Tapfere Julija Nawalny: Sie hatte nicht einmal mehr Tränen
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Erschütternder Moment bei der Münchener Sicherheitskonferenz in München. Eine blonde Frau mit zurückgekämmten Haaren erhebt sich und geht zum Rednerpult. Sie hat kein Amt wie viele wichtige Politiker um sie herum. Und doch ist sie in diesem Moment die wichtigste Persönlichkeit im ganzen Saal. Es ist, als würde die Weltgeschichte einen Moment den Atem anhalten. Es ist Julia Nawalnaja Nawalny (47). Sie hat gerade erfahren, dass ihr Mann, der Putin-Widerstandsheld Alexei Nawalny gestorben ist im Straflager. Seine Witwe - sie ist einsam, sie ist stark. Und sie hat nicht einmal mehr Tränen. Sie sagt: „Ich habe darüber nachgedacht, die Konferenz zu verlassen und zu meinen Kindern zurückzukehren. Ich habe mich dann aber gefragt, was mein Mann an meiner Stelle getan hätte. Und ich bin sicher: Er hätte hier auf dieser Bühne gestanden.“
Welch eine furchtbare Ironie des Schicksals: Staatenlenker aus der ganzen Welt treffen sich, um darüber zu sprechen, wie man Terror, Krieg und Mord bekämpfen kann. Dann platzt die Nachricht vom Tod des wichtigsten und tapfersten Putin-Kritiker in den Konferenzsaal des Tagungshotels Bayerischer Hof. Erschütternd genug. Plötzlich aber erkennen die Menschen, dass die einsamste Frau der Welt unter ihnen weilt – die Witwe Nawalny. Sie sagt Hammer-Sätze: „Wenn es die Wahrheit ist, dass er tot ist, dann will ich, dass Putin und jeder aus seinem Stab dafür bestraft wird. Der Tag wird bald kommen, ich richte meine Worte an alle Menschen auf der Welt: Wir müssen zusammenrücken und gegen diese Leute kämpfen. Wir müssen gegen dieses Regime kämpfen. Putin muss verantwortlich gemacht werden für alles, was er in unserem Land begangen hat.“
Die Zuhörer klatschten Beifall für diese klugen Worte. Beifall für diese einsame tapfere Frau. Es schien, als würde dieser Applaus über das Dach hinaus in die ganze Welt getragen.
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