Ups! Da spricht gar nicht das Volk, da spricht der Apparat: Wie ARD und ZDF uns verschweigen, welche Meinung wir hören
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Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon wieder witzig. Meine Kollegin Katharina Schmieder hat quasi den ganzen Januar damit verbracht, sich Beiträge von ARD und ZDF mit „zufällig“ ausgewählten Passanten anzuschauen und zu überprüfen, ob diese Personen nicht vielleicht doch einen politischen Hintergrund haben, den wir als Zuschauer nicht erfahren.
In unfassbaren 98 Fällen wurde sie fündig. 98 Volltreffer, nur im Kalendermonat Januar. In 98 Fällen haben uns ARD und ZDF die Demo-Besucher oder tagesaktuelle Interview-Partner als ganz normale Bürger untergejubelt – und dabei verschwiegen, dass es sich bei der ausgestrahlten Meinung um die von Lokalpolitikern, Stiftungs-Mitarbeitern oder eigenen (!) Mitarbeitern handelt.
Ups. Da spricht gar nicht das Volk, da spricht der Apparat!
Einmal ist keinmal. Zweimal ist immer. Was ist dann bitte 98 mal? Immer Zufall ist System. Es handelt sich um eine besonders dreiste Form der Zuschauerbeeinflussung: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat offensichtlich ein Problem damit, die Stimmen von normalen Menschen einzufangen und zu veröffentlichen. Deswegen wird uns die Meinung von Apparatschiks als normal verkauft. Das ist erstens nach allen journalistischen Maßstäben unethisch, zweitens plump und drittens extrem leicht durchschaubar.
Unter den 98 „Zufalls“-Treffern finden sich 36 Personen mit einem Grünen-Hintergrund, 27 sind bei der SPD zu verorten, 15 bei der Links-Partei. Merken Sie was? Zufälligerweise passiert das immer nur mit Menschen aus dem linken Spektrum. Aus der konservativen Ecke rutscht keiner aus Versehen vors Mikrofon.

Wir alle zahlen erzwungenermaßen einen Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro im Monat, um uns dann noch von ARD und ZDF dermaßen frech täuschen zu lassen. Und wenn wir vor Wut den Fernseher ausmachen, werden die 18,36 Euro dennoch weiter abgebucht.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sieht sich seit Monaten, wenn nicht gar seit Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, eine linke Schlagseite zu haben. Und es ist den Mitarbeitern komplett egal. Sie befeuern die Debatte um die eigene politische Voreingenommenheit mit immer neuen Fällen.
Meine Kollegin weist übrigens immer traurig darauf hin, dass ihre Recherche in diesem Fall keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Das ist aber ausnahmsweise in Ordnung. Niemandem kann zugemutet werden, 31 Tage am Stück sich sämtliche Formate von WDR, SWR, SR, RBB, RB, NDR, MDR, HR und BR reinzuziehen. Wobei sich die 18,36 Euro dann mal wirklich gelohnt hätten.
Um es im besten Tagesschau-Deutsch zu sagen: Diese „Zufalls“-Treffer sind kein Einzelfall – die Dunkelziffer ist hoch. Und auch wenn es lange Abende in der Mediathek sind: Wir bleiben dran und fahnden weiter nach Zufällen in ARD und ZDF, die es eigentlich gar nicht geben darf.
Hier finden Sie noch einmal die Januar-Bilanz als Liste:




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