Notfall-Gebühr im Krankenhaus: Nicht nur für Kinder, sondern für jeden!
Ein Beitrag von
Das wäre wirklich mal ein Stück sinnvolle Krankenhaus-Reform: Jeder, der mit seinem Kind in die Notaufnahme kommt, muss eine Gebühr für die Inanspruchnahme des Notdienstes bezahlen. Stellt sich der Besuch als nötig heraus, wird das Geld zurückerstattet. Diejenigen, die ihr Kind mit Splitter im Finger, entzündetem Ohrring-Loch oder blauem Fleck am Schienbein vorstellen, werden auch nicht weggeschickt – aber nach der Behandlung zur Kasse gebeten.
So kann es nicht weitergehen ...
Mit dieser Maßnahme, meint der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, könnte man den oft kaum zu beherrschenden Andrang in deutschen Notaufnahmen zumindest ein wenig in den Griff bekommen. Und jeder, der schon mal dort war, weiß: Das ist auch wirklich nötig.
Lesen Sie auch: Notaufnahme – Kinderärzte-Präsident will Gebühr für unnötige Fälle einführen
Es gibt wohl keine einzige Notaufnahme in Deutschland, in der nicht zu fast jeder Tages- und Nachtzeit Kinder fröhlich mit dem Handy spielen, während die dazugehörigen Eltern blass vor Sorge darauf warten, endlich aufgerufen zu werden. Um dem Notarzt dann zu erklären: „Die Mia hustet seit heute morgen so komisch“ oder, um beim Beispiel des Kinderärzte-Präsidenten zu bleiben: „Der Hubertus hat da so einen komischen Pickel am Po.“
Während der Arzt im Notdienst dann ein paar Standards abcheckt und pflanzlichen Hustensaft und Zink-Tinkturen empfiehlt, müssen Kinder mit Erstickungssymptomen, gebrochenem Bein, akutem Blinddarm und anderen schweren bis lebensbedrohlichen Beschwerden weiter im komplett überfüllten Wartebereich ausharren.

In vielen Fällen können Beschwerden zuhause kuriert werden.
Auch Erwachsene rennen mit Shampoo im Auge zum Notfall-Mediziner
Verrückterweise sind es oft gerade Lappalien-Eltern, die in den Notaufnahmen ganz besonders ungeduldig sind: „Wann sind wir endlich dran, Pia-Magdalena muss langsam mal ins Bett!“ Ja, dort wäre sie mit Husten und Schnupfen vermutlich sowieso besser aufgehoben. Aber aus irgendeinem Grund zieht es viele Eltern mit Kindern zwischen 0 und 12 Jahren geradezu magisch ins Krankenhaus – egal wie banal die Beschwerden auch sein mögen.
Es sind übrigens nicht nur ängstliche Eltern, berichten Ärzte, die die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser überrennen und für dramatische Kapazitätsprobleme sorgen. Es kommen auch regelmäßig Leute, die während der Woche keine Zeit haben, beziehungsweise sich keine Zeit nehmen, um mit ihren Kindern in die reguläre Sprechstunde des Kinderarztes zu gehen. Auch solche, die genau wissen, dass sie kein Notfall sind, könnte die angedachte Gebühr – schon öfter diskutiert, bislang aber nie umgesetzt – davon abhalten, anlasslos ins Krankehaus zu fahren.
Lesen Sie auch: Familientreffen, Fressorgien, Hobby-Mediziner mit Google-Abschluss: 10 Dinge, die in der Notaufnahme tabu sein sollten
Eigentlich könnte man das Bezahl-Modell auch gleich für Erwachsene einführen. Die pilgern mit Nagelbett-Entzündung, Magen-Darm-Symptomen und Shampoo im Auge ja auch gern mal in die nächste Notfall-Ambulanz und halten dort den Verkehr auf. Die Notfall-Gebühr könnte bei so manchem Hypochonder die Selbstheilungskräfte anregen.
Mehr NIUS:
Die Badewanne stirbt aus, dabei brauchen wir sie dringender denn je
Der Staat will nicht, dass Sie diese Werbung sehen!
Merz in Mecklenburg-Vorpommern: Der Beifall war enden wollend
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Mehr NIUS:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Frei ist nur das Ich!
Warum Julia Klöckner die schickste Frau im Bundestag ist
Merz sagt, in 30 Jahren wird alles besser – ich freu mich schon drauf
Simone Schamann
Artikel teilen
Kommentare