Vor unseren Augen endet das Land, wie wir es kannten
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Das Wochenende?
Es stürmte. In Chemnitz wurde eine junge Frau, die auf einer Wiese saß, von sieben Syrern bedrängt und sexuell belästigt. In Lauf an der Pegnitz ging ein Iraner mit einem Messer auf Polizeibeamte los. Ich baute ein Regal in meiner Wohnung auf. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewann gegen Dänemark, die Fans feierten den Sieg in Berlin innerhalb von Messerverbotszonen. Im Stadtteil Moabit griff ein 30-Jähriger, mutmaßlich ohne deutsche Staatsbürgerschaft, nach einer Auseinandersetzung in einer Kneipe zwei Männer mit einem Messer an. Ich erledigte Besorgungen im Buchladen und im Schuhgeschäft. In einem Bochumer Café aßen Menschen Kuchen, als ein Mann sie mit Säure übergoss und dabei mehrere von ihnen verletzte, eine Person schwer.
Vor unseren Augen endet das Land, wie wir es kannten, und uns bleibt nichts übrig, als diese Realität auszublenden oder zu akzeptieren und uns anzupassen.

Einer der sieben syrischen Hauptverdächtigen in Chemnitz wird von der Polizei abgeführt. „Ich hatte Angst, vergewaltigt zu werden“, sagt das Opfer.
Als eine Kollegin kürzlich darauf hinwies, dass die Gewalt in Freibädern ein riesiges journalistisches Thema sei, wiegelte ich innerlich ab: Das wissen wir doch aus dem letzten Jahr, dachte ich bei mir, das ist inzwischen ermüdend. Mir wollte es aber den ganzen Tag nicht aus dem Kopf gehen, und am nächsten Morgen erkannte ich, weshalb: Ich hatte das Thema für mich selbst abgehakt, weil ich mich damit abgefunden habe, nicht mehr allein ins Freibad zu gehen.
Neulich erzählte meine Cousine, dass sie ihren Geburtstag am Frankfurter Mainufer feiern wolle. Just dort, wo wenige Tage zuvor ein Afghane mit einem Cuttermesser unvermittelt auf Kopf und Hals einer Frau einstach, die auf einer Bank saß. Ich entschied, meine Cousine nicht auf diesen Angriff anzusprechen. Um in Deutschland unbeschwert feiern zu können, braucht man heute nicht mehr nur Nudelsalat und Getränke, sondern vor allem die Fähigkeit, reale Gefahren auszublenden.

Die Spurensicherung am Mainufer nach der Attacke auf eine Frau am 10. Juni.
„Wie viele müssen noch totgeschlagen werden?“
Ein gutes Leben zu führen, bedeutet in unserem Land mittlerweile, irgendwie an der Gewalt vorbeizuleben, die maßgeblich durch die unkontrollierte Masseneinwanderung entsteht. Nach diesem Wochenende voller Angriffe sprechen manche Journalisten davon, dass in Deutschland etwas kippt. Der Kolumnist Harald Martenstein fragt in der Welt: „Wie viele müssen noch totgeschlagen werden, bis sich etwas ändert?“
Die Antwort darauf fällt nicht leicht. Im Augenblick herrscht das Gefühl vor, dass wir der eingewanderten Gewalt wehrlos gegenüberstehen, dass sich nichts ändern wird, weil unsere Regierung nicht einmal die Existenz des Problems anerkennen will. Zu Philippos T., der am vorletzten Wochenende im Kurpark von Bad Oeynhausen totgeprügelt wurde, bat Innenministerin Nancy Faeser (SPD) auf NIUS-Anfrage, sich „an die Behörden in Nordrhein-Westfalen“ zu wenden. Erst eine Woche nach dem Vorfall äußerte Faeser sich öffentlich, führte den brutalen Angriff auf „nicht gelungene soziale Integration“ zurück und verbreitete die Falschbehauptung, der Täter habe acht Jahre in einer Flüchtlingsunterkunft gelebt.
Es ist ein Gefühl der Resignation, der Machtlosigkeit, das die Beziehung der Deutschen zur Migrationspolitik prägt. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich fantasiere, auszuwandern. Eine wenig realistische Idee für jemanden, der sein Geld mit der eigenen Sprache verdient. In Wahrheit passe ich mich an. Versuche, nicht die nächste zu sein, die totgeschlagen wird. Und akzeptiere die neue Realität dieses Landes, in dem ich mich einmal zu Hause fühlte.
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