Zeitgeist-Irrsinn Lastenfahrräder: So gefährdet sind unsere Kinder
Ein Beitrag von
Es sieht aus wie eine perfekte Idylle: Papi auf dem Lastenfahrrad, er trägt plastikfreie, nachhaltige Sportbekleidung von Iron Roots, gegen den Wind eine Polyesterjacke aus Recyclingmaterialien. Alles selbstverständlich nicht in Asien gefertigt (zu weite Transportwege, Kinderarbeit). Vorne der sechsjährige Sohn, mit Polyesterjäckchen, nicht angeschnallt („der Junge soll sich frei bewegen können“).
So sieht man Eltern mit ihren Kindern jeden Tag in den angesagten Bezirken der Großstädte auf dem Weg zu Kitas und Schulen. Motto: Seht her, wir tun was für das Klima, sind wir nicht vorbildlich?
Pfusch am Bau
Jetzt hat dieser Zeitgeist-Irrsinn Risse bekommen – und zwar tiefe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt strafrechtlich gegen das niederländische Unternehmen „Babboe“, einen der größten Lastenfahrrad-Hersteller der Welt. Grund: Rahmenbrüche bei vier verschiedenen Modellen. „Babboe“ muss jedes dritte Lastenrad zurückrufen. Das Unternehmen habe, so die Staatsanwaltschaft, viele Meldungen über Rahmenbrüche nicht einmal untersucht. Nach neuesten Erkenntnissen soll „Babboe“ bewusst Fahrradrahmen versteckt und so die Behörde getäuscht haben.
Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Ein Hersteller, der auf offenbar kriminelle Weise Schäden an seinen Fahrrädern vertuscht, muss bestraft werden. Aber es gibt ein anderes Problem, und das hat nichts mit Technik und Sicherheit der Lastenfahrräder zu tun.

Beliebtes Fortbewegungsmittel für korrekte Eltern und ihre Kinder: das Lastenrad der Marke „Babboe“
Es geht um die grundsätzliche Frage, wie sicher und verantwortungsbewusst ist es überhaupt, den Nachwuchs von A nach B auf einem Lastenfahrrad zu befördern?
Kinder immer voraus
Die Antwort auf diese Frage kann man leider mit Zahlen beantworten. Und die sind keineswegs „nüchtern“, wie man statistische Zahlen gerne bezeichnet. Denn hinter jeder dieser Zahlen stehen Schicksale, viele verletzte Kinder, zum Teil schwer verletzte Kinder. Die Studie, die das belegt, heißt „Kindertransport auf dem Fahrrad“, sie kommt von der Unfallforschung der Versicherer. Danach trugen 43 Prozent der mit dem Fahrrad transportierten Kinder keinen Helm, 21 Prozent waren nicht angeschnallt. Die Folge: 2022 gab es in Deutschland 222 Radunfälle mit mitfahrenden Kindern, zwölf Kinder wurden schwer verletzt. Das ist ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. Tendenz steigend.
Was für traurige Zahlen! Und ich sehe immer mehr Eltern mit ihren Kindern auf Lastenfahrrädern auf überfüllten Straßen durch unsere Innenstädte radeln. An jeder Ampel, an jeder Ecke, an jeder unübersichtlichen Kreuzung müssen sie anhalten, was sie aber in Wahrheit nicht immer tun. Und vorweg immer ihr Kind.
Dabei sollte der angeborene Instinkt eines jeden Elternpaares doch heißen: Zuerst schütze ich mein Kind, dann mich. Seit es Menschen gibt, ist das so. Ausgrabungen zeigen, dass Kinderknochen oft inmitten von Erwachsenen lagen. In der Tierwelt schützen Herden ihren Nachwuchs oft gemeinsam gegen Angreifer – Babys und Kinder haben Vorrang.
Nur heute, in der Zeitgeist-Welt der woken Fortbewegung, setzen Eltern ihre Kinder dem Verkehr aus, ohne sie schützen zu können. Dabei gibt es Fahrradanhänger, die gezogen werden. Und die sind – statistisch erwiesen – viel sicherer. Aber eben auch nicht so cool.
Mehr von Louis Hagen:
Keine Schulplätze, keine Betreuung, keine Schlafplätze: Berlin kapituliert vor minderjährigen Flüchtlingen
Mehr NIUS:
Die Badewanne stirbt aus, dabei brauchen wir sie dringender denn je
Der Staat will nicht, dass Sie diese Werbung sehen!
Merz in Mecklenburg-Vorpommern: Der Beifall war enden wollend
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Mehr NIUS:
Der Deutsche Gewerkschaftsbund sägt an dem Ast, auf dem alle Arbeitnehmer sitzen
Ein schwarz-grünes Northvolt-Debakel: Wie aus 300 Millionen Euro nur noch 31 wurden
Die Umbenennung des Hindenburgdamms steht für Deutschlands ewigen Kampf gegen die eigene Geschichte
Die Akte „Lügenfritz“ – Politiker verbreiten Desinformation, aber die Bürger werden verurteilt
Thomas und Lisa Müller: Blick hinter die Fassade des Glücks
Frei ist nur das Ich!
Warum Julia Klöckner die schickste Frau im Bundestag ist
Merz sagt, in 30 Jahren wird alles besser – ich freu mich schon drauf
Louis Hagen
Artikel teilen
Kommentare