Unser täglich Brot gib uns heute – solange wir es uns noch leisten können!
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Deutschland ist das Land der Brotesser. Jeder Bürger isst jedes Jahr im Durchschnitt 20 Kilogramm. In Bayern noch mehr – bis zu 50 Kilogramm pro Kopf. Brot ist ein Gradmesser des Wohlstands. Motto: Sag mir, wie viel Brot du isst und ich sage dir, wer du bist.
In den Zehn Geboten (Matthäus 6,11) heißt es: Unser täglich Brot gib uns heute. Es heißt nicht: Unser täglich Mais oder Hirse gib uns heute. Auch nicht unser täglich Chubz (arabisch), Lavash (armenisch), Chapati (indisch) oder Pita (mittlerer Osten). Kein Land hat eine größere Brotauswahl als wir in Deutschland – 3200 Sorten.
Viele Jahre war Brot ein günstiges Grundnahrungsmittel. Das ist vorbei. Christian Hörger, Chef von Bayerns Großbäckerei Lieken, in der Süddeutschen Zeitung: „Die Preise haben eine deutliche Steigerung erfahren. Es gibt Produkte, die sind kostengleich, und es gibt welche, wo bestimmt bis zu 30 oder 40 Prozent Aufschlag draufgekommen sind.“ Pro Jahr verarbeitet der Großbäcker etwa 320.000 Tonnen unterschiedlicher Mehlsorten zu diversen Brot- und Backwaren.

Eine schmackhafte Tradition: Deutsches Brot ist ein Kulturgut.
Das Bäckereihandwerk ist zur bedrohten Spezies geworden
Mitte Mai 2022 kostete eine Tonne Weizen an der Terminbörse Matif etwa 438 Euro. Inzwischen ist der Weizenpreis zwar wieder gesunken – aber die Transportkosten bei der Weiterverarbeitung des Mehls sind drastisch gestiegen. Laut Bundesamt für Statistik zahlt man für den Liter Diesel 30 Cent mehr als noch 2021. Die Zahlen sprechen für sich: Bäckereierzeugnisse der Kategorie „Weißbrot“ stiegen vom Januar 2020 bis Januar 2024 um 28 Prozent im Preis an. In der Kategorie „frische Brötchen“ um 31,92 Prozent.
„Bäckereihandwerk ist bayerisches Kulturgut“, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Aber dieses Kulturgut ist bedroht. Immer mehr Bäcker stellen ihre Produktion ein. Allein in Franken sank ihre Zahl von 2010 bis Ende 2022 um rund 355 Bäcker. Deutsche Bäcker geben die gestiegenen Rohstoffpreise (Ukraine-Krieg, Transportkosten) zum großen Teil an ihre Kunden weiter. Großbäcker Hörger: „Mit Preissenkungen rechnen wir nicht – im Gegenteil.“
Unser täglich Brot gib uns heute – solange wir es uns noch leisten können!
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