Philippos (20) stirbt nach Prügel-Angriff: Früher war nach einem „Streit“ keiner tot
Ein Beitrag von
Während wir heute im Büro saßen, Einkäufe erledigten, Kinder aus der Kita holten oder zum Sport gingen, wurden die Maschinen abgeschaltet, die den Körper von Philippos aus Minden am Leben hielten. Zuvor hatten die Ärzte den 20-Jährigen bereits für hirntot erklärt.
In der Nacht auf Sonntag hatten Philippos und ein Begleiter die Abifeier von Philippos Schwester in Bad Oeynhausen verlassen. Im Kurpark gerieten die beiden Jungen mit einer Gruppe von etwa zehn Männern in „Streitigkeiten“, wie die Polizei Bielefeld schreibt. Die Gruppe schlug und trat auf sie ein, einer der Tatverdächtigen zerrte Philippos von der Gruppe weg und prügelte ihn so heftig, dass er schwerste Kopfverletzungen erlitt. Die Angreifer sollen in etwa so alt wie das Opfer und „südländischen“ Typs sein. Nun ermittelt die Polizei wegen vollendeten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Der Kurpark von Bad Oeyenhausen sieht beschaulich aus und wurde dennoch Schauplatz des Angriffs.
Ein Wort wird umgedeutet
Immer öfter liest man in Polizeimeldungen von derartigen „Streitigkeiten“. Wieder einmal erleben wir, wie ein eigentlich positiv besetztes Wort umgedeutet wird, um von den Problemen abzulenken, die mit Migration einhergehen. In den Polizeimeldungen der vergangenen Woche ist der Begriff „Streit“ omnipräsent; sie lesen sich zugleich wie eine bürokratische Migrations-Prosa.
- So schreibt die Bundespolizeidirektion München über „Streitigkeiten“, die sich am Samstagabend in einer S-Bahn zutrugen: „Eine 21-jährige Syrerin soll von einem 22-Jährigen aus dem Jemen und einem 25-jährigen Syrer in der S-Bahn zunächst verbal belästigt worden sein. Der Verlobte der Frau, ein 30-jähriger Afghane, mischte sich ein. Beim Halt in Lohhof sollen die beiden Männer den Afghanen aus dem Zug gezogen und ihn auf dem Bahnsteig mit Fußtritten und Faustschlägen traktiert haben. Als der 30-Jährige zurückschlug, wurde ihm vom 22-Jährigen aus dem Jemen mit einer mitgeführten Bierflasche von hinten auf den Hinterkopf geschlagen.“
- Das Polizeipräsidium Mittelhessen berichtet aus Gießen: „Gegen 14.40 Uhr verwickelten mehrere Personen zwei Männer zunächst in ein Gespräch. Im Verlauf sei es zu einem Streit gekommen. Plötzlich hätten zwei der insgesamt 4-6 Personen ein Pfefferspray und ein Messer hervorgeholt. Es kam zu einem Gerangel, bei dem ein 26-Jähriger offenbar mit Reizgas besprüht wurde. Zudem erlitt er eine leichte Schnittverletzung im Bereich des Gesichts. Die Angreifer flüchteten. Es soll sich bei allen um Männer mit schwarzer Hautfarbe gehandelt haben.“
- In Berlin veröffentlichte die Polizei am Montag eine Personenfahndung. Sie sucht nach Rimi Manreka, der im April einen 72 Jahre alten Mann am U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz von hinten ins Gleisbett gestoßen haben soll. Auch in diesem Fall hatte es in einer ersten Meldung geheißen, dass der Tat offenbar ein „Streit“ vorausgegangen war.
Eine Errungenschaft des Westens
All diese „Streitigkeiten“ eint, dass sie sich von jenen Streits unterscheiden, die wir von früher kennen: Noch vor zwanzig Jahren war in Deutschland nach einem Streit keiner der Beteiligten tot. Der zivilisierte Streit ist eine demokratische Errungenschaft, ein zentraler Bestandteil der westlichen Kultur, der sich historisch herausbildete. Man begann, den Wettkampf um Einfluss mit Worten auszutragen statt mit Fäusten. In hitzigen Debatten wurde manches Mal auf die Tischplatte geschlagen, aber nicht länger auf den Kopf des Gegners.
Mittlerweile aber sind schwere Stichverletzungen das Mindeste, was aus einem „Streit“ folgt. Glasflaschen, Äxte, Messer, Macheten sind die Waffen, mit denen die Auseinandersetzungen geführt werden – nicht mehr Worte. Das westliche Verständnis von demokratischem Streit findet in vielen der Kulturen, aus denen Menschen nach Deutschland migrieren, keine Entsprechung. Jene Aushandlungsprozesse, die sich die Bürger des Westens historisch hart erkämpft haben, sind in den Herkunftsstaaten meist kaum entwickelt. Der Begriff „Streit“ ist mittlerweile eine sprachliche Tarnung roher Gewalt.

Philippos bezahlte die Gewalt seiner Gegner mit dem Leben.
In den Polizeimeldungen führt das Wort in die Irre. Er unterstellt, dass sich in den geschilderten Fällen zwei ebenbürtige Parteien gegenübertreten, deren Konversation aus noch zu ermittelnden Gründen eskalierte. Das Wort „Streit“ impliziert eine Idee, die man bereits im Kindergarten eingetrichtert bekommt: An einem Streit sind immer zwei Seiten schuld, weil es sich um einen Konflikt unter Gleichen handelt.
Kein Widerspruch geduldet
Dies beschreibt jedoch nicht im Ansatz die Realität, die Menschen an Bahnhöfen, in Schulen, Einkaufszentren oder auf der Straße erleben. Vielmehr treffen sie dort immer wieder auf Männer mit Migrationshintergrund, die zu allem bereit sind. Diese Männer dulden keinen Widerspruch – der ein Erkennungsmerkmal funktionierender Streitkultur wäre. Sie verlangen Unterwerfung. Wer sich nicht beugen will, bekommt es mit der Faust oder dem Messer zu tun. Wer sich beugt, manchmal auch.
Was uns von Sicherheitsbehörden als Streit verkauft wird, ist meist die erste Stufe eines Angriffs. Eine verbale Provokation, auf die der Griff zur Waffe folgt. Journalisten sollten den Begriff nicht gedankenlos aus Meldungen übernehmen, weil er die Realität selten abbildet und den Opfern eine Mitverantwortung unterstellt. Der demokratische Streit ist eines der wertvollsten immateriellen Güter, die wir geschaffen haben. Wer nach Deutschland einwandert, sollte ihn in Ehren halten – und nicht durch das Faustrecht ersetzen.
Lesen Sie auch:
Nach dem Abi-Ball zusammengeschlagen, nun ist Philippos (20) gestorben
Mehr NIUS:
Die Badewanne stirbt aus, dabei brauchen wir sie dringender denn je
Der Staat will nicht, dass Sie diese Werbung sehen!
Merz in Mecklenburg-Vorpommern: Der Beifall war enden wollend
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Mehr NIUS:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Frei ist nur das Ich!
Warum Julia Klöckner die schickste Frau im Bundestag ist
Merz sagt, in 30 Jahren wird alles besser – ich freu mich schon drauf
Pauline Voss
Artikel teilen
Kommentare