Klimamanager, Gleichstellungsbeauftragte, Hamsterschützer: Die überbezahlten Bullshit-Jobs im öffentlichen Dienst
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Am 19. Mai wurde bei Zeit Online eine Nachhaltigkeitsmanagerin im öffentlichen Dienst vorgestellt. Ihr Name ist Karin, sie ist 37 Jahre alt und arbeitet 32 Stunden die Woche, weil ihr mehr Stunden zu stressig sind. Ihr Job ist es, sich Gedanken darüber zu machen, wie man Bauprojekte umweltfreundlich gestalten kann. „Vielleicht könnte man statt Beton mehr Holzelemente verarbeiten, weil die CO2-Bilanz von Holz besser ist“ führt sie als Beispiel an.
Für solche bahnbrechenden Erkenntnisse bekommt sie 3600 Euro netto jeden Monat. Ja richtig gelesen, netto, nicht brutto. Mit 32 Stunden in der Woche.
Nach der Veröffentlichung des Textes auf X gab es viel Empörung von Menschen, die doof genug sind, in der Privatwirtschaft zu arbeiten und so einen Job mit ihren Steuern finanzieren müssen. Es kam die Frage auf, ob man solche Umweltkriterien nicht einfach in jede Ausschreibung schreiben und die Umsetzung den Profis überlassen könne. Die Höhe des Gehaltes bei nur 32 Stunden empfanden viele als Verhöhnung der Steuerzahler. 1,3 Millionen Impressionen hat der Ausgangstweet von Zeit Online bis heute gesammelt, extrem viel für einen Artikel eines Mediums. Offensichtlich auch ermöglicht durch eine große Portion Überraschung. Schließlich hatten die meisten bis dahin noch nie von so etwas Absurdem wie einer „Nachhaltigkeitsmanagerin“ gehört.
Doch wie viele solcher Bullshit-Jobs gibt es eigentlich? Um das rauszufinden, habe ich mal Stellenanzeigen des öffentlichen Dienstes durchforstet. Unterhaltungswert garantiert.
Da wäre zum Beispiel ein Stellenangebot vom Theater Dortmund, in dem es allerdings nicht um die Entwicklung von Bühnenstücken, sondern um Nachhaltigkeitsmanagement geht. Es soll eine CO2-Bilanz für das Theater erstellt und eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt werden. China und Indien interessieren sich nicht sonderlich für den Klimawandel? Nicht so schlimm, der Nachhaltigkeitsmanager vom Theater Dortmund reißt das wieder raus. Die Stelle ist zur Teilzeit ausgeschrieben und die Bezahlung kann bis zur Vergütungsgruppe E 11 TVÖD erfolgen. Also von 4032 bis hin zu 5975 Euro monatlich. 20 Stunden die Woche ein Theater klimaneutral machen für 2000 bis 3000 Euro, das finanziert man als Steuerzahler doch gerne. Falls jetzt jemand begeistert ist und sich bewerben möchte, sollte er besser kein Mann sein. Bei gleicher Qualifikation wird natürlich die Frau bevorzugt. Ein schwerbehinderter Mann hätte allerdings wieder Chancen, ist sogar „ebenso erwünscht“ wie eine Frau.

Nachhaltigkeitsmanager als berufliche Chance.
Fachkenntnisse im Bereich Gender-Mainstreaming erwünscht
Für alle Kölner gibt es ein hochinteressantes Stellenangebot beim Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern. Das sucht nämlich einen „Koordinator*in Istanbul-Konvention und Gender-Budgeting (m/w/d)“. Bei so einem Namen weiß man eigentlich schon intuitiv, dass jetzt utopischer Blödsinn kommt. Aber worum gehts genau?
Nun, es geht natürlich um die Durchsetzung von Gleichberechtigung und Gleichstellung in der Kölner Stadtverwaltung und im gesamten Stadtgebiet. Im gesamten Stadtgebiet, weil absolute Gleichstellung allein in der Verwaltung als Ziel einfach nicht größenwahnsinnig genug ist. Der Bewerber muss einen Masterabschluss in, nun, ehrlicherweise in irgendwas mitbringen. Von Gender Studies bis Rechtswissenschaften ist alles dabei. Wirklich wichtig ist aber, dass der Bewerber über „Genderkompetenz und Diversitätsüberzeugung“ verfügt und Fachkenntnisse im Bereich des Gender-Mainstreaming hat. Gender-Mainstreaming, das ist kurz gesagt der Glaube, dass Männer und Frauen nicht gleichberechtigt, sondern gleichgestellt sein müssen. Platz für natürliche Unterschiede, andere Präferenzen und Entscheidungen bleibt da nicht. Jeder statistische Unterschied zwischen Männern und Frauen wird als Anlass genommen, staatliche Maßnahmen zu ergreifen. Der Bewerber muss also wissenschaftsferner Ideologe sein. Es ist ein Job zur Selstbeschäftigung in der Verwaltung. Ohne jeden realen Nutzen.
Was bekommt ein Master-Absolvent der Gender Studies nach Einstellung als Gehalt von den Steuerzahlern? Einmal festhalten bitte. Ohne jede Berufserfahrung 4628 Euro brutto. Nach nur 7 Berufsjahren bekäme er knapp 6000 Euro. In der letzten Stufe 6600 Euro. Für ein bisschen Gleichstellungs-Blabla und wahrscheinlich 40 Krankheitstage pro Jahr.
Das Klima in Krummhörn
Noch wahnsinniger wird es in der niedersächsischen Gemeinde Krummhörn. Keine 13.000 Einwohner hat diese Kleinstadt, sucht aber einen Klimaschutzmanager. Der soll Treibhausminderungsziele festlegen, Klimaschutzmaßnahmen initiieren, ein Klimaschutzkonzept für Krummhörn entwickeln und noch neun andere Tätigkeiten ausfüllen. Je nach Berufserfahrung bekommt er für diesen Job zwischen 4000 und 5975 Euro brutto monatlich. Der Steuerzahler muss einen lokalen Öko-Planwirtschaftler finanzieren, der nichts erreichen wird, außer allen mit kleinteiligsten Maßnahmen auf die Nerven zu gehen.
Wer jetzt hoffnungsvoll glaubt, das wäre eine große Ausnahme und diese merkwürdige kleine Gemeinde hätte halt nicht mehr alle Fischstäbchen in der Pfanne, der irrt gewaltig. Es sind dutzende solcher Stellen ausgeschrieben. Nicht unwahrscheinlich, dass bald jede Stadt solche Stellen besetzt hat.
Es gibt in Deutschland etwa 2100 Kleinstädte. Wenn jede einen Klimamanager hätte und der monatlich 5000 Euro bekäme, würde das den Steuerzahler jedes Jahr unglaubliche 126 Millionen Euro kosten. Um die abstrakte Zahl konkret werden zu lassen: 56.000 hart arbeitende Menschen, die 15 Euro je Stunde verdienen, müssten das ganze Jahr nur dafür Lohnsteuer zahlen, damit alle Klimamanager in Kleinstädten finanzieren werden können. Und das ohne jeden Nutzen fürs Klima, denn das Weltklima wird sicher nicht am Klimamanager-Wesen deutscher Kleinstadt-Verwaltungen genesen. Jede Wette.
Ob Nachhaltigkeitsoptimierung, Klimabekämpfung oder Gleichstellungsutopien, Deutschland leistet sich eine gigantische Zahl an sinnlosen Bullshit-Jobs, die keinen Nutzen bringen. Im Gegenteil: Im Zweifel schaden diese ganzen Mini-Politiker in den Verwaltungen den Bürgern noch mit ihren Regulationsorgien. Oft wäre es besser, das Steuergeld lieber gleich zu verbrennen.
Möglicherweise sind diese Bullshitjobs auch eine Erklärung dafür, dass die Grünen so einen unerschütterlichen Kern an treuen Wählern haben. Die ergebnislose Bekämpfung des Klimawandels und der realitätsferne Kampf für Gleichstellung scheinen gute Jobmöglichkeiten für ideologisch Eingeweihte zu eröffnen. Die dann natürlich der Partei treu bleiben. Freilich gab es Parteifilz, gerade auch in kommunalen Verwaltungen schon immer, ob in CSU-Bayern oder in SPD-NRW, aber die Grünen und ihr Vorfeld sind einmalig kreativ bei der Schaffung dieser Ideologie-Jobs.
Des Hamsters Kern
Wir haben jetzt das eine Problem des öffentlichen Dienstes kennengelernt. Überbezahlte Jobs, die keiner braucht und die schlimmstenfalls über die Steuergeldverschwendung hinaus noch Schaden durch Regulierungsübermut anrichten. Es gibt aber noch ein anderes Problem. Exemplarisch dafür steht mein persönliches Highlight der Stellenausschreibungen. Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum sucht einen Mitarbeiter für, ich bitte um Trommelwirbel, Hamsterschutz. Gesucht werden Landwirte, Fachkräfte für Agrarservice oder Gärtner, die unter anderem Feldversuche, Veranstaltungen und Schulungen zum Hamsterschutz durchführen. Bezahlt wird je nach Erfahrung zwischen 3000 und 3600 Euro brutto. Klingt nach den ganzen kommunalen Klimarettern nicht sonderlich viel, liegt aber entweder in dem Gehaltsbereich, den Privatunternehmen dieser Branchen Angestellten zahlen können oder sogar darüber.

In Thüringen sucht man Mitarbeiter für Hamsterschutz.
Und hier liegt der Hamster im Pfeffer. Das ist des Hamsters Kern. Verzeihung, ich konnte nicht widerstehen. Jedenfalls: Erst schröpft der Staat private Unternehmen steuerlich, sorgt durch eine immense Abgabenlast dafür, dass ihre Angestellten netto relativ wenig bekommen und schafft dann mit diesem Steuergeld Konkurrenzstellen bei sich selbst, mit angenehmeren Arbeitsbedingungen und gleichwertiger oder meist besserer Bezahlung. Dieses Hamster-Jobangebot wird dazu führen, dass ein Privatunternehmen einen guten Mitarbeiter verliert, der bei diesem realwirtschaftliche Werte geschaffen hat und sich von nun an dem volkswirtschaftlich total wichtigen Hamsterschutz widmet.
Nichts gegen Hamster, aber das erscheint mir schlicht unfair, nicht mit marktwirtschaftlichen Grundsätzen vereinbar und als unverhältnismäßige Wettbewerbsverzerrung. Hamsterschutz, das muss auch ehrenamtlich oder freiwillig finanziert gehen. Dieser Sachverhalt ist tatsächlich ein strukturelles Problem und betrifft mehr Berufszweige als man gemeinhin denkt. Ich muss nur in meinen Freundeskreis schauen und sehe eine Handvoll Handwerker, die lieber beim Staat arbeiten, weil der besser zahlt und sie dort einen weitaus entspannteren Job haben. Es gibt im öffentlichen Dienst keine Anreize für Effizienz, für Schnelligkeit oder für Kundenzufriedenheit. Mit wohlstandsvermindernden Folgen. Durch diese aus freiheitlicher Sicht unzulässig aufgebauten staatlichen Konkurrenzjobs wird viel potenzielles Wachstum einfach verhindert. Das ist ein mindestens genauso großes Problem wie gnadenlos überbezahlte Jobs für Menschen, die in der Privatwirtschaft keine Chance hätten.
Der öffentliche Dienst hätte dringend ein paar Privatisierungs-, Kürzungs- und Entlassungswellen nötig, um diesen Missstand zu beheben. Der Staat sollte auch schlichtweg nicht für vergleichbare Berufe besser zahlen dürfen als private Unternehmen. Das gebietet schon der Respekt vor den Bürgern, die den ganzen Spaß finanzieren müssen.
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