Neues von der Generation Waschlappen: Viel verdienen, wenig arbeiten!
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Um sich im Jahr 2023 so richtig alt zu fühlen, muss man keine 80 sein. Man muss nicht mal Rentner sein oder sich an die D-Mark erinnern. Um sich heute alt zu fühlen, muss man einfach nur an den Grundsatz glauben: Harte Arbeit und ein gutes Einkommen gehören zusammen. Wer gerne und viel arbeitet, hat es auch verdient, viel Geld zu verdienen.
Die jungen Leute sehen das nicht so.
Kein Scherz: Eine repräsentative Umfrage in der Generation Waschlappen (offiziell: Generation Z, 15 bis 25 Jahre) hat ergeben, dass 81 Prozent der jungen Deutschen „gute Verdienstmöglichkeiten“ im Job sehr wichtig sind. Gleichzeitig sagen 74 Prozent der Befragten, dass die Aussicht auf eine „gute Work-Life-Balance“ ein Top-Aspekt bei der Berufswahl ist. Der Verein „Wirtschaftsjunioren Deutschland“ hat die Umfrage heute veröffentlicht.
Viel verdienen, wenig arbeiten. Gen Z, das fleischgewordene Min-Max-Prinzip: Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag. Mit möglichst wenig Einsatz so viel rausholen, wie es nur geht.

Die Umfrage-Ergebnisse: Das sind heute die wichtigsten Faktoren bei der Berufswahl
Oft freut man sich ja, wenn einem die gefühlte Wahrheit mit einer belastbaren Umfrage oder Statistik bestätigt wird. Wenn man schon den ganzen Oktober lang das Gefühl hatte, irgendwie gab es mehr Sonnentage als sonst, und dann kommt ein Meteorologe um die Ecke und sagt: Mehr Sonnentage im Oktober. Hurra!
In dem Fall macht mir das ernsthafte Sorgen.
Will denn keiner mehr hart arbeiten?
Die Umfrage deckt sich mit dem Empfinden, dass Praktikanten im Vorstellungsgespräch nach Home-Office-Möglichkeiten und einem Freizeitausgleich bei Über-Minuten fragen. Bereitschaft zur Arbeit am Wochenende? Eieieiei. Überhaupt, dass so ein Gespräch Face to Face stattfinden muss, eine Skype-Schalte hätte doch auch gereicht. Die Hoffnung ist dann immer: Nicht alle 20-Jährigen können so sein. Die Antwort, die uns diese repräsentative Umfrage gibt, lautet: doch! Die überwältigende Mehrheit ist genau so!
Will denn keiner mehr hart arbeiten? Glauben denn alle, mit einer 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich lässt sich der Wohlstand, in den wir (je nach Jahrgang) hineingewachsen oder glücklicherweise hineingeboren sind, erhalten?
Wenn die überwältigende Mehrheit ein hohes Gehalt bei gleichzeitigem Freizeitausgleich als wichtig empfindet, heißt das auch: Die Generation der 15- bis 25-Jährigen hat sich daran gewöhnt, Geld zu haben. Geld war immer Teil ihres Lebens, existenzielle Probleme oder ein Leben an der Dispo-Grenze eher nicht so. Geld war immer gegeben. Kein Geld, das kennen viele nur aus den RTL2-Dokus.
In dieses Selbstverständnis, keine ernsthaften Probleme zu haben, ist eine Generation gewachsen, die „Leistung“ als Fremdwort empfindet und gleichzeitig glaubt, im Homeoffice die Welt zu retten.
Ein Lieblings-Wort dieser Generation ist das Wort „toxisch“. Dem wohnt eine gewisse Ironie inne: toxisch für unsere Gesellschaft und den Wohlstand dieses Landes ist nämlich vor allem das, was Gen Z als berufliche Selbsterfüllung empfindet. Viel Kohle für wenig Maloche. Wer glaubt, dass das gut geht, muss schon verdammt verwöhnt sein.
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