Schwere Gewalt an Frauen wird ständig relativiert: Hört auf von Beziehungstaten zu sprechen!
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Grausame Szenen in Hannover-Vahrenfeld: Vergangenen Dienstag schleppt sich eine 21-jährige Frau schwerverletzt und mit letzter Kraft vor die Haustür. Nur wenige Momente später bricht sie zusammen und stirbt. Hintergrund: Ihr gleichaltriger Freund hatte während eines Beziehungsstreits mit dem Messer auf sie eingestochen.
„Es handelt sich wohl um eine Beziehungstat“, heißt es dazu in mehreren Medienberichten.

Auf dieser Straße brach die Frau tot zusammen.
Der Begriff „Beziehungstat“ taucht immer wieder im Zusammenhang mit solchen Verbrechen auf. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Kriminologie und bezieht sich auf eine Straftat, bei der die Beteiligten eine persönliche Beziehung – wie Freundschaft, Familie oder Partnerschaft – zueinander haben. In den Medien wird typischerweise von einer Beziehungstat berichtet, wenn Frauen von ihren Partnern getötet werden.
Warum der Begriff problematisch ist
Das Problem an dem Begriff: Der Fokus wird auf die Beziehung zwischen Täter und Opfer gelenkt, die Straftat selbst wird verschleiert. Vielmehr sollte man die Straftaten klar benennen.
Es ist keine Beziehungstat – es ist ein Mord, eine Vergewaltigung, ein Totschlag, aber keine „Beziehungstat“!

Die Tote aus Hannover wird in den Leichenwagen geschoben.
Die Verantwortung des Täters wird auf die Beziehung geschoben, als ob diese letztlich der Auslöser für die Tat des Mannes gewesen wäre, oder zumindest eine Erklärung für sein Handeln sei. Es scheint, als hätte die Beziehung ihn beeinflusst, und nicht potenzielle Faktoren wie Gewaltneigungen oder psychische Störungen. Die eigentliche Tragödie und die tatsächliche Täterstruktur verschwinden im Nebel der Unklarheit.
Der Begriff ist daher verharmlosend und irreführend. An einer Beziehung sind immer mindestens zwei Personen beteiligt. „Beziehungstat“ suggeriert, dass das Opfer zumindest mitschuldig sein könnte.
Sollte man stattdessen von einem „Femizid“ sprechen?
Die Linkspartei versuchte bereits den Begriff „Femizid“ in die öffentliche Debatte zu bringen. Statt von „Beziehungstaten“ solle man lieber von „Femiziden“ sprechen. Allerdings ist auch das schlicht und ergreifend falsch. Unter einem Femizid versteht man ein Tötungsdelikt an Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Wenn ein Mann seine Partnerin tötet, tut er dies in den meisten Fällen aber nicht, weil sie eine Frau ist. Die Realität der Geschehnisse wird dadurch ebenfalls nicht angemessen widergespiegelt.

Rede von Cornelia Möhring (Die Linke) vom 19. November 2020: „Es sind Morde an Frauen, weil sie Frauen sind – und das heißt: Femizid.“
Weder pseudofeministische Begriffe wie „Femizid“, noch die blumig formulierte „Beziehungstat“ sind in solchen Fällen geeignet, da beide die Realität und die individuellen Gegebenheiten verzerren und zu einer unangemessenen Verschleierung von Straftaten führen.
Mord ist Mord, und sollte beim Namen genannt werden!
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