Schön wäre es, Frau Ministerin … „Die Deutschen fahren mit dem Porsche Cayenne zu Aldi und kaufen das Billigste“
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Eigentlich kannte man das nur von den Grünen: Veggie-Day, Fleisch möglichst teuer, Anweisungen, wann man was essen darf und wie viel.
Jetzt schlägt die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) im Bayerischen Fernsehen zu. Sie sagt: „Wir haben die höchsten Durchschnittslöhne, aber geben am wenigsten für Lebensmittel aus. Das entrüstet mich.“ Und weiter: „In Ländern wie Frankreich, Italien oder Kroatien fährt man mit dem Fiat 500 zum Markt und kauft beste Ware zu gutem Preis. Die Deutschen fahren mit dem Porsche Cayenne oder mit dem Audi A8 zu Aldi und kaufen das Billigste.“

Ein Porsche Cayenne Turbo
Das Märchen vom Porsche
Mein gesunder Menschenverstand wundert sich. Ich war schon sehr oft bei Aldi. Aber einen Porsche Cayenne habe ich da noch nicht gesehen. Wahrscheinlich wird ab und zu mal einer auf dem Parkplatz stehen, ich bin ja kein Auto-Blockwart. Aber die meisten Menschen würden bei dieser Behauptung wohl sagen: Schön wärs, wenn ich das könnte … Was die Ministerin da von sich gegeben hat, klingt ein bisschen wie Grimms Märchen. Nur gab es in der Zeit der berühmten Gebrüder (Ende 18. bis Mitte 19. Jahrhundert) noch keinen Porsche und auch keinen Audi A8.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) glaubt: In Deutschland fahren Menschen mit dem Porsche Cayenne oder einem Audi A8 zu Aldi.
Die Deutschen verwenden heute im Durchschnitt 9,6 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel – und liegen dabei ein wenig unter dem EU-Durchschnitt (11 Prozent). Ein Grund, so die Experten von „Statista“: die niedrigen Lebensmittel-Preise in Deutschland.
Discounter wie Aldi, Lidl und Co. liefern sich regelrechte Rabattschlachten im Kampf um die Gunst der Käufer. Die günstigsten Lebensmittel in Europa gibt es in der Türkei. Frischer Fisch ist in Frankreich am günstigsten, teilweise kostet er nur halb so viel wie in Deutschland.

Discounter wie Aldi, Lidl und Co. liefern sich Rabattschlachten.
In den Nachbarländern kümmerts keinen
Dies alles wissen wir, weil unsere Nachbarländer für uns oft kulinarische Paradiese sind. Keinen kümmerts dort, was wie wann und wie viel wir essen. Dort isst man, weil es Freude macht. Weil es für viele der Höhepunkt des Tages ist. Die Gläser klingen beim Prost in Italien, Spanien und der Türkei anders als bei uns, finde ich. Und das Schönste: Kein Politiker dort will bestimmen, was wer wann zu sich nimmt.
Hört auf, in unseren Tellern rumzurühren! Die Menschen wissen, was sie essen wollen. Und wie viel sie dafür ausgeben.
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