Lieber tot als lebendig: Die neue German Angst vor der Zukunft
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Angst ist vielleicht kein guter Ratgeber. Aber ein guter Gradmesser, wie es um eine Gesellschaft bestellt ist.
Zwei von drei Bürgern (69 Prozent) haben große oder sehr große Angst vor der Zukunft Deutschlands. Nur jeder dritte Deutsche (35 Prozent) hat große oder sehr große Angst vor dem Tod. Das zeigt eine exklusive INSA-Umfrage für NIUS.
Übersetzt heißt das: Die Deutschen haben mehr Angst vor dem Land, in dem sie einmal leben werden als vor dem Moment, in dem sie die Welt für immer verlassen müssen. Die Sorge vor einem Deutschland-Absturz, vor dem Ende von Wohlstand und Sicherheit, ist um ein Vielfaches größer als die Angst vor dem eigenen Ableben.
Was ist das für eine Gesellschaft, in der die Menschen mehr Angst haben vor dem Leben als vor dem Tod?
Die Sorgen um das Morgen
Vielleicht liegt es daran, dass wir unseren Tod nicht verhindern, die Zukunft unseres Landes aber sehr wohl gestalten können. Vielleicht liegt es daran, dass wir uns nie Sorgen um das Morgen gemacht haben, weil das Heute immer großartig war – und der Tod nur das unvermeidbare Ende einer schönen Reise.
In der Welt sind wir für die German Angst bekannt. Für eine kollektive Form der nationalen Mutlosigkeit und des Zögerns in Momenten, in denen das gesamte Land vor einer ungeplanten Herausforderung steht. Corona war so ein Moment. Oder das havarierte Kernkraftwerk in Fukushima.

Die Ergebnisse der INSA-Umfrage für NIUS
Der große Unterschied zwischen der German Angst vor einem Erdbeben und der German Angst vor der Zukunft dieses Landes ist, dass wir niemanden für eine Naturkatastrophe verantwortlich machen können – wohl aber für das Land, in dem unsere Kinder und Enkelkinder aufwachsen.
Gibt es meinen Job in 10 Jahren noch? Wird der Staat mir eine Rente zahlen? Kann ich mir das Leben noch leisten? Unter all den unsicheren Faktoren, die zum Leben dazu gehören, scheint der Tod noch der sicherste.
Angst entsteht nur, wenn Menschen unsicher sind, wenn sie sich bedroht fühlen, wenn sie nicht wissen, was als Nächstes geschieht. Angst wird schlimmer, wenn man genau weiß, was als Nächstes geschieht. Und das ist auch das Problem mit der aktuellen German Angst: Olaf Scholz, Robert Habeck und Christian Lindner haben gerade erst Halbzeit.

Seit ziemlich genau zwei Jahren im Amt: Scholz, Habeck, Lindner
Die Gewissheit, dass die Ampel-Regierung noch zwei weitere Jahre Zeit hat, das Land vor die Wand zu fahren, ist beunruhigend. Jeder spürt es: Politik wird gegen den Willen der Mehrheit gemacht und die großen Probleme unserer Zeit nicht lösen. Vielleicht verschlimmern sie Migrations- und Energie-Krise noch weiter.
In Zeiten der Angst ist die Hoffnung auf ein besseres Morgen ein wertvolles Gut. Wenn die größte Hoffnung der Menschen ist, dass sich die Regierung selbst zerlegt und damit die nächste Krise auslöst, ist das nur ein schwacher Trost …
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