Rassismusaurus Rex: Wie soll ein Dino, der seit 66 Mio. Jahren ausgestorben ist, heute rassistisch sein?!
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Ich dachte, ich wüsste alles über sie: Dinos als Stofftiere für meine Jungs, als sie klein waren. Der riesige Dino-Knochen im Berliner Naturkundemuseum. Dinos aus Knete, Dinos aus Stoff, die Dinos bei „Jurassic Park“. Lange Zeit die Diskussion mit meinen Kindern: Wer ist der stärkste Dino gewesen – der Tyrannus Rex oder doch der Raptor?
Und jetzt, da ich mich selbst fast wie ein Dino fühle, schreckt uns eine Paläontologin (Wissenschaftlerin der Lebewesen geologischer Vergangenheit) auf mit einem ganz neuen Ansatz: Dinosaurier-Namen sollen rassistisch sein, sexistisch und kolonialistisch, wie zuerst die Bild-Zeitung meldete. Inzwischen sind meine Söhne Gott sei Dank aus dem Gröbsten heraus (sie sind Mitte 20) – wie hätte ich ihnen den Dino-Irrsinn erklären können?

Der T-Rex gehört zu den beliebtesten Dinosauriern.
Politisch unkorrekt: Dino tragen Namen von weißen Wissenschaftlern
Die Dino-Wissenschaftlerin heißt Dr. Emma Dunne und forscht an der Uni Erlangen-Nürnberg. Mit anderen Kollegen analysierte sie 1500 Namen von Sauriern, die im Erdmittelalter vor 251 bis 66 Millionen Jahren lebten. Ihrer Ansicht nach sind 89 dieser Namen problematisch oder sogar „anstößig“. Deutsche Forscher hatten sie zwischen 1908 und 1920 im damaligen Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) entdeckt. Beispiel: Die Dinosaurier „Janenschiarobusta“ oder „Dicraeosurus hansemanni“. Diese bis zu 17 Tonnen schwere Tiere wurden nach dem Dinosaurierforscher Werner Janensch (1878 bis 1969) benannt. Die politisch korrekte Wissenschaftlerin stört, dass sie nicht den Namen einheimischer Forscher tragen. Dabei herrscht unter seriösen Wissenschaftlern eigentlich Einigkeit: ursprüngliche Namensbezeichnungen sollen erhalten bleiben, dürfen nicht verändert werden. Es gilt immer die Erstbezeichnung einer Gattung – sie bleibt bestehen und darf nicht einem sich veränderten Zeitgeist angepasst werden.

Emma Dunne ist maßgeblich an der Studie beteiligt. Ihrer Ansicht nach sind 89 Dino-Namen mindestens als problematisch oder sogar „anstößig“ einzustufen. (Quelle Bild: www.palaeobiology.nat.fau.de)
Mein gesunder Menschenverstand wundert sich aber nicht mehr. Ich wohne in Berlin-Zehlendorf, an der Onkel-Tom-Straße. Sie ist benannt nach dem berühmten Roman „Onkel Toms Hütte“, 1852 von Harriet Beecher Stowe geschrieben. Es geht um das harte Schicksal eines afroamerikanischen Sklaven. Es ist überhaupt kein rassistischer Roman – im Gegenteil. Trotzdem soll die Straße umbenannt werden.
Da sollte man nicht erstaunt sein über den Rassismus-Saurus Rex: Jetzt können offenbar auch ein paar Dino-Knochen politisch unkorrekt sein.
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