Milliardengrab Deutsche Bahn: Wie der Staatskonzern immer tiefer in die roten Zahlen fährt
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- Bis zum Jahresende wird die Bahn wohl eine Milliarde Minus einfahren.
- Der Sanierungsbedarf des Schienennetzes beträgt rund 90 Milliarden Euro.
- Im Personenverkehr hat die Bahn einen Anteil von weniger als zehn Prozent.
Es gibt Dinge in Deutschland, die sind einfach ausempört. Der Berliner Pleite- und Pannenflughafen BER, das Komplett-Versagen der Politik in der Hauptstadt oder zum Beispiel die Deutsche Bahn.
Die Halbjahreszahlen sind ein Desaster: Trotz elf Prozent Fahrgastzuwachs, hat die Bahn bis Juni einen Nettoverlust von 71 Millionen Euro eingefahren, bis Jahresende wird mit einer Milliarde Euro Miesen gerechnet. Im vergangenen Jahr war der Staatskonzern noch 1,3 Mrd. Euro im Plus. 30,3 Milliarden Euro Schulden hat die Bahn derzeit, und Bahnchef Richard Lutz rechnet damit, am Jahresende die 33 Milliarden-Grenze zu knacken.
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Ja, es geht noch schlechter!
Ein neuer Rekord, aber kein guter. Die Bahn wird mehr und mehr zum Schattenhaushalt der Bundesregierung. Auch die Güterverkehrstocher DB Cargo hat im ersten Halbjahr 195 Millionen Euro Verlust gemacht. Und auch die Pünktlichkeit – ja, es geht noch schlechter! – ist um knapp einen Prozentpunkt weiter abgesackt auf 68,7 Prozent der Züge. Die gefühlte Pünktlichkeit liegt weit darunter.

Verschlingt Milliarden: Dauer-Baustelle Bahn
Aufschrei? Empörung? Sofortprogramm? Fehlanzeige. Alles wie immer. Und täglich grüßt das Bahn-Chaos. Beim Reparieren des maroden Schienennetzes kommt die DB nicht hinterher. Und weil das Defizit eh schon in den Himmel schießt philosophieren Bundesregierung und Umweltverbände darüber, wie billig ein Ticket sein müsste, damit noch, möglichst alle künftig Bahn fahren.
Derzeit liegt der Anteil der Bahn an der Personenbeförderung unter zehn Prozent, nicht mal Lukas der Lokomotivführer möchte sich ausmalen, was passieren würde, wenn plötzlich doppelt so viele Fahrgäste an der Bahnsteigkante stünden. Rund fünfzig Milliarden Euro an Abgaben zahlen Deutschlands Autofahrer pro Jahr, etwa fünf Milliarden Euro fließen in den Straßenbau, der Rest versackt im Haushalt – unter anderem als Quersubventionierung der Bahn, für die Stabilisierung der Renten oder den Antiterrorkampf.
Am besten gleich noch mal 90 Milliarden
Beim Güterverkehr befördert die Bahn 19 Prozent der Waren. In Slowenien sind es 34 Prozent.
Die Wahrheit ist: Die Bahn ist vielen lieb und uns allen vor allem teuer. Schätzungen zufolge wären derzeit etwa 90 Milliarden Euro nötig, um allein das Schienennetz zu sanieren und instand zu halten. Mit anderen Worten: Für einen relativ geringen Anteil am Beförderungsaufkommen verschlingt die Bahn Unsummen und wird auch bis auf weiteres ein Milliardengrab bleiben. Der Zug ist abgefahren.
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