Regulierungs-Hustenanfall! Jetzt will Özdemir schon Hustenbonbon-Werbung verbieten …
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Sie kennen ihn sicher – den kleinen süßen Jungen auf den Kinderhustenbonbons von Em-eukal. Dieses Unternehmen aus dem fränkischen Adeldorf ist mit seiner Hauptmarke Em-eukal Marktführer in Deutschland. Wann immer es im Hals kratzt, greifen Menschen zu den Bonbons mit den kleinen Fähnchen.
Das wird sich womöglich bald ändern, befürchtet Perry Soldan, in vierter Generation Chef des Mittelständlers mit 230 Mitarbeitern. Gut eine Milliarde Bonbons produziert Dr. C. Soldan im Jahr. Darunter eben auch die Kinderhustenbonbons mit dem kleinen Jungen. Seit mehr als 50 Jahren vertrauen Eltern dem Eukalyptus-Bonbon, wenn ihre Kinder Halsweh haben. Jetzt schlägt das Imperium zurück – das Bundeslandwirtschaftsministerium in Form ihres Chefs Cem Özdemir (Grüne) hat sich wieder eines der so beliebten Ge- und Verbote ausgedacht. Was seit 1972 funktioniert hat, muss natürlich verändert werden.
Lasst uns endlich mit eurem Regulierungswahn in Ruhe
Das Ministerium nennt es mit der üblichen Sprachkraft „Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz“. „So wie das Vorhaben bislang aufgesetzt ist, geht es nicht nur um an Kinder gerichtete Werbung“, sagt Betriebswirt Soldan in der Welt am Sonntag. „Es geht um ein umfassendes und allgemeines Werbeverbot“. Ein solches Verbot könne für Dr. C. Soldan wie auch für viele andere Mittelständler das Ende ihrer Marke und damit des gesamten Unternehmens sein. Außerdem dürften – nach jetziger Planung – keine kindlichen Motive mehr gezeigt werden.

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne)
Der Spruch aus dem Volksmund „von etwas den Hals voll haben“, hat im Zusammenhang mit Em-eukal-Bonbons eine bittere, groteske Wahrheit. Bonbon-Chef Soldan sagt, man müsse den Verbrauchern zutrauen, sich eigenständig für oder gegen Lebensmittel zu entscheiden. Für die Wahl eines Bonbons seien Sekundenbruchteile entscheidend. „Deshalb müssen wir als Marke bekannt und im Unterbewusstsein verankert sein. Dafür aber braucht es Werbung.“
Was Soldan sehr moderat formuliert, könnte man auch anders sagen: Lasst uns endlich mit eurem Regulierungswahn in Ruhe. Die Verbraucher sind doch keine Trottel. Wenn sie Husten kriegen, wollen sie Hustenbonbons lutschen. Das macht den Hals leer, um das Sprichwort etwas anders zu formulieren. Und der kleine ewige Junge mit den lustigen Haaren und dem frechen Grinsen – der würde uns doch für verrückt halten, wenn er könnte. Zumindest diese Regierung.
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