Kalifat: Das bedeutet es wirklich, wenn tausende Islamisten in Hamburg den Scharia-Staat fordern
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Es ist das Wort der Stunde: Kalifat. Das Wort hat einen freundlichen Klang. Wie eine orientalische Erinnerung aus Tausendundeiner Nacht – ein Ort, an dem getanzt und der Dattel-Teller niemals leer wird. Der Kalif, das wird ein sanfter und weiser Mann aus einem längst untergegangenen Herrscherhaus sein.
Vergessen Sie dieses Märchen. Das Gegenteil ist der Fall.
Das Kalifat ist keine romantische Erinnerung an den Orient, sondern brutale Gottesstaat-Realität überall dort auf der Welt, wo ISIS, Al-Qaida und Co. die Macht übernommen hat. Kalifat heißt Unterwerfung. Dort gibt es nur Muslime und solche, die zum Islam konvertieren. Wer sich gegen den Islam entscheidet, wird versklavt oder getötet. Nicht per Giftspritze oder auf dem elektrischen Stuhl, sondern mit langen Messern, die den Kopf vom Körper trennen. Es ist ein brutaler Todeskult, die Videos der Exekutionen und aufgespießten Köpfe sind kaum zu ertragen. Aber sie existieren, weil im Kalifat der Tod der Ungläubigen zelebriert wird – die Islamisten beweisen sich ihre Stärke und drohen gleichzeitig dem Westen.
Wenn Sie in diesem Zusammenhang das Wort „Steinzeit-Islamisten“ hören, dann ist das also keine Verniedlichung an einen primitiven Lebensstil ohne Elektrizität, sondern an ein Menschen- und Weltbild aus der Steinzeit. Wer sich nicht den Regeln des Koran unterwirft, wird geköpft. Auf Ehebruch steht Steinigung, auf Diebstahl eine abgehackte Hand, homosexuelle Menschen werden vom Dach geworfen oder baumeln am Kran. Das alles ist jeden Tag Realität in Gebieten in Syrien und im Irak, die von ISIS kontrolliert werden. Oder anderen islamischen Staaten, in denen Terrorgruppierungen ihren theokratischen Gottesstaat durchsetzen wollen.
Das bedeutet Kalifat. Und das ist die Gesellschaft, die sich Islamisten herbeisehnen – auch IN und FÜR Deutschland.
Hamburg, Samstagnachmittag. In Deutschlands altehrwürdiger Hansestadt versammeln sich tausende Menschen, vornehmlich junge Männer, bei bestem Sonnenschein. Sie demonstrieren für das Ende der Demokratie und den Beginn eines Gottesstaates in der Bundesrepublik. Immer wieder recken sie den ISIS-Finger und skandieren Allahu Akbar. Wobei: Es ist kein Skandieren wie im Fußballstadion oder bei Gewerkschafter-Demonstrationen, sondern eine dröhnende Drohung. Es liegt eine Entschlossenheit in der Luft, die keine anderen Götter neben Allah zulässt. Allahu Akbar. Hören Sie sich die Ton-Sequenzen dazu an – sie hätten diese Szenen in Rakka vermutet, nicht in Hamburg.
Schauen Sie hier:
„Das Kalifat ist die Lösung“, das war die einende Botschaft der jungen Männer bei dem Islamisten-Aufmarsch. Und vielleicht war das auch die Botschaft der vollverschleierten Frauen auf der Versammlung, so genau wissen wir das nicht – denn ihre Lippen blieben unsichtbar hinter dem Nikab.
Meine Kollegin Katharina Schmieder war für NIUS auf der Demonstration. Sie berichtet, dass sie die einzige Frau OHNE Verschleierung vor Ort war – selbst kleine Mädchen trugen bei 25 Grad einen Schleier. „Es war einfach nur beängstigend. Eine Demonstration für die Scharia, gegen die Freiheit. Als Frau sage ich: Das ist nicht mehr mein Land.“
Übrigens: Alles am helllichten Tag und unter Polizeischutz. Denn natürlich gilt in Deutschland auch das Grundgesetz für Islamisten: Wer das Kalifat fordert und damit das Ende der Bundesrepublik Deutschland, genießt den Schutz der Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Entsprechend wurde die Scharia-Demo gegen die Demokratie genehmigt und von Einsatzkräften geschützt.
Klingt paradox. Ist aber Voltaire in Reinform: Die Meinung des Gegenübers nicht teilen – aber sie niemals unterdrücken oder zulassen, dass sie unterdrückt wird.
Ein Redner auf der Bühne kündigte an, dass „die Karten neu gemischt werden“, wenn der „schlafende Riese erwacht“. Politiker und Medien werden „zur Rechenschaft gezogen“. Es ist nicht weniger als eine offene Drohung der Islamisten an die deutsche Gesellschaft.
Und jetzt raten Sie mal, wie diese Politiker und Medien auf diese Drohung reagieren.
Die Antwort lautet: Unterwerfung. Pure Unterwerfung. Genau das, was am Ende des Kalifats steht. Ich übertreibe auch nicht. Die Tagesschau, Deutschlands wichtigste Nachrichtensendung mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von knapp 10 Millionen Menschen, ignorierte den Islamisten-Aufmarsch komplett. Wer sich über die Tagesschau informiert, weiß NICHTS von den verstörenden Szenen aus Hamburg. Samstag: Keine Sekunde. Sonntag: Keine Sekunde. Heute ist Montag. Irgendetwas in mir hofft immer noch, dass die Kollegen irgendwann einmal aufwachen und ihre Berichterstattung an die Realität anpassen.

Justizminister Marco Buschmann (FDP)
Justizminister Marco Buschmann (FDP), Herr über die Rechtslage, wirft sich komplett in den Staub. Er meldete sich am Montag zu Wort: „Wem ein Kalifat lieber sein sollte als der Staat des Grundgesetzes, dem steht es frei auszuwandern.“ Das ist die Antwort des Rechtsstaates auf radikale Islamisten, die den Rechtsstaat durch die Scharia ersetzen wollen: Bitte wandert freiwillig aus. Wie naiv kann man sein ... Innenministerin Nancy Faeser findet, dass die Demonstration auf unseren Straßen „schwer erträglich“ sei. Schwer erträglich. Nicht unerträglich. Oder eine Entwicklung, gegen die man ankämpfen müsse. Nichts dergleichen. Wenn ein Islamisten-Mob die Demokratie abschaffen möchte, ist das „schwer erträglich“. Auch hier stelle ich mir die Frage: Merkt da einer noch was? Wann passt die Bundesregierung ihre Politik an die Realität an?
Schließen möchte noch einmal mit den Worten meiner Kollegin Katharina Schmieder, die nur eine von wenigen Journalisten vor Ort war. Sie schreibt über die Nicht-Reaktion aus Politik und Medien: „Es ist eine falsche Toleranz im Namen von, Vielfalt und Diversität‘, die Frauenrechte schreddert und unsere freie Art zu leben auf dem Rücken der Mädchen und Frauen opfert. Möge es nie nach Deutschland kommen, das Kalifat. Welch ein schrecklicher Gedanke!“
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