Deckname „White Tiger“: Während dieser Schüler Kinder quälte und in den Selbstmord trieb, profitierte er von deutschem Steuergeld
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Der Deutsch-Iraner Shahriar J., der unter dem Pseudonym „White Tiger“ als mutmaßlicher Kopf eines internationalen Missbrauchsnetzwerks gilt, nahm als Schüler in Hamburg an einem staatlich geförderten Kunstprojekt teil – und profitierte damit indirekt von Steuergeld. NIUS liegen exklusiv die Fördersummen vor.
Der heute 21-Jährige, dem laut Staatsanwaltschaft mehr als 120 grausame Straftaten, darunter Mord und schwerer Kindesmissbrauch, zur Last gelegt werden, besuchte die Stadtteilschule Winterhude. Dort entschied er sich für das sogenannte „Kulturelle Profil“, ein Oberstufen-Schwerpunktfach, das gesellschaftliches Engagement mit künstlerischer Arbeit verbindet.
Im Schuljahr 2021/22 war die Klasse Teil der von der Stadt Hamburg finanzierten Kampagne „Kunstpioniere“. Das Programm wird von der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung getragen und fördert Kooperationen zwischen Schulen und Museen. Im Rahmen des Projekts arbeiteten die Schüler zu Fotografien der Hamburger Künstlerin Hildegard Heise. Die entstandenen Werke wurden am 3. März 2022 im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt – darunter auch ein Werk von Shahriar J.

Die Stadtteilschule Winterhude – eine Reformschule an der Meerweinstraße 26-28
Der Blogger Argo Nerd machte auf den Fall aufmerksam:
Unterstützt mit öffentlichen Mitteln
Nach Angaben der Behörde, die NIUS exklusiv vorliegen, wurde das Projekt mit öffentlichen Mitteln unterstützt – rund 1.295 Euro für Honorare und weitere 447,20 Euro für Material- und Druckkosten. Damit floss auch Steuergeld in ein Projekt, an dem ein Schüler beteiligt war, der laut Ermittlungen zu diesem Zeitpunkt bereits damit begonnen hatte, Kinder und Jugendliche im Internet zu Selbstverletzungen zu drängen.
Das Hamburger Abendblatt berichtet, J.s Arbeit habe die Fotografie einer Skulptur aus dem Iran gezeigt, versehen mit den Ortsangaben Shiraz und Kermanshah. Kurz darauf soll er als „White Tiger“ weiter weltweit Kinder über Online-Netzwerke manipuliert und gequält haben.

So berichtete das Hamburger Abendblatt.
Unter dem Pseudonym „White Tiger“ warb er gezielt labile Minderjährige an
Nach Recherchen der Bild begann Shahriar J. schon als Minderjähriger, Kinder über Chat-Plattformen wie Discord und Instagram in Chats zu locken. Unter seinem Pseudonym „White Tiger“ warb er gezielt labile Minderjährige an, zwang sie zu Selbstverletzungen, sexueller Erniedrigung und filmte deren Handlungen. In mindestens einem Fall soll er den Suizid eines 13-jährigen US-Amerikaners aus der Nähe von Seattle herbeigeführt haben.
Der Fall erlangte internationale Bedeutung, weil das FBI schon 2021 Hinweise auf den Täter übermittelte. Ein Bericht des National Center for Missing & Exploited Children hatte Shahriar J. als „potenzielles Risiko für eine Person in der nahen Zukunft“ eingestuft, erklärt die Bild. Das Dokument, das dem Hamburger Landeskriminalamt vorlag, beschrieb detaillierte Chatverläufe, in denen „White Tiger“ ein Kind bedrängte, sich zu töten.
Während amerikanische Ermittler den Fall als potenziellen Terrorakt einstuften, betrachteten ihn deutsche Behörden bis heute als Einzeltäter. Dabei gehörte Shahriar J. laut FBI zu einem internationalen Netzwerk namens „CVLT/764“, dessen Ideologie eine Mischung aus Satanismus und Rechtsextremismus sei. Ziel der Gruppe: durch extreme Gewalt gegen Kinder gesellschaftliches Chaos zu erzeugen.
Mehr als 13.000 kinderpornografische Dateien
Bis zu seiner Festnahme im Juni 2025 konnte „White Tiger“ weiter agieren. Ermittler fanden bei ihm mehr als 13.000 kinderpornografische Dateien, Anleitungen zum Bombenbau und Waffen. In Chats äußerte er Bewunderung für Adolf Hitler und den sogenannten Islamischen Staat. Seine Opfer zwang er teilweise, sich Hakenkreuze in die Haut zu ritzen.
Trotz mehrfacher Hinweise aus den USA und aus seinem schulischen Umfeld dauerte es rund vier Jahre, bis deutsche Ermittler ihn tatsächlich festnahmen. Erst das Einschreiten des FBI brachte die entscheidende Wende. Die US-Behörde hatte den Täter und seine Komplizen als Terroristen eingestuft und internationale Ermittlungen eingeleitet.
Heute sitzt Shahriar J. in Isolationshaft auf der Elbinsel Hahnöfersand. Sein Fall gilt als eines der größten Ermittlungsversäumnisse der letzten Jahre.
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