichen: Langsam trauen sich auch die Stars, Flagge zu zeigen. Lange hat die Entertainment-Elite in Hollywood und Deutschland geschwiegen. Heute sind Hochkaräter aus Sport und Showbiz dabei, wenn aus der Fußball-Show vielleicht eine Trump-Show wird. Wie das US-Magazin Politico berichtet, erhält der US-Präsident heute nämlich den ersten Friedenspreis der FIFA. Der Fußball-Weltverband begründet das so: „Mit dieser Auszeichnung sollen Personen geehrt werden, die sich besonders für die Wahrung des Friedens einsetzen und damit Menschen auf der ganzen Welt zusammenbringen.“ Überreichen soll den Preis Fifa-Präsident Gianni Infantino, ein Freund von Trump.
Anders als Ex-Präsident Barack Obama, den die Superstars hofierten, tat sich Trump immer schwer, vom Hollywood-Hochadel akzeptiert zu werden. Das ändert sich gerade. Die Promis sehen die Nähe zum Präsidenten zusehends sportlich: Nicht nur eröffnet Opernstar Andrea Bocelli den Abend, auch Robbie Williams – selbst Wahl-Amerikaner und Fußballfan – und Nicole Scherzinger wollen singen, selbst der Trump-kritische Comedian Kevin Hart wird auftreten. Die Lose ziehen Sport-Legenden wie Rio Ferdinand, Tom Brady und Shaquille O'Neal.
Der Trump-Effekt
Vielleicht gibt Heidi Klums Einsatz unserer Nationalmannschaft ja den dringend benötigten Auftrieb: Zwar ist das Team von Trainer Julian Nagelsmann mit den WM-Favoriten Argentinien, Spanien und Frankreich in einem Lostopf – diese scheiden damit als Gegner in der Gruppenphase aus. Aber die Mannschaft hat sich durch die Qualifikation gezittert und muss jetzt liefern.
Apropos: Im Wahlkampf nutzte der US-Präsident den Kultsong der Village People: YMCA. Und natürlich treten die Disco-Opas bei der Auslosung auf. Beim schrägsten Gipfeltreffen aus Politik, Sport und Showbiz zeigt sich ein echter Trump-Effekt: Erst rümpfen alle die Nase, dann trauen sich alle aus der Deckung.
Make Entertainment great again!
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