Wie Erdoğan den obersten Hamas-Mörder hofiert, widert mich an
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Die linke Tageszeitung taz titelt „Hamas wie auf Staatsbesuch“. Das ist das Äußerste an Distanzierung einer Zeitung, die sich normalerweise zwischen Palästina-Verstehern und Israel-Kritikern bewegt. Denn das Foto, um das es geht, zeigt den Regierungschef des NATO-Mitglieds Türkei und den Chef einer Terrorbande, dem Politbüro-Chef der Hamas, Ismail Haniyah. Sie umarmen einander innig, und sie scheinen sich nicht dafür zu schämen. Tatsächlich wirkte die Inszenierung im ehemaligen Sultanspalast Dolmabahce am Bosporus wie ein Staatsempfang. Der türkische Präsident Erdoğan wollte das Treffen mit der politischen Führung der Hamas wohl eher wie eine Privataudienz aussehen lassen, wie mehrere Medien berichten. Nach dem Foto-Termin verschwand er mit seinen Hamas-Gästen hinter den Mauern des Palastes.
Was hinter „verschlossenen Türen“, wie man so sagt, wirklich besprochen wurde, ist bisher nicht bekannt. Ob sich Erdoğan als neuer Vermittler im Nahost-Konflikt angeboten hat oder gar die Hamas eingeladen hat, ihren internationalen Hauptsitz von Katar in die Türkei zu verlegen – auch das wissen wir (noch) nicht. Was wir wissen: Die Türkei hat nach den USA die zweitgrößte Armee des Bündnisses, sie sichert die Südostflanke Europas und ist Heimat von den bedeutenden NATO-Luftwaffenstützpunkten Incirlik und Konya. Sein Gast ist Chef der Hamas-Terroristen, die am 7. Oktober 2023 mehr als 1200 israelische Männer, Frauen und Kinder abschlachteten und immer noch etwa 130 Geiseln in ihrer Gewalt halten.
Der Wendekreis der NATO
Die EU und die USA stufen die Hamas zu Recht als Terrororganisation ein – Erdoğan ist davon unbeeindruckt. Er hatte die Hamas nach dem Überfall am 7. Oktober als „Widerstandsgruppe“ bezeichnet. Wieviel Unsinn kann ein Regierungschef von sich geben? Welch eine gefährliche Verharmlosung einer Mörderbande! Wir diskutieren seit Jahren darüber, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent ausweiten soll, dem vereinbarten Mindestsatz der Länder, die in der NATO sind. Vielleicht sollte man eine neue Diskussion eröffnen: Wie viel Prozent Anstand braucht ein NATO-Mitglied, damit man sich im Bündnisfall auf dieses Land verlassen kann?
Leider kann man Anstand nicht in Prozent bemessen. Könnte man es – Erdoğan hätte null Prozent. Das zeigt er mit diesem Foto, auf dem er den Terror-Chef der Hamas umarmt.
Es ist ein Foto, das mich anwidert.
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