Mach doch mal ein Jahr Pause, Luisa! Es wäre das Beste für uns alle ...
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Seit etwa fünf Jahren bist du in den Medien omnipräsent. Unzählige Interviews, Auftritte in Talkshows, Demoreden, Gespräche mit etlichen Politikern. Es gibt keinen zweiten deutschen Aktivisten, dem in all den Jahren eine so große Bühne geboten wurde. Selbst die allermeisten Politiker können von so viel Aufmerksamkeit nur träumen. Umso erstaunlicher ist es, wie wenig Substanzielles, wie wenig Konkretes in all den Jahren von dir zu vernehmen war.
Sicher, du formulierst immer gerne radikale Ziele: Kohleausstieg vor 2030, bei Erdgas und Öl soll es 2035 vorbei sein. Mitte der 2030er-Jahre muss dann auch die vollständige Dekarbonisierung erreicht sein und mittelfristig soll die Zahl der Autos auf deutschen Straßen halbiert werden. Doch bei der Frage der Machbarkeit entlarvst du dich schneller, als die Beliebtheitswerte der Ampel sinken.
Ende 2021 teiltest du auf Twitter mit: „System Change, überall und schnell. Wir wissen nicht, wie klimagerechte Demokratien aussehen. Wir wissen nicht, wie Politik aussieht, die Krisen am Ursprung bekämpft. Man wird es erfinden müssen.“ Wohlgemerkt, diese Erfindung müsste in nur zehn Jahren gemacht werden, denn mehr Zeit bleibe nicht.
Das ist ein tolles Zitat. Diese Mischung aus radikalen Zielen und völliger Unkenntnis über den konkreten Weg dorthin ist bemerkenswert. Eine der größten Volkswirtschaften der Welt soll am offenen Herzen operiert werden. Der Arzt hat zwar keine Ahnung von der Behandlungsmethode, der Anästhesist muss noch herausfinden, wie das mit der Narkose funktioniert und das Skalpell ist verschmutzt, weil es in Maos China schon hundertmal benutzt wurde. Da musste die Transformation, der große Sprung nach vorn, übrigens auch ganz schnell gehen. Kannst ja mal nachlesen, wie das ausging.
Kein Gespür für die Kosten ...
Auch bei der Geldfrage erscheint die Gedankenwelt der Luisa Neubauer eher konfus. „Klimaschutz ist teuer, Klimakrise ist unbezahlbar“ wurde im März 2023 gewarnt. Bis 2050 könnten die Auswirkungen des Klimawandels Deutschland 900 Milliarden Euro kosten. Dass du 900 Milliarden für unfassbar viel hältst, ist ehrlich gesagt erschütternd. Denn es zeigt, dass du kein Gespür für die wahren Kosten des grünen „Klimaschutzes“ hast.
Allein die „Energiewende“, also die Wende von günstigem zu teurem Strom, wird laut ifo-Institut bis 2050 zwischen 500 und 3000 Milliarden Euro kosten. Bei der Effizienz des deutschen Staates kann man also getrost von 4000 Milliarden Euro ausgehen. Da sind Gebäudesanierungen, Infrastrukturkosten für E-Autos und ÖPNV, Wohlstandsverluste durch CO2-Steuern, Klima-Regulierungen und hohe Strompreise noch gar nicht mit eingerechnet. Vermutlich besser so. Das Wissen um die Höhe all dieser Kosten würde nur aufs Gemüt schlagen. Der deutsche „Klimaschutz“ wird also bis 2025 Billionen Euro an Kosten verursachen. Ein Vielfaches der prognostizierten Klimaschäden. Zu allem Überfluss wird das Ganze noch nicht einmal das Weltklima beeinflussen. Denn die Welt, die dreisterweise nicht am deutschen Wesen genesen will, folgt einem Luisa-Deutschland ganz sicher nicht auf diesem teuren Irrweg. Im Gegenteil, sie macht sich über ihn lustig.
... keine konkreten Lösungen
Seit Jahren ziehst du mit Klima-Thesen durchs Land, hast aber gigantische Probleme mit der Rationalität und keine konkreten Lösungen. Du bist eine Planwirtschaftlerin ohne Plan. Einen genauen Plan hast du nur, wenn es um Aufmerksamkeitsökonomie geht. Da sich im Jahr 2024 kaum noch ein normaler Mensch für Fridays for Future interessiert, hast du ein zweites Thema für dich entdeckt, das im medialen Elfenbeinturm super ankommt. Die Demokratierettung. Du warnst neuerdings vehement vor der AfD als Gefahr für jene Demokratie, mit der du selbst noch vor kurzem aufgrund ihrer Langsamkeit stark gefremdelt hast. Das eigentlich Ironische ist aber, dass da jemand gegen die AfD demonstriert, der ein Milieu und eine Politik vertritt, die einen mehr als gewichtigen Anteil an der Verdoppelung dieser Partei haben.
Weltuntergang & Erlösung – aber nur für Privilegierte
Du repräsentierst nämlich nicht die junge Generation. Du repräsentierst eine gesellschaftliche Schicht, die finanziell ausgesorgt hat und irrtümlich glaubt, sich diese teure Politik auf Dauer leisten zu können. Ein Milieu, dem auch ein bisschen langweilig ist und das ein Verlangen nach Weltuntergangsfantasie plus Erlösungshoffnung hat. Nach dem Motto: Wenn schon sonntags nicht mehr in die Kirche gehen, dann wenigstens die Grünen wählen. Doch die meisten jungen Menschen haben nicht ausgesorgt, sind keine Millionenerben wie gewisse prominente Klimaaktivistinnen. Die meisten von ihnen wollen einen sicheren Job, Reallohnzuwächse, Wachstum und Wohneigentum. Sie wollen günstig einkaufen, günstig tanken, günstig in den Urlaub fliegen, schlicht und ergreifend die Chance auf Wohlstand haben. Niemand ist ihnen ferner als die wohlstandsverwahrlosten Luisa Neubauers dieses Landes, für die Profit und Wachstum ein neoliberales Feindbild ist, während sie genüsslich schweigend den eigenen Kontostand und das anstehende Erbe genießen.

Luisa bei einer „Demo gegen Rechts“
Darüber hinaus bist du eine perfekte Vertreterin jenes Staates, der uns mit irrer Politik in den jetzigen Schlamassel geführt hat. Genau dieser Looser-Staat soll noch mehr Macht, noch mehr Geld bekommen. Ein Staat, der in allen Bereichen versagt, soll den weltweiten Klimawandel erfolgreich bekämpfen können. Nur noch mal ein paar hundert Milliarden Euro mehr, dann klappt's bestimmt. Wer’s glaubt, wird selig.
Einfach mal nicht grübeln, Luisa!
Es ist verzeihlich, als junger Mensch sozialistisch zu denken. Vor allem dann, wenn dieser junge Mensch dafür grandioses Feedback in allen Medien bekommt, zur Anführerin einer Massenbewegung aufsteigt und durch die Talkshows der Republik tingeln darf. Wer kann es dir da verdenken, dass du deine eigene Weltsicht nie sonderlich hinterfragt hast? Die Wahrheit ist aber, dass du auf einem ideologischen Holzweg bist, der für dich zwar schön klingen mag, aber in der Realität Klima und Menschheit nichts nutzt. Ich wünschte, du würdest dir mal ein Jahr Auszeit von der ganzen Öffentlichkeit gönnen. Nicht ständig irgendwelche Demos organisieren, über verfängliche Parolen nachdenken und die schönen Haare von Markus Lanz aus der Nähe bewundern. Nicht darüber grübeln, wie du dich am halbherzigsten von Greta Thunbergs widerlichen Antisemitismus-Eskapaden distanzieren kannst, ohne einen signifikanten Teil der Klimaaktivisten gegen dich aufzubringen, sondern einfach mal zur Ruhe kommen.
Ein ideologisches Sabbatical sozusagen, in dem du Zeit und Muße findest, mal kritisch zu hinterfragen, ob deine Analysen und Lösungskonzepte, sofern vorhanden, wirklich vernünftig sind. Mal Bücher lesen, die nicht die eigene Meinung weiter verfestigen. Ganz in Ruhe überlegen, welche Länder denn jemals aus Kohle und Kernenergie gleichzeitig erfolgreich ausgestiegen sind oder welche, mit Deutschland vergleichbaren Länder warum erfolgreich aus der Kohle aussteigen konnten. Kleiner Tipp: ohne Kernenergie keine Chance. Du könntest auch mal nachschlagen, wie es mit dem Klimaschutz in nicht marktwirtschaftlichen Ländern so steht. Es dürfte ein erkenntnisreiches Jahr werden.

Luisa zu Gast bei Lanz
Intelligent genug bist du eigentlich, um zu erkennen, dass der Liberalismus, nicht eine Öko-Spielart des Sozialismus, dich viel besser zum Ziel führt. Ich hoffe, du hast noch die intellektuelle Offenheit, um zu diesem Schluss zu kommen. Es ist dir wirklich zu wünschen, denn wenn du so weitermachst, wird es mit Sicherheit ein hässliches Ende nehmen.
Eine Option wäre, dass niemand (mehr) auf dich hört, keine Politik nach deinen Wünschen gemacht wird und die Welt trotzdem nicht untergeht. Das wäre hochnotpeinlich. Die zweite Option ist, dass die Menschen auf dich hören, Robert Habeck nächster Kanzler wird und (noch entschlossener als derzeit) eine wohlstands- und freiheitszerstörende Politik betrieben wird, die dem Klima überhaupt nicht helfen und weiterhin ein historisches Konjunkturprogramm für Rechtsextreme sein wird. Dann müsstest du dich in Zukunft für diese Katastrophe rechtfertigen. Und das kann niemand wollen.
Und nur hypothetisch: Selbst wenn die Welt unterginge, weil sie nicht auf dein Genie hört, wird dich das nicht besonders glücklich machen. Auf einem Feuerball wird schließlich niemand zu deinen Demos gehen. Du kannst mit deiner jetzigen Weltsicht leider nur verlieren. Komm also bitte zur Vernunft und repräsentiere lieber den vernünftigen Teil aller Generationen, der weiß, dass Marktwirtschaft und energiepolitische Rationalität notwendige Bedingungen für jeden Klimaschutz sind. Und nimm vielleicht auch Abstand von allzu schwarzmalerischen Untergangsfantasien.
Solange du aber bei deiner staatsgläubigen Ideologie bleibst, ist jede Darstellung der Luisa Neubauer als Repräsentantin junger Menschen nicht nur fernab jeder Realität, sondern beleidigt auch eine ganze Generation als faktenscheu, irrational, leichtgläubig und freiheitsfeindlich.
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