Wo geht man hin, wenn man es nicht mehr aushält in Deutschland?
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Das Sehnsuchtsland der Deutschen war jahrhundertelang Italien. Goethe dichtete: „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ und meinte Italien. In den 50er und 60er Jahren begann der Urlaubstraum Rimini mit vollgepacktem VW, vollen Stränden, vollen Hotels – und die Deutschen reisten millionenfach in das Land ihrer Sehnsucht.

Rimini war viele Jahre lang der Traum der Deutschen.
Aber dorthin auswandern – das konnte sich kaum einer leisten. Nur 35.000 deutsche Auswanderer leben heute in Italien – aber wir haben Italien zu uns geholt: Spagetti, Pizza, Espresso. Und viele ehemalige Gastarbeiter, die uns heute in ihrem Ristorante begrüßen.
Die deutsche Sehnsucht und ihre Orte des Glücks
Aber wo geht man hin, wenn man es nicht mehr aushält in Deutschland? Es sind die Länder, in denen man morgens aufwacht – und die Luft ist mild, und das Wasser ist warm. Das kann Portugal sein, der neue Spitzenreiter der deutschen Sehnsucht. Dort sind deutsche Rentner besonders willkommen, wie die „Expat Community Inter Nations“ herausfand, die Organisation, die das Glück der Auswanderer untersucht. Danach nennen Auswanderer immer ähnliche Gründe, warum sie wegwollten aus Deutschland: bessere Berufschancen, höhere Lebensstandards bei gleichem Einkommen, der Wunsch nach Sommer und Natur.
Die Deutschen, die nach Spanien ausgewandert sind, gelten als besonders zufrieden. Sie bezeichnen sich zu 87 Prozent sogar als „glücklich“.
Costa Rica gilt als weltbestes Land, um sich im Alter zur Ruhe zu setzen: sicher, stabil, stressfrei, kein Militär. Für meinen gesunden Menschenverstand zählt noch was anderes – die Halbinsel Nicoya in Cosa Rica gehört zu den sogenannten „Blauen Zonen“. Das sind die fünf Regionen in der Welt, die eines gemeinsam haben: Die Menschen dort werden viel älter als der Durchschnitt, viele werden uralt. Hundertjährige sind nicht selten.

Die Halbinsel Nicoya in Costa Rica gehört zu den sogenannten „Blauen Zonen“, hier werden Menschen besonders alt.
Das ist doch ein Ziel, finde ich. Meine neuen Sehnsuchtsorte sind also die „Blauen Zonen“: Sardinien (Italien), Ikaria (Griechenland), Okinawa (Japan) und eben Nicoya in Costa Rica.

Ikaria in Griechenland
Ich müsste mich mit der Nahrung umstellen, ok. Ich sollte dann vor allem Gemüse und Früchte essen, Fette und Olivenöl. Die Menschen ernähren sich in den blauen Zonen überwiegend pflanzlich, treiben regelmäßig Sport. Trinken wenig Alkohol, schlafen ausreichend.
Naja, vielleicht überlege ich es mir noch mal. So schlecht ist Deutschland ja gar nicht.
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