Sternchen-Chaos bei der Sprachpolizei: Selbst die Gender-Fanatiker kriegen es nicht hin
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Markus Söder (CSU) möchte das Gendern in bayerischen Schulen und Verwaltungen untersagen, die Thüringer CDU hat ähnliche Pläne und in Hessen will nicht nur die CDU, sondern sogar die SPD ein „Gender-Verbot“ durchsetzen. Damit sei ein „neues Level“ erreicht, tönt es aus der linken Gender-Hochburg der Taz. Amüsant: Nicht einmal dort bekommen sie die Genderei richtig hin.
In einem aktuellen Plädoyer für das Gendern liest man in der Taz von „Mitarbeitern“ des Tagesspiegels, von „taz-Redakteur_innen“, von „AfD-Politikern“ und von „Verfechter*innen“ des Genderns. Die Autorin nutzt im selben Text sowohl den Unterstrich als auch das Gender-Sternchen und verweigert nicht nur den Rechten von der Schwefelpartei, sondern seltsamerweise sogar den Linken vom Tagesspiegel den Vielfalts- und Gerechtigkeitsstempel. Dieses Chaos ist bei der Taz Programm: In dem unter jedem Artikel platzierten Textkasten richtet sich die Zeitung an ihre „Leser:innen“, obwohl direkt darunter von „Leser*innenkommentar“ die Rede ist.
Bezeichnend: Die Taz publiziert ein Plädoyer für das Gendern, dessen chaotische Form gegen den Sprachkult spricht.
Ohne es zu wollen, zeigt die Taz, was Gendern in Wahrheit ist: ein dysharmonisches Sammelsurium an ideologisch motivierten Sprachoptionen, das in jeden Text Unruhe und Tölpelhaftigkeit bringt.

Im Linksaußen-Flügel der deutschen Medienlandschaft wird das Gendern als zivilisatorische Errungenschaft gefeiert. Und dennoch nicht richtig angewandt.
Übermotivierter Queer-Nachwuchs
Die Genderei lässt sich schlichtweg nicht einheitlich und formschön praktizieren, weil sie keine festen Grammatik-Regeln kennt. Vielmehr macht jeder, was er will. Daher ist die Formulierung „Gendersprache“ bereits viel zu entgegenkommend. Denn sie suggeriert das geordnete Komplexitäts-Niveau von Sprachen, das vom ideologischen Gestotter sich schreibend wähnender Illiteraten nicht einmal annähernd erreicht wird. Sprache zeichnet sich nämlich durch ein objektives Regelwerk aus, wohingegen beim Gendern ein beliebiger Subjektivismus regiert, der mit individualisiertem Ausdruck, der niemals beliebig ist, nicht zu verwechseln ist.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass die besseren Taz-Autoren, deren Artikel, wie fragwürdig sie inhaltlich auch sein mögen, eine gewisse handwerkliche Qualität aufweisen, sehr viel zurückhaltender gendern als der übermotivierte Queerfeminismus-Nachwuchs, der in seinem Gender-Enthusiasmus Texte wie Kraut und Rüben hinterlässt.

Umfragen zeigen immer wieder: Die Mehrheit lehnt das Gendern ab.
Am eigenen Quatsch auch noch scheitern
Der Taz-Kolumnist Maurice Conrad spricht beispielsweise von „Politiker*innen, Rät*innen, Sympathisant*innen“, aber auch von: „die Grünen, die Sozialdemokraten, sogar die Christdemokraten“ – vielleicht weil in „Grüne“ kein Sternchen passt und die Zeile komisch aussähe, wenn auf „Grüne“ „Sozialdemokrat*innen“ und „Christdemokrat*innen“ folgen würde. Damit hätte er zwar Recht, aber auch die Ästhetik die Einheitlichkeit schlagen lassen. Doppelte Standards sorgen beim Lesen jedenfalls für Störgeräusche, weil es keinen Sinn ergibt, das Wort „Politiker“ zu gendern, „Sozialdemokraten“ jedoch nicht. Wenn Maurice Conrad obendrein auch noch von „meiner Zeit als Aktivist*in“ spricht, dann aber schreibt, für „sie war ich ein Klimaaktivist“, bekomme ich Mitleid. Menschen, die sich so ausdrücken, belasten sich unnötig mit einem ideologischen Quatsch, an dem sie praktisch auch noch scheitern.
Intuitiv spüren die Menschen, dass der Genderei keine sinnvolle Logik innewohnt. Darum lehnen sie diese vollkommen zu Recht ab: „Fast drei Viertel (73 Prozent) stört es, wenn so gesprochen oder geschrieben wird“, schreibt die Rheinische Zeitung. „Und die einzige Gruppe, die das ‚Gendern‘ mehrheitlich gut findet, sind die Anhänger der Grünen (58 Prozent).“
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