„Na, herzlichen Dank an alle Ungeimpften“: So tickt Sarah Frühauf, die neue Sprecherin des Innenministers
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Mit dem Satz „Na, herzlichen Dank an alle Ungeimpften“ beginnt einer der aufwühlendsten Kommentare, die während der Corona-Zeit über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet wurden. Es war der 15. November 2021, als ARD-Journalistin Sarah Frühauf in den Tagesthemen einen 305 Wörter langen Kommentar sprach, der aus heutiger Sicht wie ein Manifest der gesellschaftlichen Spaltung wirkt: eine staatstragende Tirade, die sich jeder journalistischen Zurückhaltung entledigt, anklagt, verurteilt und einen Sündenbock benennt – und dies im Brustton der moralischen Überlegenheit, der jeder Faktengrundlage entbehrte. Bis heute blieb jede Selbstreflexion aus.
Heute wird genau diese Frau Sprecherin im Bundesinnenministerium unter Alexander Dobrindt – also in dem Haus, dem der Verfassungsschutz direkt weisungsgebunden unterstellt ist. Frühaufs Karriereweg ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie sich regierungsnaher Aktivismus und öffentlich-rechtliche Deutungshoheit immer nahtloser ineinanderfügen, Skandale ausgesessen statt aufgearbeitet werden, Konsequenzen ausbleiben, obwohl das Fehlverhalten offensichtlicher nicht sein könnte.
Emotionalisierte Schuldzuweisung statt fundierte Meinung
In ihrem Tagesthemen-Kommentar erklärte Frühauf: „Dank euch droht der nächste Winter im Lockdown. Vielerorts wieder ohne Weihnachtsmärkte, vielleicht wieder ohne die Weihnachtsfeiertage im Familienkreis.“
Und weiter: „Alle Impfverweigerer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, an der derzeitigen Situation mitschuld zu sein. Sie tragen Mitverantwortung dafür, dass die Gesellschaft wieder unter Druck gerät […] Und sie müssen sich fragen, welche Mitverantwortung sie haben an den tausenden Opfern dieser Welle.“
Es sind Sätze, denen nie Analyse und eigenständige Recherche vorausgingen, sondern unreflektierte Aufnahme im Politkosmos umher schwirrender „Informationen“, die sie auf moralische Einschüchterung zuspitzt. Frühauf konstruiert eine Kausalkette, die wissenschaftlich von Anfang an widerlegt war: Ungeimpfte seien verantwortlich für den gesellschaftlichen Ausnahmezustand – Lockdowns, überlastete Kliniken, tote Großeltern. Eine solche Anklage funktioniert nur, wenn man zentrale Fakten ignoriert:
- Die Fremdschutzwirkung der Impfung war nicht gegeben, wie RKI, EMA und Pfizer später bestätigten.
- Lockdowns wurden nicht wissenschaftlich begründet, sondern politisch beschlossen – auf Grundlage von Modellrechnungen, die prinzipiell ungenau und unseriös sind.
- Die Belastung der Krankenhäuser war – wie immer – vielschichtig bedingt, auf Bundesebene unauffällig – und nicht auf den Impfstatus einzelner Patienten zurückzuführen.
- Die Impfung selbst war nur bedingt zugelassen – eine Pflicht zur Verabreichung eines experimentellen Produkts entsprach zu keinem Zeitpunkt den Anforderungen an Grundrechtseingriffe in körperliche Unversehrtheit.
Trotzdem sagte Frühauf: „Ein Winter wie dieser darf sich nicht wiederholen. Wie das geht? Unser Nachbarland Österreich macht es vor. Mit einer Impfpflicht für alle, denen das medizinisch möglich ist.“ Diese klare Befürwortung einer allgemeinen Impfpflicht – also eines staatlichen Zwangs zur Injektion eines damals neuartigen, nicht dauerhaft zugelassenen Wirkstoffs – entlarvt das Freiheitsverständnis dieser Journalistin als hohle Rhetorik. Ein Zusammenschnitt ihrer Statements auf X zeigt, wie widersprüchlich diese sind.
Sind die Kriterien für Volksverhetzung (§ 130 StGB) erfüllt?
Der Vorwurf wiegt schwer, ist aber begründbar. Frühaufs Kommentar erfüllt objektiv mehrere Merkmale des § 130 Abs. 1 StGB:
„Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, (...) gegen Teile der Bevölkerung (...) zum Hass aufstachelt, (...) der wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“
Frühaufs Kommentar:
- wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet – maximale Reichweite,
- ruft nicht explizit zu Gewalt auf, emotionalisiert aber in einer Weise, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit fördert,
- macht Ungeimpfte kollektiv verantwortlich für Leid, Tod und wirtschaftlichen Ruin.
Die Anzeige durch Beatrix von Storch (AfD) wegen Volksverhetzung sowie eine Petition mit über 1.500 Unterzeichnern, die Frühaufs Abberufung forderten, waren keine Randerscheinungen rechter Erregung, sondern naheliegende Konsequenzen angesichts des öffentlich ausgetragenen Generalverdachts gegen Millionen Bürger.
Trotz mehrfacher öffentlicher Kritik hat sich Sarah Frühauf nie entschuldigt. Sie äußerte nie Bedauern, ließ kein Unrechtsbewusstsein in der Sache erkennen. NIUS fragte die Journalistin, ob sie ihren Kommentar im Nachhinein noch für sachlich und moralisch gerechtfertigt hält. Außerdem wollte NIUS wissen, ob sie sich für ihn entschuldigen möchte. Eine Antwort blieb aus.
Die ARD wiederum schirmte Frühauf konsequent ab. Weder wurde der Kommentar zurückgezogen, noch redaktionell relativiert. Die fehlende Aufarbeitung in der Redaktion steht sinnbildlich für eine Anstalt, die sich in der Pandemie als Regierungsfunk gerierte, schweren Schaden anrichtete, aber strukturell unfähig zu Selbstkritik und Selbstreform ist. Umso absurder wirkt ein anderer öffentlicher Beitrag von Sarah Frühauf vom 15. Juni 2023, in dem sie sich zum Gedenktag an den Volksaufstand in der DDR als überzeugte Freiheitsliebhaberin inszenierte „Freiheit. Wie herrlich selbstverständlich dieser Begriff für mich ist. Meine Freiheit habe ich als Ostdeutsche zahlreichen mutigen DDR-Bürgern zu verdanken.“
Und weiter: „Die politischen Verantwortlichen sollten nicht vergessen, wie wichtig es ist, den Bürgern ihre Freiheiten zu lassen. Insbesondere die Ostdeutschen reagieren sensibel auf Verbote und den Eingriff in ihre Privatsphäre.“
Diese Zeilen stammen von derselben Frau, die nur eineinhalb Jahre zuvor gesagt hatte: „Ein Winter wie dieser darf sich nicht wiederholen. Wie das geht? Unser Nachbarland Österreich macht es vor. Mit einer Impfpflicht.“
Frühauf beklagt heute populistische Rhetorik, während sie selbst damals zur offenen Stigmatisierung Andersdenkender beitrug. Sie spricht vom „Wert der Freiheit“ – während sie einst den Ausschluss der Ungeimpften nicht nur begrüßte, sondern ihre aktive staatliche Drangsalierung forderte.
Frühauf glaubt, Andersdenkenden drohen keine Repressalien
Wenn Sarah Frühauf behauptet, es sei „fast schon absurd“, dass Menschen heute von der Rückholung der Demokratie sprechen – „ohne Repressalien“ –, offenbart sie ein Maß an Realitätsverweigerung, das exemplarisch ist für die neue politische Klasse. Denn natürlich drohen heute Repressalien: Hausdurchsuchungen wegen Tweets, Ermittlungen wegen § 130, Kontaktschuld, soziale und berufliche Ausgrenzung. Wer vom staatlich sanktionierten Konsens abweicht, riskiert viel.

Alexander Dobrindt (CSU)
Dass ausgerechnet diese Frau die Kommunikation des Innenministeriums verantworten wird, ist kein Zufall, sondern signalisiert: Wer mitmacht und diffamiert, besinnungslos Falschbehauptungen nachplappert, der kann in der Politik Karriere machen, weil es nicht auf Integrität, Auffassungsgabe und Intellekt ankommt, sondern auf stromlinienförmige Loyalität dem Regierungsgeist gegenüber: „Journalismus“ als Selbst-Verbeamtung.
Sarah Frühauf steht für eine Form von Journalismus, dessen Loyalität nicht mehr der Wahrheit gilt und Karrierepotential in der Regierung deshalb nur folgerichtig ist: Wer mit öffentlichem Geld Millionen diffamiert, wird nicht abgestraft – sondern ins Ministerium befördert. Willkommen in der besten Bundesrepublik, die wir je hatten.
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