Berliner Polizei muss entlaufene Tiere jagen und den Schornsteinfeger reinlassen
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Die Berliner Polizei hat kaum noch Zeit für ihre Kernaufgabe: die Verbrechensbekämpfung. Wegen fehlender Beamter werden selbst erfahrene Kripofahnder, Streifenpolizisten und Spezialkräfte für Aufgaben abgezogen, die die Gewerkschaft der Polizei für überflüssig hält.
Polizisten, die entlaufene Tiere jagen und Schornsteinfeger hereinlassen, haben keine Zeit, sich um Körperverletzung, Diebstahl und Mord zu kümmern, das ist unumstritten. Nun schlägt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Alarm ob der immer größer werdenden Aufgabenflut in diesem Bereich.
„Es ist sinnfrei, immer nur nach mehr Personal zu rufen, denn wir sehen seit mehreren Jahren, dass wir die Menschen nicht in der Anzahl finden, wie wir sie brauchen, um neben dem wachsenden Aufgabenspektrum auch noch alle politischen Wünsche zu erfüllen. Deshalb reden wir in nahezu jedem Gespräch über das, was Polizeiarbeit im Kern darstellt und das, was wir als Mutti für alles seit Jahren obendrauf leisten. Wir können so nicht weitermachen, denn Überstunden und dauerhafte Belastung gehen auf Kosten der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen, Extrawürste wie Fahrradstreifen oder mobile Wachen zu Lasten der Inneren Sicherheit. Wir brauchen integrierte Lösungen und kein Zerpflücken bewährter Strukturen“, so GdP-Landeschef Stephan Weh in einer Pressemitteilung.

GdP-Landeschef Stephan Weh
Diese Tätigkeiten möchte die GdP nicht mehr länger im Aufgabenbereich der Polizei sehen:
- Verkehrsunfallaufnahme ohne Personenschaden (sogenannter AVU)
- ÖPNV-Maßnahmen allgemein und gemeinsame Streifen mit der BVG
- Überprüfungen von Baustellen
- Begleitung von Großraum- und Schwerlasttransporten
- Zahlreiche weitere Aufgaben in subsidiärer Zuständigkeit für Ordnungsämter, Tiefbauamt, Veterinäramt; Gesundheitsamt, Natur- und Umweltschutzbehörde etc.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die GdP eine Liste mit Aufgaben veröffentlicht, die durch die Polizei übernommen werden, obwohl andere zuständig wären. Unter anderem die Kontrollen von Angelkarten und Fischereischeinen sowie Hundehaltern oder die Überprüfung von Flohmärkten.
Weh kritisiert: „Berlin verlässt sich auf seine Polizei und macht sie immer weiter kaputt. Es ist höchste Eisenbahn, wir müssen über Kernaufgaben reden, genau schauen, was wegfallen kann und auch mal einen Plan entwickeln, wo wir endlich auch auf Technik und KI-basierte Lösungen zurückgreifen.“
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